24.05.2020 | 15:30 Uhr In Sachsen fehlen Rettungsschwimmer

Zu Beginn der Badesaison fehlen in Sachsen noch Rettungsschwimmer. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fehlen im Freistaat aktuell etwa 250 Ehrenamtliche. Insgesamt seien 710 einsatzfähige Rettungsschwimmer im Einsatz. Der Landesverband Sachsen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zählt nach eigenen Angaben etwa 3.500 aktive Rettungsschwimmer.

Mangelnde Infrastruktur

Hauptgrund für das Defizit ist laut DLRG-Landesgeschäftsführer Sebastian Knabe, dass Jugendliche nach ihrem Schulabschluss in Großstädte abwandern. "Hier in Sachsen sehe ich bei der Infrastruktur das größte Problem", sagte Knabe mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr und die Arbeitsplätze.

Fehlende Einsatz- und Trainingsmöglichkeiten

Anders als bei der DLRG fehlen beim DRK in erster Linie nicht Rettungsschwimmer. Vielmehr fehlten Einsatz- und Trainingsmöglichkeiten für sie. Einerseits werde Sachsen immer mehr zur Bade- und Tourismusregion, andererseits sei die Absicherung vieler Gewässer nicht gegeben, kritisierte Sprecher Kai Kranich.

Kommunen wollen sparen

Einige Kommunen verzichteten aus finanziellen Gründen auf die Bewachung von Gewässern, sagte DRK-Wasserwachtsreferent Joachim Weiß. Zwischen 7.000 und 12.000 Euro seien demnach pro Saison nötig, um Rettungsschwimmer auszubilden und zu beschäftigen. Aus Mangel an Einsatzorten leisteten ausgebildete Rettungskräfte aus Sachsen häufig Dienste an Nord- und Ostsee, ergänzte Kranich.

"Nicht in Fließgewässern baden!"

Auch die Corona-Pandemie stelle die Rettungskräfte vor neue Herausforderungen. Knabe von der DLRG befürchtet, dass in der Saison mehr Menschen in Binnen- und Fließgewässern baden gehen, wenn kleinere Freibäder geschlossen bleiben, weil sie coronabedingte Hygieneauflagen nicht umsetzen können. Dabei rät die DLRG dringend vom Baden in Fließgewässern ab. "Die Strömung ist stärker als das, was man sieht", sagte Knabe. Er rät dazu, nur in bekannten Seen zu schwimmen. Im vergangenen Jahr starben laut DLRG 13 Menschen in Sachsen in Seen und Flüssen. Insgesamt gab es 17 Badetoten im Jahr 2019 im Freistaat.

Quelle: MDR/mar/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.05.2020 | 19:00 Uhr

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