08.04.2020 | 17:54 Uhr Dippoldiswalder Firma erfindet bunten Rettungshaken in der Corona-Krise

Ein Mann mit Vollbart (rechts) namens Andreas Rösch steht neben siner Mitarbeiterin in seiner Werebfimra. Die beiden halten bunte Plastikgeräte in den Händen. DieseDingr sehen aus wie Plastiköffner, nennen sich Gribbb und sollen helfen, wenn man in Coronaansteckungszeiten keien Türen, Knöpfe oder Hebel selbst anfassen will.
Andreas Rösch (re.) und eine Mitarbeiterin seiner Werbefirma zeigen die Helfer zum Türöffnen in Coronavirus-Zeiten. Bildrechte: Tino Plunert

Eine Werbefirma in Dippoldiswalde hat mit einer Erfindung den Nerv vieler Kunden inmitten der Corona-Krise getroffen. Sie fertigt Haken aus Acrylplexiglas an, mit denen man Türen, Griffe, Knöpfe und Oberflächen berühren kann, ohne selbst mit der Hand direkt anfassen zu müssen. "Gribbb" lautet der ausgedachte Produktname dafür.

Diese Sache ist wirklich unser Rettungshaken.

Andreas Rösch Geschäftsführer
ein Plastikhaken berührt eine Türklinke und hilft, die Tür zu öffnen, ohne dass man selbst die Oberfläche anfassen muss. das Plastikteil heißt Gribbb und wurde spontan in Dippoldiswalde von Andreas Rösch erfunden.
Mit dem Haken kann man Griffe, Türen oder Knöpfe berühren, ohen sie selbst anfassen zu müssen. Bildrechte: Tino Plunert

Mitte März plagten den Inhaber Andreas Rösch Existenzängste, ob seine Werbefirma die Coronavirus-Krise überleben würde. Dann beobachtete er eine Mitarbeiterin, "wie sie umständlich Türen und Griffe berührte und sich dabei fast verrenkt hat", erzählt Rösch MDR SACHSEN. Aus Materialresten schnitt er ihr mit dem Laser-Schneider einen kleinen Griff zurecht, den sie zum Türöffnen nutzen konnte. Dann wollten seine anderen drei Mitarbeiter auch solche Haken haben.

Aus Spenden-Idee wurde Geschäft

"Anfangs wollte ich aus Materialresten 100 bis 200 Stück herstellen und für fünf Euro bei Facebook anbieten. Die Einnahmen sollten als Spende ans DRK in den Corona-Nothilfefond gehen. Wenn schon weniger Aufträge eingingen, dann wollten wir wenigstens etwas Nützliches machen", sagt Andreas Rösch. Nach dem 20. März hätten Facebooknutzer Interesse gezeigt, dann wollten Firmen 250 Stück auf einmal bestellen, Anfragen habe es auch aus Österreich gegeben. "2.222 Euro habe ich dem DRK gespendet. Aber jetzt stellen wir den Gribbb her, damit unsere Firma überlebt."

Wir hoffen, mit dem Helferlein durch die Krise zu kommen und keine staatlichen Hilfen beantragen zu müssen.

Andreas Rösch Erfinder und Hersteller

Statt auf Kurzarbeit hat der Inhaber seine Firma auf ein Drei-Schicht-System umgestellt. Die Nachtschicht übernimmt Rösch selbst. An einem Tag fertigen sie mittlerweile 1.000 Haken in 15 verschiedenen Farben. "Das Nadelöhr ist der Laserschneider. Wir brauchen eine zweite Maschine, um die Aufträge abzuwickeln." Rösch hofft darauf, dass er mit seinem "feinen Helferlein", wie er den Gribbb nennt, neue Geschäftsfelder erschließen kann, die seiner Firma auch nach der Krise überleben helfen.

Quelle: MDR/kk

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