Corona-Krise Kretschmer stellt große Lockdown-Lockerungen ab Februar in Sachsen infrage

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, steht vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal und trägt dabei einen Mund- und Nasenschutz.
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat baldige Lockerungen des Corona-Lockdowns infrage gestellt. Der CDU-Politiker erklärte auf Twitter, niemand könne verlässlich einschätzen, was die Mutation des Virus in Deutschland anrichten werde. Ihr Auftreten würde ohne Lockdown in die Katastrophe führen. Deshalb sei unklar, welche Lockerungen es im Februar oder März geben werde.

Auch Merkel und Altmaier skeptisch

Zuvor hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Unions-Bundestagsabgeordneten erklärt: "Es bleibt hart bis Ostern." Allerdings sprach sie nicht von Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis dahin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will das dennoch nicht ausschließen. Er sprach bei "Zeit Online" von derzeit exorbitant hohen Infektionszahlen und einer trotz der einschneidenden Einschränkungen immer noch nicht ermutigenden Entwicklung.

Peter Altmaier
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Ich habe bereits im Dezember öffentlich meine Befürchtung geäußert, dass ein Lockdown sich bis Ostern ziehen könnte, und Maskenschutz für das gesamte Jahr über erforderlich bleibt, weil wir mit den notwendigen Maßnahmen eher spät und teilweise auch zu zögerlich waren.

Peter Altmaier

Sachsen bei Inzidenz und Lockdown führend

Sachsen hat seit Wochen die bundesweit höchste Inzidenz bei den Neuinfektionen. Deshalb gilt im Freistaat der laufende Lockdown mit seinen Ausgangs- und Bewegungseinschränkungen schon seit dem 14. Dezember und mindestens noch bis zum 7. Februar. Das ist länger als in allen anderen Bundesländern. Die von Kretschmer angesprochenen Mutationen des Coronavirus waren zuerst in Großbritannien und Südafrika aufgetreten.

Derzeit breitet sich vor allem die britische Variante im Verienigte Königreich und im benachbarten Irland sehr schnell aus. Nach Ansicht von Wissenschaftlern sind beide Mutationen deutlich ansteckender als die herkömmliche Variante. Das ist auch ein Grund, warum die Chef-Virologin des Leipziger Universitätsklinikums, Corinna Pietsch, erklärte, dass aus Sicht von Epidemiologen sogar ein kompletter Lockdown auch in der Wirtschaft eine richtige Maßnahme wäre. Auch in Deutschland wurden inzwischen erste Ansteckungen mit den Mutationen nachgewiesen, die britische Corona-Variante auch in einem Fall in Sachsen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.01.2021 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

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