Verlängerter Lockdown Schulen in Sachsen bis Ende Januar geschlossen

An eine Schultafel in einem Klassenzimmer wurde mit Kreide das Wort Lockdown geschrieben und ein Virussymbol gemalt. An der Tafel hängt eine Mund-Nasenmaske. Im Vordergrund sind die Stühle auf die Tische gestellt.
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Sachsen will sich nicht auf den Zeitpunkt für eine Öffnung von Schulen und Kitas in der Corona-Krise festlegen. "Wir müssen mit Eltern und Lehrern, aber auch mit Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern darüber sprechen, dass für einen gewissen Zeitraum die Einrichtungen geschlossen bleiben, um einfach das Bewegungsgeschehen weiterhin zu reduzieren", erklärte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag im Gespräch mit MDR SACHSEN. Konkrete Informationen gibt es bereits für die Schulen:

Wir werden in Sachsen die Schulen nicht gleich öffnen, sondern erst einmal bis Ende Januar geschlossen halten. Das ist eine private Lernzeit, häusliche Lernzeit, die da angeordnet wird. Sicherlich nicht mit dem Effekt, als wenn die Schüler in die Schule kommen, aber besser als nichts.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Für Schülerinnen und Schüler, die in diesem Halbjahr Prüfungen ablegen für die Mittlere Reife oder das Abitur, wird es Ausnahmen geben.

Wir werden ab dem 18. Januar die Abiturjahrgänge und die anderen Abschlussklassen wieder in die Schulen rufen, damit sie die Chance haben, einen guten Abschluss zu bekommen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Der sächsische Regierungschef sagte weiter, die Erfahrung aus dem "Lockdown light" habe gezeigt, dass dieser nicht ausreiche. "Geöffnete Geschäfte, geöffnete Schulen bedeuten so viel Bewegung, so viele Möglichkeiten, sich gegenseitig anzustecken, ohne das zu merken." Man müsse jetzt konsequenter sein, um möglicherweise später Lockerungen zu haben, die nicht mehr zurückgenommen werden müssten.

GEW und Landeselternrat begrüßen Langfrist-Strategie

Zustimmung erhält die sächsische Landesregierung von der Lehrergewerkschaft GEW und dem Landeselternrat. GEW-Landeschefin Uschi Kruse sagte MDR SACHSEN, sie finde es gut, "dass man nicht versucht, mit Brachialgewalt zum Regelbetrieb überzugehen." Der auch von der Kultusministerkonferenz erstellte mehrstufige Plan sei der richtige Weg. "Ich finde allerdings, was man sich da vorgenommen hat, ab dem 18. Januar zum Teil Schülerinnen und Schüler wieder reinzurufen, das finde ich ein bisschen frühzeitig, darüber muss man sicherlich noch diskutieren."

Die Vorsitzende des Landeselternrates, Nadine Eichhorn, erklärte, mit dem langfristigen Plan könnten sich Eltern auf die Situation besser einstellen. "Was noch aussteht, ist das Thema wie umgehen mit den Lehrplänen und den Prüfungen. Dazu soll es in den nächsten Tagen noch weitere Gespräche geben."

Während die Grünen im Sächsischen Landtag einen Runden Tisch zum Thema Schulen und Kitas vorgeschlagen haben, fordert die AfD eine sofortige Öffnung von Kitas und Grundschulen.

Am Dienstag weitere Beratungen mit Merkel und Länderchefs

Ministerpräsident Kretschmer hatte sich bereits am Sonntag dafür ausgesprochen, die Einschränkungen über den 10. Januar hinaus zu verlängern. Durch den Lockdown im Dezember habe man zwar den rapiden Anstieg der Neuinfektionen abbremsen können. Man dürfe sich aber nicht in einer falschen Sicherheit wiegen: "Ich plädiere statt einem Hü und Hott zwischen Lockerungen und Beschränkungen dafür, konsequent zu sein und Nervenstärke zu haben", sagte er. "Eine Verlängerung des Lockdowns in Sachsen bis mindestens Ende Januar ist daher unvermeidbar."

Am Dienstag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über die seit Mitte Dezember geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens entscheiden.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.01.2021 | 19:00 Uhr

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