Bestattungen in der Corona-Pandemie "Jeder bleibt allein" - Wenn Covid19-Patienten sterben

Brennendes Grablicht auf einem Friedhof
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Werden Bestatter zu einem Verstorbenen gerufen, der an Covid-19 erkrankt war, müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. "Jeder Bestatter ist froh, wenn er mit solchen Sterbefällen nichts zu tun hat", sagte Karin Schulze vom Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden der Deutschen Presse-Agentur.

Schutzanzüge, Mund-Nasen-Schutz, Brille, Handschuhe seien Pflicht. Der Verstorbene werde nicht entkleidet und nicht gewaschen, sondern nur mit einem in Desinfektionsmittel getränkten Tuch abgedeckt, eingewickelt und in einer speziellen Schutzhülle abtransportiert. "Jeder unnötige Kontakt muss vermieden werden", so Schulze. Sarg und Totenschein werden besonders gekennzeichnet. Für die Hinterbliebenen ist ein Abschied am offenen Sarg in solchen Fällen nicht möglich. "Das ist untersagt", sagt Schulze. "Das trifft vor allem jene Hinterbliebenen hart, die den Verstorbenen möglicherweise länger nicht sehen konnten."

Blumen vor einem Grabstein. 6 min
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Teilnehmerbegrenzung schwer nachvollziehbar

Die Zahl der Teilnehmer bei den Trauerfeiern ist laut der neuen Sächsischen Corona-Schutzverordnung auf zehn begrenzt. Wirtschaftlich blieben die Bestattungsunternehmen von der Corona-Pandemie weitgehend unberührt, sagte der Obermeister der Landesinnung der Bestatter Sachsen, Tobias Wenzel. Wenn jedoch in einem Kirchenraum bei einer Trauerfeier nur zehn Trauergäste zugelassen seien, im selben Raum aber bei Wahrung des Sicherheitsabstandes Gottesdienste mit deutlich mehr Teilnehmern stattfinden dürften, dann sei das den Betroffenen nur schwer zu erklären, sagte Wenzel.

Noch bei Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr hatte Winzer über fehlende Schutzausrüstung für die Bestatter geklagt. Das sei behoben, sagte er. Ob es bei dem erneuten Lockdown wieder zur Verschiebung von Trauerfeiern kommen werde, wie das Frühjahr oft der Fall war, lasse sich noch nicht sagen.

Die Trauernden müssen Sicherheitsabstände einhalten und dürfen sich nicht gegenseitig in den Arm nehmen. Menschlich ist das oft ganz schwierig. Jeder bleibt allein.

Karin Schulze Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden

Große Belastung für die Angehörigen

"Für die Trauernden ist das eine sehr schlimme Situation, die Angehörigen reagieren teilweise mit Verzweiflung, Resignation und unendlicher Traurigkeit", sagte ein Sprecher der Stadt Chemnitz, die einen Friedhofs- und Bestattungsbetrieb unterhält. Die Beisetzung als letzte Möglichkeit, sich von einem geliebten Menschen in würdiger Form zu verabschieden, werde bei ihnen leider immer mit der Corona-Pandemie verbunden bleiben.

"Die durch die Corona-Pandemie erforderlichen Einschränkungen waren und sind für die Betroffenen eine sehr große Belastung", hieß es beim Amt für Stadtgrün und Gewässer in Leipzig. Zu den üblichen familiären Trauerfeiern kämen erfahrungsgemäß etwa 50 Gäste. Das sei seit Ende Oktober nicht mehr möglich, nachdem im Sommer zeitweise bis 100 Gäste zugelassen waren.

Quelle: MDR/al/dpa

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