Kirchenfest Kirchgemeinden feiern Erntedankfest in Sachsen

Mit Familiengottesdiensten, Musik und buntem Programm feiern die Kirchgemeinden am Sonntag in Sachsen das Erntedankfest. Zwar fällt es traditionell auf den ersten Sonntag im Oktober, aber in vielen Gemeinden wird auch früher oder später gefeiert. In diesem Jahr werden die Erntedankfeste zudem vielerorts mit der Konfirmation verbunden, die im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

Zum Erntedankfest wird zum Beispiel in der Kirche der Altar mit einer Erntekrone geschmückt. Die wird aus Ähren gebunden und mit Blumen und Feldfrüchten geschmückt. Die Krone im Bild ist mit Sonnenblumen und Blättern dekoriert und hat ein großes Kreuz in der Mitte obenauf.
Zum Erntedankfest wird zum Beispiel in der Kirche der Altar mit einer Erntekrone geschmückt. Die wird aus Ähren gebunden und mit Blumen und Feldfrüchten geschmückt. Die Krone im Bild ist mit Sonnenblumen und Blättern dekoriert und hat ein großes Kreuz in der Mitte obenauf. Bildrechte: imago images / epd / Juergen Blume

Festgottesdienst in Dresdner Kreuzkirche

Am heutigen Erntedank-Sonntag werden in der Dresdner Kreuzkirche in einem Festgottesdienst die schönste Erntekrone und der schönste Erntekranz Sachsens prämiert. Die wurden in einem Wettbewerb des Staatsministeriums für Regionalentwicklung und des Sächsischen Landfrauenverbandes e.V. gekürt. Im Gottesdienst erklingen Motetten von Heinrich Schütz, aufgeführt durch Solisten und  das Barockensemble der Kreuzkirche Dresden auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Kreuzorganist Holger Gehring.

Thomas Schmidt (CDU), Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung
Thomas Schmidt (CDU), Sächsischer Staatsminister für Regionalentwicklung Bildrechte: SMUL/Atelier Klemm

Seit Dienstag sind in der Kreuzkirche verschiedene Erntekronen zu bewundern. "Viele Vereine im ländlichen Raum bewahren das Brauchtum und stellen nach der Ernte mit viel handwerklichem Können und Ideenreichtum Kronen und Kränze her - geprägt vom Dank für die eingebrachte Ernte", sagte Regionalminister Thomas Schmidt (CDU).

Kirchweihfest mit Landesbischof Bilz in Großrückerswalde

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz wird den Angaben nach anlässlich des 550. Kirchweihfestes in der Wehrkirche im erzgebirgischen Großrückerswalde predigen. Bilz betonte mit Blick auf Erntedank den Gedanken, dass "der Segen einer guten Ernte sich dann einstellt, wenn Gottes Wirken und verantwortliches Handeln von Menschen zusammenkommen". In der derzeitigen Situation heiße das, "dass wir auch in diesem Jahr das Geschenkte dankbar genießen, Wohlstand teilen und maßvoll mit der Schöpfung umgehen sollen", erklärte er.

Tobias Bilz, Landesbischof Sachsen
Tobias Bilz, Landesbischof Sachsen Bildrechte: Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens

Konfirmation in Dresdner Dreikönigskirche und anderen Kirchen

In der Dresdner Dreikönigskirche wird am 4. Oktober zusammen mit dem Erntedankfest die Konfirmation gefeiert. In der Chemnitzer Kreuzkirche gestaltet die Kurrende den Erntedankgottesdienst mit. Der Erntedankfestgottesdienst in der Frauenkirche in Grimma steht am 4. Oktober unter dem Thema "Schau auf die Welt" und wird musikalisch durch die Kantorei und die Kurrende der Frauenkirche mit Chormusik von John Rutter und Bob Chilcott ausgestaltet. Weitere Erntedankgottesdienste finden an diesem Sonntag in der der St.-Jakobikirche in Chemnitz, der Nikolaikirche in Leipzig und der St.-Johanniskirche in Zittau statt.

EKBO: An Umwelt denken und sie bewahren

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, hat zum Erntedankfest zur Bewahrung der Umwelt aufgerufen. Wenn Kirchengemeinden zum Erntedankfest am Sonntag ihre Altäre mit Erntegaben schmücken, dürfe der Schutz des Klimas und die Verantwortung, die alle für Gottes Schöpfung haben, nicht vergessen werden, erklärte Stäblein am Mittwoch in Berlin. Dabei dankte er besonders Landwirten und Landwirtinnen.

Kürbisse und Mais in einem Korb.
Kürbisse und Mais in einem Erntedank-Korb Bildrechte: Colourbox.de

Erntedankfest Kirchengemeinden in ganz Deutschland feiern am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest. In Gottesdiensten bedanken sich die Gläubigen für die Ernte eines Jahres und erinnern damit an die Verbindung von Mensch und Schöpfung.

Die Altäre werden in den Kirchen mit Feldfrüchten geschmückt. Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion bewusstmachen.

Der Termin für Erntedank ist seit 1985 der erste Sonntag im Oktober, in diesem Jahr der 4. Oktober. Das Fest soll deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Denn der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Heute spielen die Themen Tier- und Umweltschutz, Gentechnik und Verschwendung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle.

Mit der Bitte des Vaterunsers «unser tägliches Brot gib uns heute "wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Daher organisieren Kirchengemeinden zum Erntedank-Sonntag oft Solidaritätsaktionen für notleidende Menschen und sammeln Spenden.

Bereits am 27. September wurde in Kirchgemeinden in Sachsen Erntedankfest gefeiert, so beispielsweise in der Dresdner Martin-Luther-Kirche, der Hoffnungskirche in Dresden-Löbtau, in der Chemnitzer Trinitatiskirche, in der Nikolaikirche in Löbau, in der St. Nicolai-Kirche in Aue und im Dom St. Marien in Zwickau.

Quelle: MDR/sw/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.07.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten

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