"Electric for all" VW macht Zwickau zur Speerspitze für Elektromobilität

Der Volkswagen-Konzern hat seine Offensive für die Elektromobilität präsentiert. Basis ist die neue Antriebsplattform "Modularer Elektro-Antriebsbaukasten" MEB, der im "Chassis ohne Hut" gezeigt wurde.

von Brigitte Pfüller

Unter dem Motto "Electric for all" will Volkswagen die Elektromobilität aus der Nische heraus bringen und als Massenfahrzeug etablieren. Mit dem MEB-Antriebsbaukasten habe der Konzern die Grundlagen für die Serienproduktion geschaffen, sagte Thomas Ulbrich, Konzernvorstand für die E-Mobilität und Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen. 

Größere Reichweite

Grundlage der Elektroauto-Offensive von Volkswagen ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB). Der fahrbaren Unterbau ohne Karosserie und Interieur -
Grundlage der Elektroauto-Offensive von Volkswagen ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB). Bildrechte: MDR/Birgit Menzel

"Unsere Elektromobile sind keine umgebauten Verbrenner, sondern hundertprozentige Elektroautos. Der Antriebsbaukasten MEB ist das wirtschaftliche und technologische Rückgrat für unsere E-Mobilität", so Ulbrich. Dieser Baukasten bietet laut Ulbrich viele Vorteile. So könnten größere Batterien verbaut werden, die auch größere Reichweiten zwischen 330 und 550 Kilometer erlaubten. Durch eine flache Batterie, die im Boden des Chassis verbaut werde, liege das Auto besser auf der Straße. Zugleich werde der Innenraum größer. So komme das erste E-Mobil mit dem etwas sperrigen Namen "ID" aus der Golf-Klasse. Es biete im Innern so viel Platz wie ein Passat. Außerdem erlaube die Plattform-Strategie auch eine Kosteneinsparung. So soll das Elektroserienfahrzeug beispielsweise nur etwa so teuer sein wie heute ein vergleichbarer Diesel.

Zwickau hat große Zukunft

VW startet eine Elektromobil-Offensive und will in den nächsten Jahren Tausende E-Autos
"Chassis ohne Hut" - das ist das künftige Elektroauto von VW. Bildrechte: MDR/Birgit Menzel

Speerspitze für den Umbau auf Elektromobilität ist im VW-Konzern der Standort Zwickau. Das Werk wird bereits für die künftige Serienproduktion vorbereitet, die im November 2019 starten soll. Erste Fahrzeuge sollen Anfang 2020 ausgeliefert werden. Insgesamt will der VW-Konzern 2020 weltweit 100.000 Elektroautos auf MEB-Basis auf den Markt bringen. 2025 sollen es dann bereits eine Million Fahrzeuge sein.

"Die Planer sind jedes Wochenende in der Zwickauer Fabrik. Die Prozesse werden umgestellt und ich denke, dass wir vielleicht schon jetzt zum Jahreswechsel den ersten Schweißpunkt für ein Vorserienfahrzeug setzen können", so Ulbrich. "Zwickau hat eine große Zukunft vor sich, denn es ist weltweit der erste Standort, der in einem solchen Maßstab auf Elektromobilität transformiert wird."  

Damit können auch die Beschäftigten bei Volkswagen Sachsen ohne Angst in die Zukunft blicken. Denn mit dem Umbau der kompletten Produktion vom Verbrenner zum Stromer wird die Kapazität des Werkes nochmals gesteigert. Sie liegt heute bei 1.350 Fahrzeugen pro Tag. Nach dem kompletten Hochfahren der E-Produktion sollen in Zwickau rund 1.500 Autos pro Tag hergestellt werden.

Lade-Infrastruktur verbessern

Trotz der anderen Konstruktion eines Elektromobils im Vergleich zum Verbrenner sind nach VW-Angaben inzwischen auch viele regionale Lieferanten schon auf die neue MEB-Fahrzeuggeneration umorientiert worden. Trotzdem kommen derzeit noch wichtige Batterie-Bauteile wie die Zellen vorwiegend aus Asien. Zugleich forderte Ulbrich die Politik auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Ladeinfrakstruktur in Deutschland weiter zu verbessern.

Quelle: MDR/bp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.09.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 20. September 2018, 15:02 Uhr

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2 Kommentare

20.09.2018 22:12 Paule 2

Skepsis erfaßt mich. Hoffentlich sitzt unser Derbyteilnehmer nicht auf einem Brauereigaul.

19.09.2018 23:03 Klaus Pfister 1

UInd wenn und zu welchen Preis ist das Ding dann in USA erhaeltlich?

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