Hohe Infektionszahlen Landkreise verschärfen Corona-Regeln weitgehend einheitlich

Ab Dienstag, 1. Dezember, gilt die neue sächsische Corona-Schutzverordnung. Sie verpflichtet die Kreise und Städte, bei Überschreitung des Schwellenwerts von 200 Neuinfektionen Ausgangsbeschränkungen anzuordnen. Die Landkreise reagieren mit einheitlichen Regeln, die zum Teil über die Vorgaben der Regierung hinausgehen.

Auf einer Straße in Görlitz steht ein Schild mit dem Hinweis Maskenpflicht
Auch die Maskenpflicht wird in der neuen Corona-Schutzverordnung ausgeweitet. Bildrechte: Lausitznews

Wegen der hohen Corona-Infektionsraten werden die Kontaktregeln in Sachsen verschärft. In weiten Teilen des Landes dürfen die Menschen vom 1. Dezember an Haus und Wohnung nur noch mit triftigem Grund verlassen. Wie das Landratsamt Nordsachsen in Torgau mitteilte, haben sich die Landräte aller zehn Landkreise auf einheitliche Regeln verständigt. Daran würden sich auch Landkreise beteiligen, die noch unter dem ausschlaggebenden Grenzwert von 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen liegen. Damit gehen die Landkreise über die Vorgaben der Regierung hinaus.

Kai Emanuel/CDU-Landratskandidat Nordsachsen
Bildrechte: CDU-Landesverband Sachsen

Das Virus kennt keine Kreisgrenzen. Die Regionen sind eng miteinander verflochten. Um die Zahlen wieder nach unten zu bekommen, brauchen wir keine Kleinstaaterei, sondern geschlossenes Handeln.

Kai Emanuel Landrat im Landkreis Nordsachsen

Der Landkreis Meißen hat in seiner neuen Allgemeinverfügung ebenfalls die strengeren Regeln übernommen, obwohl dort noch nicht an fünf aufeinanderfolgenden Tagen der Schwellenwert von 200 überschritten wurde, wie das Landratsamt mitteilte. Gründe dafür seien die Inzidenzwerte in den umliegenden Landkreisen und der Kreisfreien Stadt Dresden, aus denen etwa Pendler in den Landkreis kämen. Auch die bereits absehbare Entwicklung der Fallzahlen im Landkreis Meißen selbst spiele dabei eine Rolle.

Sozialministerin lobt Solidarität der Landkreise

Sozialministerin Petra Köpping lobte die Solidarität der Landkreise. Bei MDR SACHSEN sagte die SPD-Politikerin, auch der Landkreis Leipzig zöge mit, ohne dass er den Inzidenzwert von 200 schon erreicht hätte. Sie sei zwar weiterhin besorgt über die Entwicklung, hoffe aber, dass nun auch alle die Dramatik verstanden hätten. Köpping sagte weiter, derzeit würden die Impfzentren eingerichtet. Noch in dieser Woche sollen die ersten Standorte bekanntgeben werden. Sobald der Impfstoff freigegeben werde, könne man loslegen.

Wocheninzidenz in Sachsen am höchsten

Auch die Landkreise Görlitz und der Erzgebirgskreis veröffentlichten am Montag neue Allgemeinverfügungen, die die Vorgaben der sächsischen Corona-Schutzverordnung übernehmen. Die Wocheninzidenz lag im Kreis Görlitz am Montag bei 421 im Erzgebirgskreis bei 437. Sachsenweit liegt die Zahl der Neuansteckungen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner nach Angaben des Sozialministeriums bei 275. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Von den deutschlandweit zehn am stärksten betroffenen Landkreisen liegen laut Robert-Koch-Institut fünf in Sachsen.

Die Landkreise Bautzen, Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge, Zwickau und Mittelsachsen haben ebenfalls entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen oder kündigten sie am Montag an. Auch die Stadt Chemnitz wird eine Allgemeinverfügung veröffentlichen, die ab 2. Dezember gilt. Dresden und Leipzig haben noch keine Entscheidungen veröffentlicht.

Alkoholverbot, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ab Dienstag

Verfügt werden demnach in den Landkreisen unter anderem Alkoholverbote in der Öffentlichkeit, die aber zum Teil unterschiedlich ausfallen. Während in Meißen oder Nordsachsen der Ausschank von Alkohol rund um die Uhr verboten ist, haben Chemnitz und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Ausschank-Verbot auf die Nacht beschränkt. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist in allen Landkreisen rund um die Uhr verboten. Auch eine Ausweitung der Maskenpflicht sowie Ausgangsbeschränkungen sind wichtige Bestandteile der Allgemeinverfügungen. So gilt für bestimmte öffentliche Bereiche die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung rund um die Uhr.

Verbot von Alkohol-Ausschank und Alkohol-Konsum sowie Mundschutzpflicht betrifft folgende Bereiche:

  • Fußgängerzonen
  • verkehrsberuhigte Bereiche
  • öffentliche Parkplätze
  • Parkplätze vor Einkaufszentren, Geschäften und Läden
  • Parkhäuser, Parkdeck oder Parkgaragen
  • öffentlich-zugängliche Parkanlagen
  • Spiel- und Sportplätze

Das Verlassen von Haus oder Wohnung ohne triftigen Grund wird von den Landkreisen untersagt. Zu den triftigen Gründen gehören unter anderem Wege zu Schule und Kita, zur Arbeit und zum Arzt und in den Kleingarten. Sport im Umkreis von 15 Kilometern wird ebenfalls gestattet. Versammlungen sind bis maximal 200 Teilnehmern erlaubt.

Außerdem gelten ab 1. Dezember auch überall strengere Kontaktbeschränkungen. Laut Corona-Schutzverordnung dürfen sich öffentlich und privat höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen treffen, Kinder bis 14 werden dabei nicht mitgezählt. Lockerungen gibt es über Weihnachten. Ab dem 23. Dezember dürfen sich zehn Menschen aus dem Familien- und Freundeskreis treffen. Wer Weihnachten Verwandte in Sachsen besucht, darf laut Sozialministerium auch in Hotels und Pensionen übernachten.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 30.11.2020 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

GinGin vor 7 Wochen

Hört endlich auf mit diesem Fake-PCR-Test gesunde Menschen zu testen. Selbst das RKI sagt, das dieser Test keine Infektion nachweisst, er dient nur als zusätzliche Unterstützung der Ärzte bei entsprechend kranken Personen. Ist auch nachzulesen auf der Webseite des Bayerischen Rundfunk, "Wissen".
(Vorallem wenn bis zu 45 Verdopplungszyklen benutzt werden, kann man überspitzt gesagt auch entsprechend viele Männer als schwanger diagnostizieren.)

engelchen1973 vor 7 Wochen

Hallo Gebirgsesel, ich kann einiges auch nicht so richtig nachvollziehen ......Aber wer ein wenig Verstand hat , der verzichtet auf Familienbesuch aus einem anderen Bundesland oder aus dem eigenen Bundesland. Wir besuchen unsere Eltern auch nur auf Abstand heißt hinterm Gartenzaun...um sie nicht zu gefährden...

MDR-Team vor 7 Wochen

Du musst in deinem Bundesland schauen, ob du es verlassen darfst und zusätzlich in dem Bundesland, welches besucht werden soll, schauen, wie viele Personen sich dort treffen dürfen.

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