08.05.2020 | 18:12 Uhr So werden in Sachsen ab dem 18. Mai wieder Kinder betreut und unterrichtet

Am Tor einer Schule steht auf großen Zetteln "Wir vermissen euch"
Bildrechte: MDR/Desiree Rhön

Sachsen geht in der Corona-Krise einen weiteren Schritt in Richtung Normalität bei Kinderbetreuung und Schulunterricht. Kultusminister Christian Piwarz kündigte für den 18. Mai die Aufnahme eines "eingeschränkten Regelbetriebs" an Kitas und Schulen an.

Dazu haben Experten und Vertreter verschiedener Institutionen ein Konzept entwickelt, das unter anderem auf strikt voneinander getrennte Gruppen und Teilklassen setzt. Damit müsste bei einem Infektionsfall nur die betroffene Gruppe unter Quarantäne gestellt werden und nicht die ganze Einrichtung. Die jetzt getroffenen Regelungen gelten nach derzeitigem Stand bis zum Beginn der Sommerferien im Freistaat.

Folgende Regelungen gelten ab 18. Mai für Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen:

  • Es werden nur Kinder betreut oder unterrichtet, die keine Krankheitssymptome aufweisen. Die Eltern müssen jeden Tag schriftlich bestätigen, dass dies auf ihre Kinder und auch deren Kontaktpersonen im heimischen Haushalt zutrifft. Das Kultusministerium erarbeitet derzeit ein entsprechendes Formular zum Download. Bei Krankheiten mit corona-ähnlichen Symptomen muss die Unbedenklichkeit mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden. Bestehen Zweifel, kann die Einrichtung eine Betreuung ablehnen.
  • Zeigen Kinder während der Betreuung oder im Unterricht Symptome, müssen sie umgehend von der Gruppe getrennt, von den Eltern abgeholt und einem Arzt vorgestellt werden.
  • Das Personal der Einrichtung muss gesund sein und sich bei Krankheitssymptomen umgehend auf eine Corona-Infektion testen lassen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird beim Kontakt untereinander sowie mit anderen Erwachsenen und Kindern, die nicht zur eigenen Gruppe/Teilklasse gehören, empfohlen. Innerhalb der festen Gruppe/Teilklasse kann darauf verzichtet werden.
  • In den Einrichtungen muss ein Rahmenhygieneplan eingehalten werden. Dazu zählen jederzeit ausreichend Seifenspender und Einweghandtücher in den Sanitärräumen, das tägliche Reinigen von Tischoberflächen, Türklinken, Fenstergriffen und anderen Handkontaktflächen. Alle sollen sich regelmäßig die Hände waschen.

Für Kitas und Grundschulen gilt ab 18. Mai zudem:

  • Beim Bringen und Abholen der Kinder sollte es so wenige Kontakte wie möglich geben. Die Eltern müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und dürfen die Einrichtung im Regelfall nicht betreten. Die Übergabe erfolgt in festgelegten Zonen.
  • In der Einrichtung werden möglichst kleine Betreuungsgruppen/Teilklassen mit festen Betreuern/Lehrkräften gebildet, deren Zusammensetzung sich nicht ändert. Damit soll bei Infektionsfällen eine lückenlose Rückverfolgung zum Auslöser möglich sein.
  • Für die Gruppengröße gibt es keine feste Obergrenze. Hier haben die Einrichtungen einen Ermessensspielraum, der sich nach den räumlichen Gegebenheiten richtet.
  • In den Gruppen müssen Kinder und Betreuer keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Gruppen werden räumlich strikt voneinander getrennt in einem fest zugewiesenen Raum betreut, jeder Kontakt untereinander ist zu vermeiden. Gemeinschaftliche Räume wie Garderoben, Wasch- und Essensräume sowie Spielplätze und andere Anlagen im Außengelände dürfen abwechselnd nur von jeweils einer Gruppe genutzt werden.

Ein Zusammentreffen von Kindern unterschiedlicher Gruppen und Klassen muss sowohl in den Gebäuden als auch auf den Freiflächen strikt vermieden werden.

Christian Piwarz Kultusminister in Sachsen

Besonderheiten in Kitas:

  • Sogenannte offene oder teiloffene Konzepte sind vorerst in keiner Einrichtung zulässig.
  • Bei Mangel an Personal oder Räumlichkeiten können Betreuungs- oder Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Die Eltern werden deshalb gebeten, die Betreuungszeiten möglichst nicht voll auszuschöpfen.

Besonderheiten in Grundschulen:

  • Bis zum Ende des laufenden Schuljahres konzentriert sich der Unterricht auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch. Andere Fächer können je nach den zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten vermittelt werden.

Besonderheit an weiterführenden Schulen:

  • Ab der Klasse fünf soll es ein rollierendes System mit festen (Teil)klassen geben, das jedem Schüler ermöglicht, zumindest teilweise an seiner Schule unterrichtet zu werden. Möglich sind beispielsweise gestaffelte Unterrichtszeiten oder ein tageweiser Unterricht. Ein Teil des Lernens soll weiter zu Hause erfolgen.
  • Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie eine Maskenpflicht komplett oder für Teilbereiche einführen, zum Beispiel für den Schulhof.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.05.2020 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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