10.06.2020 | 12:23 Uhr Lehrerverband will mehr Geld für Digitalisierung der Schulen in Sachsen

Schüler einer 5. Klasse lernen mit iPads im Englischunterricht
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Der Berufsverband der Gymnasiallehrer in Sachsen hat vor dem Hintergrund aufgelegter Corona-Hilfsprogramme für die Wirtschaft auch Investitionen in die Bildung verlangt. "Es muss zusätzliches Geld in die Hand genommen werden, denn wir brauchen an Sachsens Schulen sowohl eine moderne digitale Infrastruktur als auch ausreichend personelle Ressourcen", sagte der Landesvorsitzende des Verbands, Thomas Langer.

Der Gymnasiallehrerverband zählte diese Punkte auf, die sich auch auf die Umsetzung des Digitalpakts an Schulen beziehen:

  • Lehrer entlasten durch Einstellung dringend benötigter Schulverwaltungsassistenten;
  • Zügige Umsetzung des Digitalpakts: Dabei soll dringend die Rechtssicherheit bei der Nutzung von digitalen Medien geklärt werden. Statt aus der Not heraus zahlreiche Tools und Plattformen zu nutzen, die geltenden Regeln des Datenschutzes nicht genügten, müsse die sächsische Lernplattform LernSax praktikabler und nutzerfreundlicher werden.;
  • Klassensätze von Leih-Computern für alle Schüler;
  • Dienstgeräte sowie dienstliche E-Mail-Adressen für die Lehrkräfte;
  • Systembetreuer für Schulcomputer, Server;
  • schuleigene Lernplattformen und Homepages.

Schüler einer 7. Klasse lernen mit iPads im Matheunterricht
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Bund gibt 25 Millionen für Leih-Laptops und Software

Sachsen hatte unlängst 25 Millionen Euro Bundesmittel als Ergänzung zum "DigitalPakt Schule 2019 bis 2024" vom Bund bekommen. Dafür sollen bis zum Beginn des neuen Schuljahres neue Laptops und Tablets für Schüler gekauft werden. Rein rechnerisch könnten das bis zu 40.000 Geräte sein. Die Schulen sollen selbst entscheiden, welcher Schüler ein Leihgerät bekommt. Von den Bundesgeldern soll auch Software fürs digitale Lernen einschließlich notwendiger Lehrer-Schulungen bezahlt werden.

Nachhilfe für die Schul-Digitalisierung bis 2024

2019 hatten die 16 Bundesländer und die Bundesregierung beschlossen, 5,5 Milliarden Euro auszugeben, um die Digitalisierung an Schulen voranzubringen. Bis 2024 soll das Geld ausgegeben werden. Seither gibt es immer wieder Kritik, dass die Förderung zu wenig an den Schulen spürbar sei. In der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass die Kommunikationstechnik an vielen Schulen dringend Nachhilfe benötigt. Auch bei der Lernplattform LernSax gab es zwischenzeitlich Auslastungs- und Serverprobleme.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.03.2020 | 19:00 Uhr

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