30.06.2020 | 21:32 Uhr Sachsen folgt bei Corona-Ausbrüchen einem Vier-Stufen-Plan

Mädchen mit Mundschutz wartet in einer Haltestelle
Bildrechte: imago images/Bernd Friedel | Grafik MDR

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) hat ein Stufenkonzept vorgestellt, mit dem auf regional begrenzte Corona-Ausbrüche reagiert werden soll. Demnach wird ein Vorwarnsystem ausgelöst, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt binnen sieben Tagen mindestens 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen werden.

Erste Einschränkungen ab 35 Infektionen

Ab 35 neuen Fällen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen greifen danach die ersten Einschränkungen. Dann können Beschränkungen wie die Absage von Veranstaltungen oder die Sperrung von Plätzen gelten. Zugleich wird der Kreis der Personen erweitert, die auf das Coronavirus getestet werden können.

Bei 50 neuen Fällen ist dem Plan zufolge "der absolute Ernstfall erreicht", wie es vom Gesundheitsministerium heißt. Dann werden zur Unterbrechung der Infektionsketten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Kontaktverbote oder Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. Überdies kann es dann zu großräumigen Schließungen von Einrichtungen kommen. Ein Corona-Test wird für bestimmte Berufs- und Bevölkerungsgruppen verpflichtend.

Petra Köpping
Petra Köpping Bildrechte: dpa

Da wir es zukünftig mit lokalen Ausbrüchen zu tun haben werden, haben wir uns zu diesem Strategiewechsel von einem landeseinheitlichen Vorgehen hin zu regionalen oder lokalen Maßnahmen in Abhängigkeit der 7-Tagesinzidenzen entschieden.

Petra Köpping Sächsische Sozialministerin

Unter 20 Infektionen als Phase 0 werden keine Maßnahmen ergriffen. Für die in den einzelnen Stufenphasen nötigen freiwilligen und verpflichtenden Testungen stellt der Freistaat rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wurden im Freistaat 5.446 Infektionen nachgewiesen, 223 Erkrankte starben.

Quelle: MDR/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.06.2020 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

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