30.05.2020 | 11:02 Uhr Pfingst-Feiern in Sachsens Kirchen nur im kleinen Rahmen

Für Christen steht Pfingsten in einer Reihe mit Ostern und Weihnachten. Alljährlich werden der Geburtstag der Kirche und die Verbreitung der christlichen Botschaft gefeiert, in diesem Jahr ein paar Nummern kleiner.

Gottesdienst in der Thomaskirche Leipzig
Normalerweise sind die Sitzreihen in Sachsens Kirchen an Pfingsten gut gefüllt. Wegen der Corona-Pandemie werden dieses Jahr jedoch einige Plätze frei bleiben müssen. (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie können Christen in Sachsen Pfingsten nicht wie sonst üblich feiern. Wie Matthias Oelke von der evangelischen Landeskirche mitteilte, wird man keine vollen Kirchen erleben. Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen schränkten den Zutritt zu Gottesdiensten und Großveranstaltungen weiterhin ein. Die an Pfingsten üblichen großen Konzerte mit Chören und Orchester können nicht stattfinden, so Oelke. Ebenso Konfirmationsgottesdienste, die traditionell an den Sonntagen bis Pfingsten gefeiert werden, wurden wegen der Corona-Pandemie auf den Herbst oder in das nächste Jahr verschoben.

In Dresden und Leipzig feiern mit Sicherheitsvorkehrungen

In den Kirchen in Dresden und Leipzig gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen für die Gottesdienste. Auch die Chöre, die Dresdner Kruzianer und die Leipziger Thomaner, werden Motetten, Vespern und Gottesdienste daher nur in reduzierter Besetzung begleiten können. Laut Oelke rechnet man damit, dass die meisten Sitzplätze jedoch ausgeschöpft werden.

Wo der Platz nicht ausreicht, gibt es auch mal zwei Plätze hintereinander. Die Gottesdienste sollen ja sowieso kurz sein und maximal 45 Minuten dauern.

Matthias Oelke Pressesprecher der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

Raus in die Natur, unter anderem in Eibenstock

Die traditionellen Freiluftgottesdienste mit mehreren hundert Teilnehmern werden laut Oelke auf umliegende Kirchen verteilt. Einzelne Gemeinden treffen sich in der Natur oder Pfarrgärten, wie die Thomaskirchgemeinde im Thomaskirchhof Leipzig oder die Gemeinde Eibenstock-Carlsfeld am Skihang Wildenthal. Pfingstgrüße auf Karten oder Papier an Haustüren und Gartenzäunen sollen im Leipziger Süden helfen, im Sinne des Miteinanders Schranken, Abstände und Grenzen zu beseitigen.

In den Gotteshäusern des Bistums Dresden-Meißen gibt es ebenfalls wieder öffentliche Gottesdienste, wenn auch mit Sicherheitsvorkehrungen. So muss man sich vorher anmelden und bekommt dann einen Sitzplatz mit entsprechendem Mindestabstand zu den anderen Gottesdienstteilnehmern zugewiesen. Laut Michael Baudisch, Pressesprecher des Bistums, soll auch auf Gesänge möglichst verzichtet werden. Wenn, dann "nur sehr reduziert, mit gedämpfter Stimme und den kürzesten Liedern", so Baudisch. Auch das Bistum Görlitz empfiehlt, den Gesang auf ein Minimum zu reduzieren.

Landesbischof Bilz: Mit neuer Ausrichtung aktiv werden

Tobias Bilz, Landesbischof Sachsen
Landesbischof Tobias Bilz Bildrechte: Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz ermutigt zum bevorstehenden Pfingstfest, trotz Corona-Krise mutig voranzugehen. In einem Beitrag für die kirchliche Wochenzeitung "Der Sonntag" ruft er dazu auf, sich zwischen Leistungsdenken und Niedergeschlagenheit neu zu besinnen. Die Zeit der Pandemie eröffne bei allem Schweren auch die Möglichkeit, jetzt mit neuer Ausrichtung wieder aktiv zu werden, schreibt Bilz.

Bilz predigt am Sonntag im erzgebirgischen Zwönitz in einem Online-Gottesdienst und am Montag im Meißner Dom.

Livestream-Angebote nach wie vor im Einsatz

Damit alle Menschen an Gottesdiensten teilnehmen können, auch wenn sie keinen der begrenzten Plätze in den Gotteshäusern ergattern konnten, setzen viele Bistümer nach wie vor auf Liveübertragungen ihrer Festlichkeiten im Internet. So wird es unter anderem Livestream-Angebote vom Bistum Dresden-Meißen, dem Bistum Görlitz und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche geben.

Was wird an Pfingsten gefeiert? Pfingsten ist nach Ostern und Weihnachten das dritte große Fest im Kirchenjahr. In Erinnerung an die in der Bibel geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Menschen wird Pfingsten auch als "Geburtstag der Kirche" verstanden.

Quelle: MDR/kh/epd/dpa

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