Reisewarnung Ganz Tschechien ist Corona-Risikogebiet - Keine verstärkten Grenzkontrollen

Grenze Tschechien
Seit Freitag gilt die gesamte Tschechische Republik als Corona-Risikogebiet - auch die Grenzregion zu Sachsen. Bildrechte: Bernd März

Die Bundesregierung hat am Freitagabend die gesamte Tschechische Republik zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte eine entsprechend aktualisierte Liste. Damit entfällt die Ausnahme für zwei Regionen, darunter den Kreis Usti nach Labem an der Grenze zu Sachsen. Auch ganz Luxemburg und das Bundesland Tirol wurden in die Liste der Risikogebiete aufgenommen.

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wird noch am Abend erwartet. Reisende aus Risikogebieten müssen sich binnen 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und bis zum Testergebnis in Quarantäne bleiben. Die Einstufung als Risikogebiet und die anschließende Reisewarnung erfolgen, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt.

In Tschechien reagierte man nüchtern auf die Ausweisung als Risikogebiet. "Leider hat es nicht lange gedauert. Deutschland hat soeben entschieden, die beiden verbliebenen Regionen auf die Liste der Risikogebiete zu setzen", schrieb der tschechische Außenminister Tomas Petricek auf Twitter. Tschechiens Gesundheitsminister Roman Prymula kündigte für nächste Woche Einschränkungen der Freizeitaktivitäten an, um die Infektionszahlen zu drücken.

Aus dem Lagezentrum der Bundespolizei in Pirna hieß es auf Anfrage von MDR SACHSEN am Sonnabendmorgen, es seien "keine verstärkten Maßnahmen an der Grenze" zum Nachbarland geplant. Kontrollen fänden im üblichen Rahmen statt. Die Bundespolizei appelliert an die Eigenverantwortung der Reisenden, sich testen zu lassen und bis zum Ergebnis in Quarantäne zu bleiben.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2020 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

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