Buchungsplattform DRK sieht keine Pannen bei Onlinevergabe der Impftermine

In Sachsen hat es auch am zweiten Tag in Folge Probleme bei der Vergabe von Impfterminen über das Buchungsportal gegeben. Wie ein Test von MDR SACHSEN ergab, war die Internetseite nur schwer zu erreichen, der Server schien aufgrund der hohen Nachfrage überlastet. Dem widerspricht aber das Deutsche Rote Kreuz. Das Onlineportal sei am ersten Tag der Freischaltung nicht kollabiert. Absichtlich sei die Geschwindigkeit des Servers gedrosselt worden, um das System zu schützen.

Symbolbild: Impfung gegen Corona-Viren.
Bildrechte: imago images/MiS

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht keine Pannen im Zusammenhang mit der Freischaltung des Corona-Impfportals in Sachsen. DRK-Chef Rüdiger Unger widersprach am Dienstag Darstellungen, das Portal sei bei seinem Start am Montag kollabiert. Man habe sich bewusst dafür entschieden, die Geschwindigkeit zu drosseln, damit das System nicht zusammenbricht. Man plane aber, das System zu optimieren. Zudem würden jeden Tag freie Termine in das System gestellt.

Sobald mehr Impfstoff da ist, können wir auch mehr impfen.

Auch Sachsens Sozialministerin Petra Köpping bat die Menschen im Freistaat um Geduld. "Geduld, nicht weil wir langsam sind, sondern weil wir noch zu wenig Impfstoff haben."

Seit dem Start des Portals haben sich laut Unger 14.000 Bürgerinnen und Bürger für eine Impfung registrieren lassen. Über 2.800 Termine für die Erst- und Zweitimpfung seien vergeben worden. Das Ziel, täglich 3.000 Menschen im Freistaat gegen Corona zu impfen, sei am ersten Tag fast erreicht worden, so Unger. 2.914 Personen hatten demnach in den Impfzentren sowie durch die mobilen Impfteams die erste Schutzimpfung erhalten.

Viele Nutzer hatten MDR SACHSEN am Montag und Dienstag von Problemen bei der Vereinbarung von Impfterminen gegen Corona berichtet. Nutzer wurden minutenlang gebeten, sich zu gedulden, sie würden automatisch weitergeleitet. Andere hatten berichtet, dass das Formular zwar aufgerufen, aber nicht ausgefüllt werden konnte oder dass alle Termine als "bereits vergeben" angezeigt wurden.

DRK: Nur so viele Termine wie Impfdosen

Unger räumte ein, dass man sich ein höheres Tempo wünsche. Leider könne man nur so viele Termine vergeben, wie Impfstoff vorhanden sei. Derzeit sind es um die 3.000 Impfdosen pro Tag. 1.500 Dosen gehen an die mobilen Impfteams, die andere Hälfte an die 13 Impfzentren.

Eine Termin-Hotline sollte spätestens Freitag freigeschaltet werden. Nun könnte es wegen technischer Probleme länger dauern, so Unger am Dienstagabend. Unter der Rufnummer 0800 0899098 sollen dann ebenfalls Termine für eine Schutzimpfung gebucht werden können. Allerdings lauert hier die nächste Stolperfalle. Hotline und Buchungsportal greifen auf die gleiche Termindatenbank zu. Noch hat das DRK technisch nicht geklärt, wie für die Hotline ein eigenes Terminkontingent gesichert werden kann.

Registrierung geschafft und dann?

Nach Angaben des DRK erhalten alle, die sich erfolgreich registrieren konnten, einen persönlichen Code. Mit diesem könne man sich jederzeit in das System einloggen, so Unger. Ob nun für die Suche nach freien Erstterminen oder um seine Termine zu stornieren oder zu verlegen. Hat man einen Impftermin gefunden, erhält der Impfwillige eine Terminbestätigung, ebenfalls mit einem persönlichen Code versehen.

Unger wies noch einmal darauf hin, dass die persönlichen hochsensiblen Daten der Bürger nach 14 Tagen gelöscht werden. Sollte man sich innerhalb dieser zwei Wochen um keine Terminvergabe gekümmert haben, muss man sich erneut registrieren lassen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 12.01.2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Schnickenfuss66 vor 6 Wochen

Seit 3 Tagen versuchen wir, für unsere Mutter/Schwiegermutter (fast 94 Jahre alt, nicht im Pflegeheim) einen Impftermin zu buchen. Die bittere Wahrheit: Es gibt keine Termine. Original-Zitat: " Aufgrund der aktuellen Auslastung der Impfzentren und der verfügbaren Impfmenge können wir Ihnen leider keinen Termin anbieten." Da hilft es auch nicht, dreist zu behaupten, es gibt kein Problem bei der Terminvergabe. Daher wird die Telefonhotline, welch ein Armutszeugnis, gleich gar nicht freigeschalten und man schiebt techn. Probleme vor (wo jeder noch so Unbedarfte binnen Tagen funktionierende Callcenter aus dem Boden stampft). Es braucht keine Hotline, wenn es keine Impfdosen gibt, dann wäre es nämlich nur eine Beschwerde-Center, und dafür müssen die Leute extra nochmal geschult werden. Todtraurig.

Pixelpusher28 vor 6 Wochen

Dem Nutzer ist es herzlich egal, weshalb er nicht auf das System zugreifen kann. Fakt ist: die Registrierung ist so gut wie nie möglich. Nur das zählt.
Man hatte Monate Zeit sich darauf vorzubereiten. Auch den Ansturm hätte man erwarten, und Maßnahmen treffen können. Hier fehlt offensichtlich ein Backend mit anständigem Loadbalancing, und garantiert die Flexibilität und Initiative in den Amtsstuben für unkonventionelle Lösungen.
Das ist alles an Unprofessionalität nicht zu überbieten. Die Generation Ü80, die zuerst geimpft werden soll, hat es auch nicht mit dem Internet. Telefon wäre etwas besser, wird aber auch nicht angeboten. Man hätte die Leute mit den Daten der Meldeämter anschreiben, und allen Termine geben können. Damit erreicht man jeden. Wenn die GEZ auf diese Daten zugreifen kann, dann geht das verd*mmt nochmal auch für die Koordinierung von Impfterminen.

KalterBrunnen vor 6 Wochen

Vor kurzer Zeit noch hörte man ständig wie super unser Gesundheitssystem wäre. Nun aber impfen sehr viele Länder mehr als wir. Aber ständig die Weltgemeinschaft belehren wollen. Ich schäme mich Deutscher zu sein.

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