21.07.2020 | 15:15 Uhr Baden trotz Corona-Pandemie - Häufige Fragen und Antworten

Blauer Himmel, hohe Temperaturen - und das in den Ferien! Der Sommer ist in Sachsen angekommen und viele Menschen zieht es ins Freibad. Doch was gibt es zu beachten? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ein Mädchen und ein Junge mit Taucherbrille am Rand eines Schwimmbeckens
Badespaß im Freien. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie darf geplanscht werden - allerdings unter Auflagen. Bildrechte: Colourbox.de

Unter welchen Bedingungen dürfen Freibäder öffnen?

In der Allgemeinverfügung des Freistaats ist festgelegt, dass Freibäder öffnen dürfen, wenn sie ein individuelles Hygienekonzept vorweisen können. Das müssen die Betreiber der zuständigen Behörde, also dem Gesundheitsamt vor Ort, vorlegen und von dieser genehmigen lassen.

Wie sieht so ein Hygienekonzept aus?

Das kann sehr unterschiedlich sein, weil die Freibäder in Sachsen sehr verschieden sind. Das Konzept muss genau auf das jeweilige Bad ausgelegt sein – so sieht es die Allgemeinverfügung des Freistaats vom 12. Mai vor. Grundsätzlich müssen Betreiber dafür sorgen, dass Badegäste den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten können. Es dürfen also weniger Gäste ins Freibad eingelassen werden. In vielen Bädern gibt es auch Einbahnstraßenregelungen, Umkleidekabinen sind gesperrt und Sitzgelegenheiten dürfen nicht benutzt werden.

Die Verordnung vom 18. Juli sieht vor, dass der Mindestabstand auch verringert werden kann, wenn es zusätzlich eine verpflichtende Kontaktverfolgung gibt. Das heißt, wenn Bäder-Betreiber die Kontaktdaten ihrer Gäste abfragen.

Muss der Mindestabstand auch im Wasser eingehalten werden?

Grundsätzlich ist der Mindestabstand überall einzuhalten – auch im Wasser. Die Verordnung des Freistaats vom 18. Juli sieht aber vor, dass der Mindestabstand auch verringert werden kann, wenn es zusätzlich eine verpflichtende Kontaktverfolgung gibt.

Besucher schwimmen im Freibad
Viel Abstand, wenig Badegäste - so werden die Abstandsregeln auch im Wasser optimal eingehalten. Doch häufig sind die Bäder deutlich voller. Bildrechte: dpa

Muss ich eine Maske tragen?

Im Wasser und auf der Wiese müssen in der Regel keine Masken getragen werden. Die Hygienekonzepte vieler Bäder sehen aber vor, dass im Umkleide-, Kassen- und Kioskbereich Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden müssen.

Was muss ich als Badegast außerdem beachten?

Badegäste sollten sich vor Ort genau informieren, wie das Freibad das Hygienekonzept gestaltet hat. Die Regeln müssen für alle gut sichtbar angebracht sein. Außerdem sollte jeder Badegast auf die allgemeinen Abstandsregeln achten und vorsichtshalber eine Mund-Nasen-Bedeckung einpacken. Wer sich nicht an das Hygienekonzept des Bades hält, riskiert den Rauswurf und auch ein Bußgeld, falls er von der kontrollierenden Behörde erwischt wird.

Drohen Strafen, wenn ich mich nicht an die Regeln halte?

Ja, es drohen Bußgelder, wenn das Hygienekonzept des Bades nicht eingehalten wird bzw. wenn jemand gegen das Infektionsschutzgesetz des Freistaats verstößt. Der Freistaat hat einen entsprechenden Bußgeldkatalog veröffentlicht. Demnach drohen dem Betreiber bis zu 500 Euro Strafe, wenn er das Hygienekonzept nicht einhält. Besucher, die den Mindestabstand nicht einhalten oder die Mund-Nase-Bedeckung nicht tragen, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 150 Euro rechnen, wenn sie erwischt werden.

Was gilt für Badestellen an Seen und Flüssen?

In Sachsen ist das Baden an erlaubten Badestellen unter Einhaltung der Abstandsregelungen gestattet.

Kann man sich beim Baden mit dem Corona-Virus infizieren?

Das Risiko einer Ansteckung beim Baden ist äußerst gering. Zu diesem Schluss kommt das Umweltbundesamt. Denn der Hauptübertragungsweg erfolge über virushaltige Tröpfchen direkt von Mensch zu Mensch (zum Beispiel durch Niesen oder Husten). Laut WHO gibt es auch keine Hinweise, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen wird.

Beispiel 1: Das Wasser in Freibädern ist in der Regel chlorhaltig und macht Viren und Bakterien unschädlich. Selbst wenn eine infizierte Person baden geht, ist eine Ansteckung über das Wasser somit unwahrscheinlich.

Beispiel 2: Der Cospudener See bei Leipzig fasst rund 109 Millionen Kubikmeter Wasser. Viren, die eine infizierte Person mit ins Wasser bringt, werden hier sehr stark verdünnt. Abwässer, die möglicherweise weitere Viren enthalten, werden außerdem nicht direkt in Badegewässer eingeleitet. Verschiedene Wissenschaftler aus den USA und den Niederlanden hatten Spuren von SARS-CoV-2 im Stuhl Infizierter gefunden, allerdings nur mittels molekularbiologischer Verfahren. Infektiös sei das Virus nicht mehr gewesen. Eine Ansteckung in Seen oder Flüssen ist somit äußerst unwahrscheinlich.

Wer sollte nicht baden gehen?

Menschen, die wissen, dass Sie eine Infektion haben, sollten nicht baden gehen. Das gilt allerdings immer, ob in Zeiten von Corona oder nicht.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.07.2020 | 10:00 - 12:00 Uhr

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