Steigende Infektionszahlen Tschechien verhängt erneuten Lockdown

leere Altstadt in Prag
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Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt die Regierung in Tschechien erneut einen weitgehenden Lockdown. Ab Donnerstag 6 Uhr bleiben deshalb die meisten Geschäfte geschlossen. Ausgenommen sind Lebensmittelläden, Supermärkte, Tankstellen Drogerien und Apotheken. Die Bürger sollen nur für den Weg zur Arbeit, für Einkäufe und den Besuch beim Arzt vor die Tür gehen. Spaziergänge in Parks und der freien Natur sind erlaubt.

Das Gesundheitssystem sei an den Grenzen seiner Kapazität, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch in Prag.

Gesundheitssystem vor dem Kollaps

"Wir müssen in erster Linie die Leben unserer Bürger retten", sagte Ministerpräsident Andrej Babis. Es gebe einen enormen Anstieg bei der Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten. Ohne die Maßnahmen würde das Gesundheitssystem in weniger als drei Wochen zusammenbrechen. Schon jetzt seien 80 Prozent der für Corona-Patienten reservierten Krankenhausbetten belegt.

Andrej Babis
Ministerpräsident Andrej Babis sagte, man müsse das Leben der Bürger retten. Bildrechte: dpa

Stark steigende Fallzahlen - Notstand vorerst bis 3. November

Tschechien kämpft seit Wochen mit einer neuen Corona-Welle. Am Mittwoch wurde ein neuer Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen vermeldet. Es kamen knapp 12.000 Fälle innerhalb von 24 Stunden hinzu. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf knapp 194.000. Mehr als 1.600 Menschen starben seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung. Am 5. Oktober wurde ein Notstand verhängt. Die neuen Restriktionen gelten zunächst bis zum Ende des Notstands am 3. November.

Kleiner Grenzverkehr bleibt bestehen

Bereits Anfang Oktober hatte die Regierung in Prag den Notstand ausgerufen und strengere Schutzmaßnahmen angeordnet. Seit Ende September gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für das Land. Was genau das für sächsische Berufspendler bedeutet, ist derzeit noch unklar. Zuletzt hatte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping Pendler von der Quarantänepflicht ausgenommen. Der so genannte kleine Grenzverkehr bleibe weiterhin bestehen.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.10.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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