03.05.2020 | 17:16 Uhr Läden und Einkaufspassagen in Sachsen öffnen unter Auflagen

Wenn am Montag die neue Verordnung des Freistaats in Kraft tritt, dürfen in Sachsen die meisten Läden wieder öffnen – auch in den großen Einkaufspassagen. Allerdings gibt es eine Bedingung: Läden und Einkaufszentren müssen dafür sorgen, dass es nicht zu voll und eng wird. Für viele standen deshalb die vergangenen Tage im Zeichen von bunten Klebebändern und Desinfektionsmittel.

 Ein Schild - Bitte Abstand halten - klebt vor dem Eingang eines Ladengeschäftes auf dem Boden.
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Wochenlang waren Geschäfte wie Schuhläden, Boutiquen und Einrichtungsläden geschlossen, ab Montag dürfen sie wieder ihre Türen öffnen. Und auch in die großen Einkaufszentren kehrt zu Beginn der neuen Woche Leben ein. Doch all das ist an strenge Hygienekonzepte gekoppelt. Das letzte Wort haben die Gesundheitsämter.

Gordon Knabe, Centermanager im Elbepark, hat bereits angekündigt, dass sein Einkaufscenter öffnen wird. Er hat das Hygienekonzept eingereicht und grünes Licht bekommen: "Das Wesentlichste, was uns die Staatsregierung mit auf den Weg gegeben hat, ist die Sicherstellung des Abstands von mindestens 1,5 Meter. Das haben wir im Vorfeld mit einem Einbahnstraßensystem und einer vielfältigen Bodenmarkierungsarbeit hinbekommen." Außerdem muss die Centerleitung darauf achten, dass es genügend Sicherheitsabstand vor den Geschäften gibt und ausreichend Desinfektionsmittel für die Kunden vorhanden ist.

Geschäfte müssen Hygiene- und Abstandsregeln umsetzen

Doch die Geschäfte im Elbepark sind auch selbst in der Pflicht: Wer eine Verkaufsfläche von über 800 Quadratmeter hat, muss sie verkleinern - mit Absperrband oder kleineren Umbauten. Und für alle Geschäfte gilt, dass pro Kunde 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen. Bei einer Verkaufsfläche von 200 Quadratmetern dürfen also nur zehn Kunden ins Geschäft und müssen dabei auch auf den Mindestabstand von 1,5 Meter zueinander achten.

Welche Geschäfte öffnen?

Frau mit Mundschutz
Shoppen mit Mundschutz - auch die Kunden sind in der Pflicht. Bildrechte: imago images / localpic

Ob allerdings alle Geschäfte in den Einkaufspassagen Sachsens am Montag tatsächlich öffnen können, ist völlig unklar. Auf den Internetseiten vieler großer Passagen waren am Sonntag keine Informationen zu finden. Bei einer Befragung einiger Centermanager kam heraus, dass sich viele Geschäftsinhaber anscheinend noch nicht geäußert haben, ob sie für die Öffnung bereit sind. Denn die Ankündigung, dass nun alle Läden öffnen dürften, sei reichlich spät gekommen. Für Konzepte, Personalplanung und kleinere Umbauten sei kaum Zeit gewesen. Centermanager Knabe vermutet deshalb: "Der eine oder andere wird es jetzt nicht zeitlich bis 10 Uhr schaffen. Und vielleicht gehen auch einzelne Geschäfte erst am Dienstag an den Start."

Kein großer Ansturm erwartet

Ohnehin geht der Elbepark-Manager davon aus, dass die Einkaufscenter vorerst keinen großen Kundenansturm erwarten sollten: "Wir sind selber gespannt. Wir haben sehr viele Anfragen bekommen, ob die Schuhläden wieder geöffnet haben. Ich glaube, dass der zielgerichtete Bedarf jetzt auch gedeckt wird. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Wochen 30 bis 50 Prozent der täglichen Frequenz nach und nach erreichen werden."

Auch Kunden in die Pflicht nehmen

Mittlerweile haben auch die Höfe am Brühl in Leipzig angekündigt, dass viele Geschäfte mit dem Start der neuen Woche wieder öffnen. Damit der Neustart gut klappt, plädiert die Centerleitung über Facebook auch an das Verhalten der Kunden.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHENSPIEGEL | 03.05.2020 | 19:30 Uhr

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