Kirche Corona-Pandemie beeinträchtigt Gottesdienste in Sachsen

Am Wochenende begehen die Christen in Sachsen zwei wichtige Feiertage: Am Sonnabend feiert die evangelische Kirche den Reformationstag, am Sonntag folgt für die Katholiken Allerheiligen. Was Gläubige jetzt wissen sollten.

Leere Kirchenbänke in der Kirche des Marienwallfahrtsortes der katholischen Sorben und des Bistums Meißen Rosenthal bei Ralbitz-Rosenthal 2015.
Mit leeren Kirchenbänken ist bei Gottesdiensten und Messen in den Kirchen am Wochenende nicht zu rechnen. Doch zwischen den Gläubigen wird wieder viel Platz sein. Bildrechte: dpa

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt auch am Wochenende die Festgottesdienste der Kirchen in Sachsen. Am Reformationstag und an Allerheiligen soll es teils verschärfte Einschränkungen geben. Das haben die evangelische Landeskirche und das Bistum Dresden-Meißen mitgeteilt.

Gottesdienste mit Mund-Nase-Bedeckung

Corona Sicherheitsabstand
Abstand halten gilt auch in der Kirche. Deshalb nehmen deutlich weniger Christen als in den vergangenen Jahren an den Gottesdiensten teil. Bildrechte: imago images/teamwork

Aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen empfiehlt die evangelische Landeskirche ihren Kirchgemeinden, bei den Gottesdiensten zum Reformationstag am Sonnabend durchgängig eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Entscheidung liege allerdings bei jeder Kirchgemeinde selbst.

Auch im Bistum Dresden-Meißen soll die Maske zu Allerheiligen am Sonntag getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Das sagte ein Sprecher des Bischöflichen Ordinariats in Dresden. Einzelne Pfarreien aus dem Bistum Görlitz bitten außerdem darum, auf Gesang während der Messen zu verzichten.

Begrenzte Teilnehmerzahl

In den evangelischen Gemeinden wird nach Angaben des Landeskirchenamts die Teilnehmerzahl entsprechend der Kirchengröße begrenzt – wie schon seit Monaten.

In seinem Konzept zum Infektionsschutz hat auch das Bistum Dresden-Meißen darauf hingewiesen, die Teilnehmerzahl je nach Größe der Kirche zu begrenzen. So wird es auch im Bistum Görlitz gehandhabt. In einigen Gemeinden werden deshalb zusätzliche Messen angeboten.

Mehrere Geistliche mit Virus infiziert

Inzwischen ist bekannt geworden, dass mehrere Geistliche in Sachsen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Unter ihnen ist auch der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt. Nach Informationen des Bistums Görlitz kann Ipolt seinen Dienst ab Freitag wieder aufnehmen. Dann sei die Quarantäne vorüber. Auch Ipolts Generalvikar Alfred Hoffmann sei von einer Corona-Infektion betroffen. Bei ihm dauere die Quarantäne bis einschließlich Freitag. Wo sich die beiden Geistlichen angesteckt haben, sei unklar.

Ausfälle von Gottesdiensten und Gräbersegnungen

Auch Priester mehrerer sorbischer Gemeinden in Sachsen haben sich mit Corona infiziert. Das teilte das Bistum Dresden-Meißen mit. Deshalb sei das Angebot von Gottesdiensten derzeit im Siedlungsgebiet der sorbischen Minderheit eingeschränkt. Messfeiern mussten in den vergangenen Wochen zum Teil ausfallen, hieß es. Die traditionelle Segnung der Gräber zu Allerheiligen am 1. November wurde unter anderem in Radibor, Sdier und Crostwitz verschoben.

Ob weitere kirchliche Veranstaltungen ausfallen oder verlegt werden, ist dem Bistum zufolge aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens unklar. Derzeit seien aber keine weiteren Ausfälle bekannt. Gläubige sollten sich vor Ort über die jeweiligen Regelungen informieren. Im Bistum Görlitz müssen nach Angaben der Pfarreien teilweise Gräbersegnungen verschoben werden.

Hier finden Gottesdienste und Messen statt

Trotz der aktuellen Pandemie-Lage finden im gesamten Freistaat am Wochenende zahlreiche Veranstaltungen statt, um den Reformationstag und Allerheiligen zu feiern.

Veranstaltungen der evangelischen Kirche

Landesbischof Tobias Bilz predigt beim Festgottesdienst am Sonnabend im Dom zu Meißen. In der Stadtkirche St. Marien in Roßwein in Mittelsachsen findet ein Hörfunkgottesdienst statt, der von MDR KULTUR übertragen wird. Weitere Gottesdienste zum Reformationsfest finden unter anderem in der Auerbacher St. Laurentiuskirche, im Dom St. Petri in Bautzen, der Chemnitzer St. Jakobikirche und in der Kamenzer Hauptkirche St. Marien statt. In der Leipziger Peterskirche ist die frühere Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, zu Gast. Im mittelsächsischen Sayda können Kinder im Pfarrhaus auf Zeitreise ins 16. Jahrhundert gehen. Einen Bergmännischen Gottesdienst gibt es im erzgebirgischen Schneeberg. In der Frauenkirche Dresden werden Erwachsene getauft. Zudem holen mehrere Kirchgemeinden Konfirmationen nach, die wegen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Frühjahr verschoben werden mussten.

Veranstaltungen der katholischen Kirche

Die katholische Kirche startet ab Sonntag wieder ihre Livestream-Gottesdienste aus Leipzig. Damit soll laut Propst Gregor Giele ein regionales kirchliches Angebot für Menschen zur Verfügung gestellt werden, die keine Möglichkeit zur Teilnahme an einer Gottesdienstfeier in ihrer Gemeinde haben. Doch es ist auch weiterhin möglich, direkt an der Messe und der Eucharistiefeier teilzunehmen, wie in der Gemeinde Hoyerswerda "Heilige Familie". Heiligen Messen finden unter anderem auch in Bad Muskau, Mittweida, Limbach-Oberfrohna, Kirchberg, Waldenburg und Glauchau statt.

Quelle: MDR/kp/KNA/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.01.2020 | ab 07:00 Uhr

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