17.03.2020 | 19:24 Uhr | Update Sächsischer Hilfsfonds soll Klein- und Kleinstunternehmen helfen

Einzel- und Großhandel, der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie, aber auch die zahlreichen Klein- und Kleinstunternehmen in Sachsen beschreiben derzeit dramatische Zustände wegen der Einschnitte infolge der Ausbreitung des Coronavirus. Der Freistaat Sachsen will diese nun mit Darlehen aus einem Hilfsfonds unterstützen.

Auf einem Vertragspapier liegt ein Stempel, mit dem gerade die Worte "KREDIT BEWILLIGT" gestempelt wurden.
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Sachsen will für Klein- und Kleinstunternehmen einen Hilfsfonds einrichten. Das sagte der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig auf einer Pressekonferenz am Abend in Dresden.

Dabei soll es sich Dulig zufolge um ein sogenanntes öffentliches Darlehen handeln, das über die Sächsische Aufbaubank vergeben wird. Das Darlehen soll zinsfrei und und für die ersten drei Jahre tilgungsfrei vergeben werden. Pro Antragsteller seien bei einer Laufzeit von acht Jahren bis zu 50.000 Euro möglich. In Ausnahmefällen könnten auch bis zu 100.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Bedingungen und Antragsverfahren werden derzeit noch erarbeitet. Mit der Umsetzung soll Dulig zufolge in der kommenden Woche begonnen werden.

Wir müssen auch schauen, wie wir gerade den Freiberuflern, den Selbstständigen, den kleinen Unternehmen jetzt helfen, die allgemeinen Lasten, die sie gerade aktuell tragen, zu schultern.

Martin Dulig Wirtschaftsminister Sachsen

Wer soll Geld aus dem sächsischen Hilfsfonds bekommen?

  • kleine Unternehmen und Freiberufler mit bis zu 5 Beschäftigten mit Sitz oder Betriebsstätte im Freistaat Sachsen
  • Voraussetzung: Umsatzrückgänge und unverschuldete wirtschaftliche Notlage aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus
  • sollten Bund oder EU während der Laufzeit des Programms ein Förderprogramm mit ähnlicher Zielrichtung auflegen, muss dieses Programm vorrangig in Anspruch genommen werden

Größe des Fonds noch unklar

Wieviel Geld über den geplanten Hilfsfonds vergeben werden soll, ist Dulig zufolge noch unklar. Er gehe eher von einem dreistelligen Millionenbetrag aus, aber derzeit könne niemand sagen, wie viele Fälle es in welcher Höhe geben wird.

Sachsen will sich auch beim Bund für eine Entlastung der Unternehmen stark machen. Dabei gehe es Dulig zufolge beispielsweise um die Vorfälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen.

Bürgschaftsbank will innerhalb eines Tages für Bürgschaft sorgen

Die Sächsische Bürgschaftsbank arbeitet derzeit daran, sehr schnell - innerhalb eines Tages - eine Entscheidung treffen zu können, um für einen Kreditwunsch eines Unternehmens die notwendige Banksicherung zu stellen. Wie der Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Markus Michalow sagte, wolle man Bürgschaften für bis zu 90 Prozent eines Darlehens vergeben. Für 10.000 bis 12.000 Unternehmen könne man so zeitnah Kreditbürgschaften bedienen.

Hansen: Viele werden in die Arbeitslosigkeit gehen müssen

Trotz aller Hilfsmaßnahmen, die der Freistaat ergreifen will, werde es viele Menschen geben, die in eine Arbeitslosigkeit gehen müssen, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Sachsen. Die Arbeitsagentur werde die Betroffenen dabei unterstützen, ihren Lebensunterhalt zu sichern, so Hansen. Alle Anträge für Leistungen des Arbeitsamtes seien mittlerweile online verfügbar - für Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II, aber auch für Kurzarbeitergeld. Eine schnelle Entscheidung werde so möglich sein.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.03.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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