23.05.2020 | 12:00 Uhr | Update Unikliniken starten Corona-Studien an Schulen in Sachsen

An Sachsens Schulen beginnt in der kommenden Woche eine groß angelegte Corona-Studie der Leipziger Uniklinik. Dabei sollen die Auswirkungen der Infektionsschutzmaßnahmen ermittelt werden. Die Teilnahme ist freiwillig.

Ärztin, der einen Impfstoff für einen Patienten vorbereitet
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Nach der Wiederöffnung der Schulen in Sachsen beginnen in der kommenden Woche Leipziger Mediziner mit einem Projekt zur Erforschung des Corona-Infektionsgeschehens. Die Studie solle die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen und die Folgen der Lockerungen ermitteln helfen, teilte das Universitätsklinikum Leipzig mit. Auch die Universitätsklinik Dresden ist an dieser Studie beteiligt. Geplant seien Erhebungen an ausgewählten Schulen in den Regionen Dresden, Zwickau und Leipzig.

Ziel: Symptomfreie Verläufe besser einschätzen und erkennen

Getestet werde zum einen, ob Schüler oder Lehrer aktuell infiziert sind - auch ohne Symptome. Zum anderen werde geprüft, ob sie nach einer bereits durchgemachten Infektion Antikörper gebildet haben. Eine erste Untersuchung soll in der kommenden Woche beginnen. Die Teilnahme ist freiwillig.

Wie Professor Wieland Kiess, Leiter der Studie, sagte, sollen auch Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob es bei Kindern und Jugendlichen häufiger zur symptomfreien Infizierung kommt. "Wir hoffen auf eine möglichst hohe Beteiligung an den ausgewählten Schulen, da die Aussagekraft der Ergebnisse mit jedem weiteren Probanden steigt", so Kiess.

Studie der Dresdner Forscher bereits angelaufen

Die Medizinische Fakulität der TU Dresden und die Dresdner Uniklinik hatten bereits Anfang Mai gemeinsam mit dem sächsischen Kultus- und dem Sozialministerium eine Studie angekündigt. Demnach wurden in der Woche vor dem Ende der unterrichtsfreien Zeit in ausgewählten Schulen Schüler der Klassenstufen 8 - 11 und deren Sorgeberechtigte schriftlich angefragt, ob sie freiwillig an einer Studie teilnehmen würden. Den Studienteilnehmern sollte in der ersten Schulwoche eine geringe Menge Blut durch mobile Teams der Uniklinik Dresden in den Schulen abgenommen werden, teilte das Ministerium mit. Etwa sechs Wochen danach und noch einmal nach drei bis sechs Monaten werden die negativ auf das Coronavirus getesteten Schüler zu einer erneute Blutentnahme eingeladen. Auch die soll dann freiwillig erfolgen.

Quelle: MDR/lt/sw

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