31.01.2020 | 15:32 Uhr Coronavirus: Zahl der Toten in Sachsen steigt stärker

Die Corona-Pandemie lässt auch in Sachsen bislang nicht nach, mittlerweile sind 18 Coronavirus-Patienten gestorben. Die Kliniken haben aber noch ausreichend Kapazitäten an Intensivbetten - allerdings bleibt die Versorgungslage mit Schutzausrüstung angespannt.

Ein Beatmungsgerät steht in einem Behandlungszimmer des UKE.
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Zahl der Todesfälle durch Coronavirus in Sachsen gestiegen

In Sachsen sind inzwischen 18 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Damit stieg die Zahl der Toten binnen 24 Stunden um fünf. Alle von ihnen hatte das 74. Lebensjahr bereits erreicht, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping erklärte. "Das ist eine Entwicklung, die uns Sorge macht". Die Risikogruppe gehöre besonders und gesondert geschützt, so Köpping. Bis Mittwoch haben sich zudem nachweisbar 2.245 Menschen im Freistaat mit dem Virus infiziert. Bezogen auf den Vortag ist das ein Zuwachs um 161 Fälle.

Köpping kündigte für die kommenden Tage ein Konzept an, um Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung besser mit Schutzmaterial und Corona-Tests versorgen zu können. Gegenwärtig liege die Testkapazität in Sachsen bei 5.200 pro Tag. Aber nicht alle der besonders gefährdeten Personen erreiche man damit.

450 freie Intensivbetten in Sachsen

Die Klinken des Freistaats haben derzeit noch ausreichende Kapazitäten, um Covid-19-Erkrankte zu behandeln. Der medizinische Vorstand des Leipziger Uniklinikums, Christoph Josten, sagte, es gebe 450 freie Intensivbetten. In Leipzig würden derzeit elf Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, in Chemnitz 29. Für Dresden konnte der Mediziner keine genauen Zahlen nennen. Chemnitz sei derzeit ein "Hotspot" bei den Erkrankten, was mit der hohen Zahl der Infizierten im Raum Zwickau zusammenhänge.

Sorge bereite den Klinken derzeit vor allem, wie lange die Ressourcen wie Schutzmasken und -anzüge ausreichen, so Josten. Es zeichne sich aber eine Entspannung ab, weil Lieferungen bevor stünden.

Italienischer Corona-Patient in Leipzig gestorben

Einer der in Sachsen behandelten Corona-Patienten aus Italien ist tot. Der 57-Jährige starb im Universitätsklinikum Leipzig, wie Josten sagte. Der Patient habe auch an einer anderen lebensbedrohlichen Erkrankung gelitten. Seine Leiche soll nun nach Italien überführt werden. Man stehe mit der italienischen Botschaft in Verbindung. Sachsen hatte acht Covid-19-Patienten aus Italien zur Behandlung aufgenommen. Bei den anderen ging Josten von einer leichten Besserung aus.

"Man kann nach einigen Tagen der Intensivbehandlung noch kein abschließendes Statement abgeben, aber da sind wir optimistisch", sagte Josten. Die Intensivbehandlung von Patienten mit einer Corona-Erkrankung sei aufwendig und keinesfalls in zwei, drei Tagen beendet. Vielmehr müsse man dafür 10 bis 14 Tage veranschlagen.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN- Das Sachsenradio | 01.04.2020 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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