06.04.2020 | 06:30 Uhr Innenministerium rechnet nicht mit üblichem Osterverkehr

Sachsens Polizei rechnet wegen der Einschränkungen in der Corona-Krise mit weniger Straßenverkehr zu Ostern. "Der sonst übliche Osterverkehr ist im Moment nicht zu erwarten, da der Besuch von Familienangehörigen nur zulässig ist, wenn sie den gleichen Haupt- oder Nebenwohnsitz haben", sagte Jan Meinel, Sprecher des Innenministeriums, der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.

Schiebebild Die zwei Gesichter der A4

Die aktuellen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie führen insbesondere auf der A4 zu ganz unterschiedlichen Szenen: Gähnende Leere am Sonntagnachmittag oder 25-Kilometer-Stau Richtung polnischer Grenze.

Leere A4 Rossauer Berg
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Leere A4 Rossauer Berg
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Stau A4 Richtung Görlitz - Lkw stehen in einer langen Reihe
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Kontrollen je nach Lagebewertung

Die meisten Menschen würden sich an die Regeln halten. Ein Schwerpunkt der Polizei zu Ostern werde die Durchsetzung der bestehenden Verbote sein, betonte Meinel: "Wo genau in Sachsen entsprechende Kontrollen stattfinden, orientiert sich an der jeweiligen Lagebewertung der zuständigen Polizeidienststellen."

Die Polizeidirektionen würden dabei von der Bereitschaftspolizei unterstützt. Bei Verstößen gegen das Kontaktverbot droht Betroffenen ein Bußgeld von 150 Euro. Sollte der Verstoß fahrlässig geschehen sein, können es die Beamten auch bei einem Verwarngeld belassen. Hier gelten als Orientierung 50 Euro. Verstöße gegen die Einhaltung der Quarantäne fallen unter das Infektionsschutzgesetz und können in der Regel mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von zwei Jahren geahndet werden.

Stau auf der Stadtbrücke Görlitz
Erster Osterstau an der Stadtbrücke Görlitz am vergangenen Sonnabend. Autofahrer mussten wegen der Kontrollen teils zehn Stunden an der Grenze ausharren.

Noch ist unklar, wie sich die kommenden Tage beim Reiseverkehr Richtung Polen entwickeln werden. Für die Menschen im Nachbarland ist Ostern das wichtigste religiöse Ereignis im Jahr. Viele Polen fahren deshalb aus Deutschland und Österreich in ihre Heimat. In den vergangenen Jahren hatte es vor allem am Gründonnerstag und Karfreitag kilometerlange Staus gegeben. Werden die strengen Pandemiemaßnahmen in ihrem Heimatland viele Polen von der Reise abhalten?
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Menschen sollen auf weiter entfernte Tagesausflüge verzichten

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen die Menschen in Deutschland über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu weiter entfernten touristischen Zielen verzichten. Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten dazu aufgefordert, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.04.2020 | 19:00 Uhr

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