Neue Allgemeinverfügungen Corona-Regeln: Was gilt in Chemnitz, Dresden und Leipzig?

Nach den Landkreisen haben auch die großen Städte in Sachsen ihre Corona-Regeln an die neue Schutzverordnung des Landes angepasst. Die Allgemeinverfügungen treten am Mittwoch und Donnerstag in Kraft - erweiterte Maskenpflicht, Alkoholverbote in der Öffentlichkeit und Ausgangsbeschränkungen sind fast überall wesentliche Bestandteile. Nur in Dresden gelten zunächst weniger strenge Regeln.

Am Sockel des Denkmals ist ein Transparent des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gespannt mit der Aufschrift „Stay Home. Stay Safe.“
Auch der "Nischel" in Chemnitz liegt in der Zone mit erweiterter Maskenpflicht und Alkoholverbot. Bildrechte: dpa

Nach den meisten Landkreisen hat auch die Stadt Chemnitz die Corona-Schutzmaßnahmen verschärft. Laut neuer Allgemeinverfügung der Stadt ist in ausgewiesenen Innenstadtbereichen das Tragen eines Mund-Nasenschutzes ab Mittwoch von 6 bis 22 Uhr Pflicht. Außerdem ist der Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr im gesamten Stadtgebiet außerhalb von Geschäften untersagt. Das betrifft auch Tankstellen. Konsumiert werden darf Alkohol generell nicht mehr in der Innenstadt, auch nicht in Einkaufszentren und -passagen im weiteren Stadtgebiet.

Die Situation ist sehr ernst, auch die Chemnitzer Krankenhäuser kommen an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb ist es absolut notwendig, dass sich alle an die Regelungen halten und die Kontakte auf das Notwendigste reduzieren.

Sven Schulze Amtsverweser von Chemnitz

Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen in Chemnitz wie in den Landkreisen

Maskenpflicht Chemnitzer Innenstadt
In dem markierten Bereich der Chemnitzer Innenstadt gelten die erweiterte Maskenpflicht und ein Verbot, Alkohol in der Öffentlichkeit zu konsumieren. Bildrechte: Stadt Chemnitz

Außerdem gelten ab 2. Dezember auch in Chemnitz wie in den meisten Landkreisen in Sachsen Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen von Haus oder Wohnung ohne triftigen Grund wird untersagt. Zu den triftigen Gründen gehören unter anderem Wege zu Schule und Kita, zur Arbeit und zum Arzt und in den Kleingarten. Versammlungen sind bis maximal 200 Teilnehmern erlaubt.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Stadt Chemnitz angekündigt, die Einhaltung der Maskenpflicht und die Durchsetzung des Alkoholverbotes durch den Stadtordnungsdienst und weitere zuständige Behörden kontrollieren zu wollen. Die neue Allgemeinverfügung ist ab Mittwoch gültig.

Dresden zunächst ohne Ausgangsbeschränkungen - Glühwein tagsüber erlaubt

In Dresden gilt wie in vielen anderen Städten auch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird hier von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert.
In Dresden gilt ab Mittwoch eine Maskenpflicht für bestimmte Teile der Innenstadt. Die Einhaltung der Maskenpflicht wird von Polizei und Ordnungsamt kontrolliert. Bildrechte: imago images / xcitepress

Auch in Dresden gelten ab Mittwoch etwas strengere Regeln. Doch anders als in Chemnitz gilt zunächst keine Ausgangsbeschränkung. Zudem dürfen alkoholische Getränke in der Stadt tagsüber in der Öffentlichkeit konsumiert werden, sprich Glühweinstände bleiben erlaubt. Von 20 bis 7 Uhr ist der Alkoholkonsum in weiten Teilen der Innenstadt vom Hauptbahnhof über die Altstadt bis in die Äußere Neustadt verboten.

In diesen Bereichen - mit Ausnahme der Äußeren Neustadt - ist von Montag bis Samstag zwischen 6 und 24 Uhr auch eine Mund-Nasen-Bedeckung unter freiem Himmel Pflicht. Der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken ist im gesamten Stadtgebiet von 22 bis 6 Uhr untersagt. Die Teilnehmerzahl von Versammlungen kann beschränkt werden, wenn dies aus "infektionsrechtlichen Gründen" geboten ist.

200er-Grenzwert in Dresden laut RKI erst einen Tag überschritten

Die Stadt Dresden beruft sich dabei auf die neue sächsische Corona-Schutzverordnung, die seit Dienstag gilt. Sie sieht vor, dass Kreise und kreisfreie Städte strenge Maßnahmen ergreifen müssen, wenn an fünf Tagen hintereinander der Wert von 200 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner überschritten wird. Bislang sei dieser Schwellenwert nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts erstmals am Dienstag überschritten worden. Sollte Grenzwert fünf Tage in Folge über 200 liegen, treten laut Dresdner Allgemeinverfügung strengere Regeln mit Ausgangs- und Versammlungsbeschränkungen sowie einem Alkoholkonsum-Verbot in der Öffentlichkeit in Kraft.

Leipzig mit strengen Regeln trotz niedriger Zahlen

Der geschmückte Weihnachtsbaum steht auf dem Leipziger Marktplatz.
In der Leipziger Innenstadt ist Alkoholtrinken in der Öffentlichkeit in der Adventszeit verboten. Bildrechte: dpa

Die Stadt Leipzig will seine neuen Regeln am Mittwoch veröffentlichen, sie sollen am Donnerstag in Kraft treten. Dann soll - ähnlich wie in Chemnitz und Dresden - auf ausgewiesenen Plätzen und in weiten Teilen der Innenstadt von 6 bis 24 Uhr eine Maskenpflicht gelten. Außerdem soll in diesen Bereichen der Konsum von Alkohol ganztägig verboten sein.

Der Verkauf von Glühwein und anderen alkoholischen Heißgetränken wird in der ganzen Stadt untersagt. Hintergrund seien Probleme mit "Pop-up-Weihnachtsmärkten" und Verkäufen außer Haus, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg. Außerdem gilt ein generelles Verkaufsverbot für Alkohol von 22 bis 6 Uhr. Versammlungen werden mit maximal 500 Personen zugelassen. Auf Ausgangsbeschränkungen will Leipzig zunächst verzichten.

Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte, Ziel sei es, mit den Maßgaben niemals "an die 200 zu kommen". Noch liegt Leipzig - als einzige der drei Großstädte - unter der kritischen Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Auch die meisten Landkreise in Sachsen haben den Wert längst überschritten. Sachsen gilt mittlerweile bundesweit als Corona-Hotspot.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.12.2020 | 12:30 Uhr in den Nachrichten aus der Region Chemnitz
MDR SACHSENSPIEGEL | 01.12.2020 | 19 Uhr

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