02.04.2020 | 12:07 Uhr 6.000 Anträge auf Corona-Soforthilfen für Kleinunternehmer in Sachsen bewilligt

Seit Anfang der Woche können die dringend benötigten Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern fließen. Nach Anlaufschwierigkeiten kommen die Programme in Sachsen ins Laufen. Mehr als 6.000 Kleinunternehmen bekamen Gelder bewilligt. Da der Mittelstand bisher nicht profitiert, will der Freistaat weitere Milliarden-Hilfen auf den Weg bringen.

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Bislang 3.000 Anträge auf Soforthilfe des Bundes bewilligt

Die staatlichen Hilfsprogramme für Unternehmer in der Corona-Krise sorgen für einen Ansturm in Sachsen. Wie das Wirtschaftsministerium in Dresden mitteilte, gingen bereits mehr als 14.200 Anträge auf die Soforthilfe des Bundes ein. In über 1.500 Fällen floss bereits Geld - rund 13,5 Millionen Euro. Weitere rund 1.500 Anträge mit einem Volumen von 13 Millionen Euro wurden bewilligt.

Viele Anträge von Restaurants und Friseuren

Die meisten Anträge stellten in Sachsen Restaurants, Friseur- sowie Kosmetiksalons. Auch aus der Unternehmensberatungs-Branche kamen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Dresden viele Anträge. Probleme bei der Bewilligung gebe es momentan auf dem Postweg. Die so übermittelten Anträge seien oft unvollständig und erforderten Nachfragen. "Das kostet wertvolle Zeit. Das Unternehmen wartet entsprechend länger auf sein Geld", sagte ein Ministeriumssprecher.

Seit Montag können Länder Bundesmittel in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Euro abrufen, um Zuschüsse für kleine Firmen und Selbstständige schnell und unbürokratisch auszuzahlen. Konkret bekommen Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten eine Einmalzahlung von 9.000 Euro für drei Monate, Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro.

Sachsen

Martin Dulig 6 min
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MDR um 4 Di 31.03.2020 17:00Uhr 05:58 min

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Mehr als 10.000 Anträge für Programm "Sachsen hilft sofort"

Für das landeseigene Darlehensprogramm "Sachsen hilft sofort" gingen bislang fast 10.600 Anträge ein. Knapp 3.300 im Umfang von 111,6 Millionen Euro wurden bewilligt. An 328 Unternehmen wurden insgesamt 12,2 Millionen Euro ausgezahlt. Es handelt sich um Darlehen für Einzelunternehmer, kleine Firmen und Freiberufler mit einem Jahresumsatz von bis zu einer Million Euro. Für Unternehmen, die 11 bis 249 Mitarbeiter haben, gibt es bislang keine Hilfsgelder.

Vertreter des Mittelstandes forderten deshalb eine Ausweitung des Landesprogramms - auch die Industrie- und Handelskammer Dresden. Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann sagte, mit dem Darlehensprogramm "Sachsen hilft sofort" habe der Freistaat einen ersten und richtigen Schritt gemacht, wobei die Begrenzung auf eine Million Jahresumsatz zu viele Unternehmen ausschließe. "Hier sollte die Grenze unbedingt nach oben verschoben werden", so Hamann.

Sechs-Milliarden-Euro-Darlehensprogramm für den Mittelstand geplant

Sachsen plant deshalb eine Ausweitung des Staatsdarlehens und will dafür rund sechs Milliarden Euro Schulden aufnehmen. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte MDR SACHSEN, für diese Entscheidung bedarf es einer Zweidrittelmehrheit im Landtag.

Ich setze hier auf das Verständnis der anderen Parteien, auch der Opposition, diese wichtige Entscheidung auch über Parteigrenzen hinweg fällen zu können.

Michael Kretschmer Ministerpräsident

Nach dem Abklingen der Pandemie werde dann entschieden, welche Unternehmen das Staatsdarlehen zurückzahlen müssen und welche nicht. Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind, sollen dann auch das Darlehen oder zumindest Teile davon an den Staat zurückzahlen. Bei Verlierern der Pandemie werde dann geprüft, ob Stundungen oder ein Erlass des Darlehens möglich sind.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.04.2020 | 06:00 Uhr in den Nachrichten

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