03.07.2020 | 12:25 Uhr Immer mehr Corona-Ambulanzen in Sachsen schließen

Zufahrt Abstrichambulanz steht auf einem Hinweisschild
Seit Ende März konnten sich Patienten in Pirna-Copitz in der Abstrichpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung auf das Coronavirus testen lassen. Die temporäre Praxis in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums wurde nun geschlossen. Bildrechte: Daniel Förster

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) hat zehn der 13 von ihr betriebenen temporären Anlaufpraxen für Coronatests geschlossen. Als Grund nannte die KVS die anhaltend niedrigen Infektionszahlen. "Diese Anlaufpraxen wurden in den letzten Wochen kaum frequentiert. Manchmal lag die Zahl der entnommenen Abstriche pro Tag im niedrigen einstelligen Bereich", sagte ein KVS-Sprecher.

Sollten die Infektionszahlen weiterhin niedrig bleiben, werde auch über die Schließung der verbliebenen drei temporären Anlaufpraxen nachgedacht, hieß es. Im Verlauf der Corona-Pandemie seien in den 13 temporären Praxen insgesamt 7.600 Tests auf das Corona-Virus durchgeführt worden.

Diese Anlaufstellen der KVS wurden Ende Juni geschlossen:

  • In der Lausitz: Bautzen, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz
  • Leipzig: Agra-Messepark
  • Region Dresden: Radeberg, Pirna (BSZ)
  • Region Westsachsen: Plauen, Rochlitz, Zwickau


Das ist bei Verdachtsfällen jetzt zu tun

Einh Mann in Schutzkleidung nimmt von einem Patienten einen Abstrich
Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion können die Abstriche bei niedergelassenen Ärzten vorgenommen werden. "Schutzausrüstung für Ärzte und medizinisches Personal steht dafür mittlerweile ausreichend zur Verfügung", sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Klaus Heckemann. Und: "Nach wie vor sollten Patienten mit Krankheitssymptomen nicht ohne Termin und ohne vorherige telefonische Anfrage in Arztpraxen erscheinen." Wenn Ärzte oder das Gesundheitsamt einen Corona-Test als erforderlich einschätzten, sei der kostenfrei für gesetzlich versicherte Patienten - unabhängig vom Test-Ergebnis.

Bei Corona-Verdacht können sich Betroffene auch in Krankenhäusern und Ambulanzen der Landratsämter testen lassen. Unabhängig von den KV-Corona-Praxen gab es in Sachsen zuletzt insgesamt 30 Corona-Ambulanzen, die Krankenhäuser und Landratsämter organisieren.

Was ist, wenn nach Corona-Ausbrüchen Hotspots entstehen?

Eine Infektiologin in Schutzausrüstung steht mit vorgefertigten Fragebögen in der Eingangstür der Corona-Ambulanz an der Uniklinik Dresden.
Bildrechte: imago images/Max Stein

Die drei Maximalversorger-Krankenhäuser (Uni-Kliniken in Leipzig und Dresden und das Klinikum Chemnitz) würden bei Hotspots die Organisation und zentrale Versorgung übernehmen, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der sächsischen Krankenhausgesellschaft Friedrich München. "Dafür sind wir organisatorisch gerüstet", urteilte München im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Medizinische Bereitschaft aufrechterhalten

Er erwartet in den kommenden Sommerwochen eine Entspannung des Infektionsgeschehens. Aber: "Wir wissen ja alle nicht, was in den nächsten Monaten passieren wird. Eine medizinische Bereitschaft muss aufrechterhalten werden", verlangte der Verbandsvertreter, der die Interessen von 78 Krankenhäusern und Kliniken in Sachsen vertritt.

Auch die Abstrichambulanzen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen könnten nach deren Angaben "bei steigenden Infektionszahlen innerhalb kürzester Zeit wieder errichtet werden".

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 03.07.2020 | 19:00 Uhr mit Zahlen zum Infektionsgeschehen

Mehr aus Sachsen