Neue Regeln Bei positivem Coronatest ganzer Hausstand sofort in Quarantäne

Über dem Wort Quarantäne sind Figurengruppen durch Gläser getrennt.
Gibt es in der Familie einen per Test bestätigten Coronafall oder einen Verdachtsfall, muss ab sofort der gesamte Haushalt in Quarantäne. Bildrechte: dpa

Die sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte passen ihre Quarantäne-Regeln in den Allgemeinverfügungen an. Ziel ist die sofortige Isolierung von Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden – egal ob per Schnell- oder PCR-Test. Die Quarantäne gilt dann für alle Personen des Hausstandes. Und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem man über das positive Testergebnis informiert wurde – auch wenn es nur mündlich etwa durch den Arzt ist. Man begibt sich also gleich in Quarantäne und wartet nicht erst auf den Anruf des Gesundheitsamtes, wie nochmals in einer Mitteilung des Landkreises Bautzen verdeutlicht wird.

Die umgehende Quarantänepflicht gilt auch für Corona-Verdachtsfälle, also Menschen mit typischen Covid-19-Symptomen, für die ein Corona-Test angeordnet wurde oder deren Testergebnis noch aussteht. Hier muss sich aber noch nicht der gesamte Hausstand in Isolierung begeben.

Kein Extra-Bescheid vom Gesundheitsamt

Für die Information des Arbeitgebers reiche das schriftliche Ergebnis des positiven Tests aus, so die Stadt Dresden. Ein extra Bescheid werde nicht verschickt. Da die Arbeitsbelastung sehr hoch ist, entscheiden Sachsens Gesundheitsämter von Fall zu Fall, ob ein Bescheid ausgestellt wird. Pocht ein Arbeitgeber auf ein behördliches Schreiben, könne man schriftlich die Situation darlegen und die jeweilige Allgemeinverfügung des Landkreises zur Absonderung dem Schreiben beilegen, rät das Sozialministerium.

Die amtliche Meldepflicht bleibt aber von diesen Regeländerungen unberührt. Das heißt, wer von seinem positiven Corona-Test weiß, muss in jedem Fall das Gesundheitsamt davon unterrichten und auch seine Kontaktpersonen auflisten. Die Stadt Dresden bietet hier eine Tabelle zur leichteren Strukturierung an.

Hausstand in Isolierung - mit Ausnahmen

Für bestimmte Personen gelten Ausnahmen bezüglich der Quarantänepflicht für den gesamten Hausstand – zum Beispiel müssen sich Angehörige des eigenen Hausstandes nicht in Quarantäne begeben, wenn sie innerhalb der letzten sechs Monate an Covid-19 erkrankt waren oder keinen Kontakt zur positiv getesteten Person hatten und keine Symptome aufweisen.

Kontaktpersonen ersten Grades müssen sofort in Quarantäne, nachdem sie von dem Corona-Fall in ihrem Umkreis erfahren haben. Auch hier spielt es keine Rolle, ob sie schon vom Gesundheitsamt kontaktiert wurden.

Die Quarantäne wird aufgehoben, wenn auf einen positiven Schnelltest ein negativer PCR-Test erfolgt, da letzterer genauer ist. Ansonsten endet die Quarantäne bei Nichterkrankten nach zehn Tagen, bei Erkrankten zehn Tage nach Symptombeginn plus einer zusätzlichen Symptomfreiheit von 48 Stunden. Für einen besseren Überblick kann das Führen eines Quarantänetagebuchs, wie es zum Beispiel der Vogtlandkreis zur Verfügung stellt, hilfreich sein. Über die Corona-App der Bundesregierung kann ebenfalls ein digitales Corona-Tagebuch geführt werden.

Schritte, die bei einem positiven Corona-Test befolgt werden müssen.
Bildrechte: Landeshauptstadt Dresden

In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten wurden die aktualisierten Allgemeinverfügungen inzwischen veröffentlicht und sind mit dem 18. Januar in Kraft getreten. In Leipzig, im Vogtlandkreis und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gelten die neuen Quarantäne-Richtlinien ab dem 19. Januar.

Quelle: MDR/ma

6 Kommentare

herbert feuerstein vor 6 Wochen

Na ich möchte mal jemanden sehen der all seine kontaktpersonen der kat. I auflisten kann und weitere Personen die potentiell gefährdet sind... wird spannend...

Kritische vor 6 Wochen

Ist schon komisch, das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, oder? Man bekommt zunehmend das Gefühl, dass das Pferd am Schwanz aufgezäumt wird. Wirksame Maßnahmen nach 10 Monaten immer noch nicht wirklich umgesetzt, aber wir überbieten uns mit nicht wirksamen Maßnahmen wie nicht weiter als 15 km fahren dürfen.

Rain Man vor 6 Wochen

Von hinten bis vorn rechtswidrig. Ohne Verwaltungsakt tritt hier überhaupt nichts in Kraft. Noch (!) gelten Recht und Ordnung.

Mehr aus Sachsen