Meldungen am Dienstag Corona-Ticker Sachsen: 60.000 Impfdosen für Mitarbeiter an Grund- und Förderschulen ab Donnerstag

Täglich halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Impfstoffampulle von ASTRA ZENECA
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Meldungen des Folgetages

20:59 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle beenden wir den Corona-Ticker aus Sachsen für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und sind morgen wieder für Sie da. Bleiben Sie gesund!

20:48 Uhr | Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge lockert Corona-Regeln

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge lockert ab Mittwoch die bisherigen Ausgangsbeschränkungen. Wie das Landratsamt in Pirna mitteilte, können sich die Bewohner für Einkäufe, Individualsport und Bewegung im Freien - mit Ausnahme von touristischen Zwecken - weiter als 15 Kilometer von ihrem Wohnort aus bewegen. Auch die nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 6 Uhr gilt vorerst nicht mehr. Die Lockerungen sind bis zum 7. März befristet.

Laut sächsischer Corona-Schutzverordnung muss der Inzidenzwert des Landkreises und des Freistaates an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 100 liegen, um Lockerungen durchzuführen. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte bereits am 14. Februar Lockerungen verfügt, den Grenzwert aber wieder überschritten. Laut Robert-Koch-Institut liegt der Inzidenzwert des Landkreises für den heutigen Dienstag bei 74,1.

19:58 Uhr | DRK sucht genesene Plasmaspender

Der DRK Blutspendedienst Nord-Ost sucht Plasmaspender, die nach einer Corona-Erkrankung genesen sind. Gesucht werden potentielle Spender aus den Einzugsgebieten von Chemnitz, Plauen und Zwickau. Sie sollen eine durch einen Arzt oder Labor bestätigte Infektion mit Sars-CoV-2 ausgestanden haben und mindestens vier Wochen symptomfrei sein.

19:30 Uhr | 60.000 Impfdosen für Mitarbeiter an Grund- und Förderschulen ab Donnerstag

Ab Donnerstag können sich in Sachsen alle Mitarbeiter in Grundschulen und Förderschulen impfen lassen. Das teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Abend in einer Videokonferenz des Vogtlandkreises mit. Lehrpersonal, Erzieher, aber auch Hausmeister und andere Dienstleistungsmitarbeitende in den Kindereinrichtungen sollen geimpft werden. Rund 60.000 Dosen des Impfstoffs Astra-Zeneca stünden dafür bereit, so Köpping. Genauere Informationen dazu sollen am Mittwoch veröffentlicht werden.

18:54 Uhr | Kretschmer verspricht 50.000 kostenlose Tests für Vogtland

Zur Stunde diskutieren im Vogtland Landrat Rolf Keil und Ministerpräsident Michael Kretschmer mit anderen Entscheidern aus der Region über Möglichkeiten zur Eindämmung der Corona-Infektionen im Hotspot Vogtland. Dabei stellte Kretschmer 50.000 kostenlose Schnelltests für Einwohnerinnen und Einwohner in Aussicht, um Infizierte eher finden zu können. Die Kosten dafür werde der Freistaat tragen, so Kretschmer. Die Kosten belaufen sich demnach auf rund eine Million Euro.

Wenn das nicht reicht, stellen wir auch mehr zur Verfügung.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Unterdessen rief Landrat Rolf Keil die Gemeinden auf, etwaige Treffen strenger zu kontrollieren. "Wir brauchen unbedingt die Ordnungsämter der Gemeinden, dass die auch Partys und Garagentreffen verhindern", so Keil. Polizeipräsident Lutz Rodig bot bei dem Gespräch an, die Polizeikontrollen zu verstärken. Vor allem hartnäckige Quarantäneverweigerer könnte die Polizeidirektion Zwickau übernehmen. Man habe die Kapazität für 15 Fälle am Tag, hieß es.

18:23 Uhr | Inzidenz in Sachsen sinkt leicht

Die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen haben am Dienstag 463 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die sachsenweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken und liegt bei 71. Den höchsten Inzidenzwert hat weiterhin der Vogtlandkreis mit 186, die niedrigste Chemnitz mit 44 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

In Sachsen sind außerdem 30 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Der Landkreis Görlitz hat dabei am Dienstag bisher nicht registrierte Todesfälle aus dem Dezember nachgemeldet. Insgesamt sind damit seit Beginn der Pandemie sachsenweit 7.589 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

17:58 Uhr | Neue Software zur Testauswertung im Vogtland

Dank einer neuen Software sieht der Vogtlandkreis der zu erwartenden steigenden Zahl von Corona Schnelltests gelassen entgegen. Die neue Anwendung könne Daten schneller und sicherer verarbeiten, sagte Marco Rendler von der IT Abteilung des Landratsamtes. Das Testtool drucke den positiven oder negativen Bescheid und übertrage alle positiven Ergebnisse direkt ans Gesundheitsamt. "Vom Testen bis zu unserer Bescheiderstellung, also zum Absonderungsbescheid für den Inzidenzsfall , haben wir einen volldigitalen Prozess", so Rendler. Bisher sei alles handschriftlich passiert oder mit Hilfe einer Exceltabelle. Die Software ist erweiterbar und kann an bis zu 400 Teststellen eingesetzt werden, hieß es.

17:30 Uhr | Gastro- und Reisebranche plant Polittalk in Dresden

Die Initiative "Leere Stühle" plant einen "Polittalk" mit 1.000 Teilnehmern unter freiem Himmel in Dresden, um auf die Lage der seit Monaten geschlossenen Unternehmen aufmerksam zu machen. In der Initiative sind unter anderem Vertreter der Gastro- und Reisebranche, von Fitnessstudios und des Einzelhandels zusammengeschlossen. Sie fordern eine wirtschaftliche Perspektive und einen Plan für Öffnungen - und das möglichst schnell. Für die Runde am 1. März auf dem Neumarkt in Dresden habe unter anderem Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig zugesagt, teilte die Initiative am Dienstag mit. Geplant sei eine Fragerunde zur aktuellen Situation.

hunderte leere Stühlen vor der Dresdner Frauenkirche
Sächsische Gastronomen machen mit leeren Stühlen vor der Frauenkirche auf ihre prekäre Situation aufmerksam Bildrechte: Reuters

17:11 Uhr | Corona-Fälle auf Baustelle von Porsche in Leipzig

Mehrere Corona-Fälle haben den Bau der neuen Karosserie-Halle bei Porsche in Leipzig ausgebremst. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wurde der Baustellenbetrieb vorübergehend unterbrochen und die Zutrittsregeln angepasst. Der Zutritt zur Baustelle sei nur noch mit negativem PCR-Test möglich. Zusätzlich habe man ein eigenes Testzentrum für die Baustelle errichtet sowie vorsorglich ein engmaschiges Testsystem eingeführt, hieß es. Die Produktion des Porsche-Werks sei nicht betroffen, da Baustelle und Werk räumlich vollständig voneinander getrennt sind.

16:58 Uhr | Humorzone fällt in diesem Jahr aus

Die im März geplante Dresdner Humorzone fällt in diesem Jahr aus. Das teilten die Organisatoren am Dienstag mit. Einige Höhepunkte des Festivals sollen aber im Sommer stattfinden. Dazu gehört die Show des Stand-up-Comedian Markus Krebs. Er tritt am 29. Juni im Alten Schlachthof auf. Die Kabarettistin Sybille Bullatschek ist am 26. Juli im Boulevardtheater zu erleben. Die meisten Programmteile der 7. Humorzone werden jedoch auf nächstes Jahr März verschoben. Dann lädt Olaf Schubert wieder zahlreiche Humoristen nach Dresden ein. Neben Comedy und Kabarett gibt es auch Zauberei und Chansons.

Humorzone-Gala mit Schirmherr und Moderator Olaf Schubert
Humorzone-Gala mit Schirmherr und Moderator Olaf Schubert Bildrechte: MDR/Amac Garbe

16:36 Uhr | IHK fordert Vorleistung vom Freistaat bei Hilfsgeldern

Die Industrie- und Handelskammer Dresden hat den Freistaat Sachsen aufgerufen, sofort in Vorleistung bei den verspäteten Hilfsgeldern zu gehen. Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann sagte, entgegen der jüngsten Erfolgsmeldungen warteten noch immer viele Unternehmen auf die vollständige Auszahlung der November- und Dezemberhilfen. Der Frust wachse. Jeder Tag ohne Geldeingang bringe sie der Pleite näher. Freistaat und Sächsische Aufbaubank sollten bei diesen Fällen sofort in Vorleistung zu gehen und sich die zugesicherten Beträge später vom Bund erstatten lassen, sagte Hamann.

16:11 Uhr | Besucherzahlen in Kultureinrichtungen in Riesa eingebrochen

Den Kultur- und Freizeiteinrichtungen der Stadt Riesa sind im vergangenen Jahr coronabedingt Besucherzahlen und Einnahmen weggebrochen. Wie die Förder- und Verwaltungsgesellschaft mitteilte, besuchten nur etwa 54.100 Menschen die Sachsenarena. Etwa 11.000 Menschen kamen zu Veranstaltungen in der Stadthalle Stern. Nun hofft die FVG auf Besserung. Die Sachsenarena etwa ist noch bis Jahresmitte als Impfzentrum des Landkreises Meißen gemietet. Danach sollen verlegte Veranstaltungen aus dem Vorjahr stattfinden. Im November sind Auftritte von Otto Waalkes und Olaf Schubert geplant. In der Stadthalle Stern soll nach bisherigem Stand die Elbland Philharmonie am 23. April die Saison einläuten.

15:52 Uhr | Softwareprobleme im Impfzentrum Dresden

Im Impfzentrum Dresden gibt es immer wieder Softwareprobleme. Deshalb müssen Impfwillige Wartezeiten in Kauf nehmen. Darüber hinaus dauere die Beratung der älteren Patienten häufig länger als geplant, sagte der Vorstandsvorsitzende des DRK-Landesverbandes Sachsen, Rüdiger Unger. Man habe darauf allerdings keinen Einfluss, so Unger: "Wenn die Patientenverwaltungs-Software der Ärzte ausfällt, stoppt der ganze Impfprozess. Man holt das dann auch nicht so schnell wieder auf, weil die Taktung nach hinten heraus ja weiterläuft. Die Helfer vom DRK bemühen sich dann redlich, mit guter Laune, Kaffee und Mineralwasser, die Leute bei Laune zu halten."

15:08 Uhr | Staatskanzlei: Möglichkeiten für Corona-Lockerungen nicht sehr groß

Die sächsische Regierung sieht derzeit keine großen Möglichkeiten für Lockerungen in der Corona-Pandemie. Das sagte Staatskanzleichef Oliver Schenk am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden. Er begründete das vor allem mit der Zunahme der Mutationen des Coronavirus auch in Sachsen. Experten würden unterdessen von einer "zweiten Pandemie" sprechen. Bis vergangenen Freitag habe es 120 entsprechende Fälle in Sachsen gegeben. Im März könne es zu stark steigenden Zahlen kommen, wenn man nicht gegensteuere. Es sei mit einer wöchentlichen Verdoppelung der Fallzahlen zu rechnen. Die Kontaktnachverfolgung werde weiter eine zentrale Rolle spielen.

Oliver Schenk (CDU), Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Sachsen, steht vor Beginn der Sitzung des Sächsischen Landtags im Plenarsaal.
Bildrechte: dpa

14:41 Uhr | "Vugelbeerfast" im Erzgebirge soll im Oktober stattfinden

Im erzgebirgischen Lauter-Bernsbach laufen die Planungen für das 25. Vugelbeerfast im Oktober. Wie das Rathaus mitteilte, soll damit ein "Zeichen der Hoffnung" gesetzt werden. Die Menschen bräuchten in diesen Tagen keine Absagen, sondern positive Signale, hieß es. Dennoch plane man zweigleisig. So setzte man zwar auf die vertrauten zwei Festzelte, aber falls die Pandemie Veranstaltungen in Innenräumen nicht zulassen sollte, werde das Vugelbeerfast als reine Open-Air Veranstaltung mit Hygienekonzept über die Bühne gehen. Des Fest soll laut Rathaus vom 1. bis 3. Oktober stattfinden.

14:24 Uhr | Sachsen will 40.000 Corona-Impfungen täglich ermöglichen

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat am Dienstag das geplante Impfkonzept des Freistaats vorgestellt. Demnach sollen ab Mai beziehungsweise Juni bis zu 40.000 Impfungen am Tag möglich sein. Aktuell gebe es eine Impfkapazität von 13.000 pro Tag in Sachsen. Den Angaben zufolge soll es mehr Personal in den Impfzentren geben, außerdem sollen die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Die Zahl der Impfstrecken in den Zentren soll verdoppelt werden. Geplant ist auch der Einsatz von Impfbussen. Hausarztpraxen sollen ebenfalls bei Corona-Schutzimpfungen einbezogen werden. Das Land hat für die Umsetzung des Impfkonzepts 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Petra Köpping Sozialministerin Sachsen exakt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Gesundheitsministerin hat außerdem angekündigt, die Priorisierung für den Impfstoff von Astra-Zeneca zu überarbeiten. Demnach sollen unter anderem auch Erzieher und Erzieherinnen in Kitas sowie Lehrer und Lehrerinnen an Grund- und Förderschulen früher geimpft werden. Köpping kündigte eine Änderung der aktuellen Impfverordnung an. Dann könnten voraussichtlich bereits ab Donnerstag Impftermine für die neuen Gruppen angeboten werden. Der Gesundheitsministerin zufolge stehen derzeit 70.000 Dosen des Impfstoffs von Astra-Zeneca zur Verfügung.

14:13 Uhr | Buchhandel: Kurt Wolff Stiftung appelliert an Kulturminister

Die Leipziger Kurt Wolff Stiftung hat eindringlich auf die prekäre Situation unabhängiger Buchhandlungen in der Corona-Krise hingewiesen. Die Lage verschlechtere sich täglich, hieß es in einem am Dienstag in Leipzig veröffentlichten offenen Brief der Stiftung an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Kulturministerien der Bundesländer. Zwar seien die Buchhandlungen in manchen Bundesländern geöffnet, schrieb die Stiftung. Auch gebe es flächendeckend Abholmöglichkeiten. Dennoch sehe man "die Bibliodiversität, die literarische Vielfalt und die Vielfalt der Meinungen bedroht." Es gebe ein wachsendes Ungleichgewicht. Große Online-Händler übernähmen aktuell einen wichtigen Teil der Umsätze im Buchgeschäft, auch Discounter bauten ihre Angebote aus, hieß es weiter. Diese interessierten sich jedoch weder für die Qualität eines Buches noch für Vielfalt. Die Kurt Wolff Stiftung setzt sich zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene ein.

Ein Kunde steht mit Mundschutz in einem Buchladen
Bildrechte: dpa

13:52 Uhr | Blitzumfrage zu Grenzpendlern im Erzgebirge

Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge hat eine Blitzumfrage unter den regionalen Unternehmen zum Thema Grenzpendler gestartet. Die Firmen sollen mitteilen, ob sie in der Lage sind, ihre tschechischen Mitarbeiter regelmäßig selbst auf Corona zu testen, wieder Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, Matthias Lißke, sagte. In den größeren Firmen, wo viele tschechische Mitarbeitende beschäftigt sind, sei das sehr gut organisiert, so Lißke. "Im Ergebnis werden wir dann den Ministerpräsidenten und Marco Wanderwitz als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium mitteilen, dass die Region das leisten kann und dazu bereit ist und dass das auch eine Voraussetzung für die Verhandlungen mit dem Bundesinnenministerium ist, um diese Grenzöffnung eben nicht nur für Pflegekräfte zu ermöglichen, sondern auch für Industriearbeiter", sagte Lißke. Den Unternehmen im Erzgebirge fehlen nach Angaben der Wirtschaftsförderung durch die Grenzschließung derzeit rund 2.000 tschechische Arbeitskräfte.

13:29 Uhr | Kontrollen an der Grenze um acht Tage verlängert

Deutschland verlängert seine Kontrollen an den Grenzübergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 3. März. Wie der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden. Er hatte am Vortag betont, Innenminister Horst Seehofer sei für eine Verlängerung, werde sich aber noch mit den betroffenen Bundesländern Bayern und Sachsen sowie mit den anderen Mitgliedern der Bundesregierung abstimmen. Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden.

Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal im Erzgebirge
Die Kontrollen an der Landesgrenzen zu Tschechien werden bis zum 3. März beibehalten. Bildrechte: dpa

12:46 Uhr | Linke: Impfkampagne grenzt an Staatsversagen

Ein Mann am Schreibtisch
Rico Gebhardt lässt an der Impfaktion im Freistaat kein gutes Haar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Linken sehen in Sachsens Impfproblemen Anzeichen für ein "Staatsversagen". Schon die Verimpfung anfangs kleiner Impfstoffmengen sei von der Regierung schlecht organisiert worden, erklärte Fraktionschef Rico Gebhardt. "Und nun sieht es ganz danach aus, dass die Infrastruktur erst recht überfordert sein wird, wenn endlich mehr Dosen geliefert werden." Seit vielen Monaten sei klar, dass Impfstoffe kommen werden, die dann schnell und effizient verabreicht werden müssen: "Noch immer baut man die nötige Infrastruktur erst auf, wenn sie gebraucht wird."

Gebhart sagte weiter: "Es ist zwar gut, dass inzwischen Impfbusse rollen, aber es sind viel zu wenige und sie kommen Monate zu spät." Die Hausärzte müssten endlich zur festen Säule der Impfstrategie werden.

Wenn das so weiter geht, dürfte die Wut in der Bevölkerung wachsen und die Akzeptanz für die Maßnahmen weiter abnehmen. Dazu tragen auch weitere Entscheidungen des Kabinetts bei, die kaum jemand nachvollziehen kann.

Rico Gebhardt Fraktionschef der Linken im Sächsischen Landtag

Wer wolle, dass Friseursalons und die Fußpflege ihre Leistungen anbieten, müsse ihnen das wirtschaftlich ermöglichen, sagte Gebhardt. Er kritisierte, dass Beschäftigte in diesen Bereichen die geforderten regelmäßigen Tests selbst bezahlen sollen.

12:30 Uhr | Livestream: Wie geht es mit dem Impfen in Sachsen weiter

Wie soll die Impfkampagne in Sachsen weitergehen? Und wie ist die Corona-Lage aktuell im Freistaat? Diesen und anderen Fragen von Journalisten stellen sich Gesundheitsministerin Petra Köpping, der Chef der Staatskanzlei Oliver Schenk sowie Rüdiger Unger, Vorsitzender des Vorstandes des DRK Landesverbandes Sachsen. Das DRK ist fürs Impfen verantwortlich. Im Livestream können alle Interessierten ab 13 Uhr der Pressekonferenz lauschen.

12:05 Uhr | Finanzspritze soll Chemnitzer Klub das Überleben sichern

Das Chemnitzer Kulturbündnis "Hand in Hand e.V." hat dem Nikola-Tesla -Klub am Sonnenberg 10.000 Euro Corona-Hilfen zugesagt. Wie das Bündnis mitteilte, sollen davon die Nebenkosten beglichen werden, die der Klub wegen der Schließung nicht erwirtschaften kann. Die Mittel für die Unterstützung stammen demnach aus verschiedene Spenden-Aktionen und Einzelspenden.

"Hand in Hand" versteht sich als Aktionsbündnis Chemnitzer Clubs, kultureller Initiativen und Kulturakteure der Stadt.

12:00 Uhr | EU-Kommission beschwert sich über Einreiseregeln

Wegen der verschärften Einreisebestimmungen hat die EU-Kommission einen Beschwerdebrief an Deutschland geschrieben. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert aus einem Schreiben an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß. Darin werden mehrere Vorgaben für Menschen aus Tschechien, der Slowakei und aus Tirol als unverhältnismäßig oder unbegründet bezeichnet.

Der Schutz der öffentlichen Gesundheit könne auch durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden. Die Kommission kritisiert unter anderem die Einstufung der Regionen als Mutationsgebiete, fehlende Ausnahmen bei Einreiseverboten und Testvorgaben für Lkw-Fahrer. Deutschland muss nun innerhalb von zehn Tagen auf die Vorwürfe antworten. Ähnliche Schreiben gingen an Belgien, Ungarn, Dänemark, Schweden und Finnland.

11:45 Uhr | Impfkommission-Chef rechnet mit digitalem Impfnachweis

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, rechnet mit dem Einsatz digitaler Impfnachweise, um gegen das Coronavirus geimpften Menschen den Zugang zu Kulturveranstaltungen oder Restaurants zu ermöglichen. Der Virologe sagte der "Bild"-Zeitung, im "privatrechtlichen Bereich – bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen." International sei das ja bereits eingeführt, weshalb digitale Impfnachweise in Deutschland gar nicht zu verhindern seien. Wichtig sei aber, dass das Impfangebot ausreicht, um niemanden zu benachteiligen.

11:30 Uhr | Impfteams unter Druck, nur die Richtigen zu impfen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen kann nach Angaben eines Sprechers nicht sagen, wie viele Menschen unter 80 Jahren bisher geimpft wurden und zu welchen Berufsgruppen sie gehören. Das Sozialministerium hat eine Anfrage danach noch nicht beantwortet. Wegen einer Panne im Impfportal, konnten sich Freitag schon Lehrer anmelden und sollten bei erfolgreicher Terminvergabe auch geimpft werden. Auch Polizisten wurden schon geimpft - mutmaßlich, damit kein vorbereiteter Impfstoff vernichtet werden muss.

Seit sich Berichte über sogenannte Impfvordrängler häufen, wird besonders kritisch darauf geschaut, wer die Spritze verpasst bekommt. Diejenigen, die die Verteilung der Impfdosen verantworten, stehen unter Beobachtung und wollen nun erst recht alles richtig machen, bestätigt ein DRK-Sprecher in Sachsen. Bei der Impfkampagne hätten 0,5 Prozent der Impfdosen im Freistaat bislang weggeschmissen werden müssen, hieß es. Meist gab es Probleme bei der Lagerung.

11:18 Uhr | Ende des zügellosen Wachstums: Friseure vor dem Neustart

Kommende Woche ist es soweit: Endlich dürfen die Friseursalons wieder öffnen - endlich wieder schneiden, färben, waschen und legen oder gleich eine Kaltwelle machen. An Kundschaft dürfte es den Haarschneiderinnen und Haarschneidern nicht mangeln. Dirk Hentze hat sich schon mal schlau gemacht und berichtet augenzwinkernd, wie die Vorbereitungen laufen (könnten).

10:38 Uhr | Lehrkräfte und Erzieherpersonal augenscheinlich offen für Corona-Impfungen

Grundschullehrerinnen und -lehrer sowie Kita-Erzieher sollen früher geimpft werden. Bei Lehrern kommen die Pläne offenbar gut, wie eine Umfrage vom Sachsenradio zeigt. Gegenwärtig sind viele verunsichert, wenn sie vor ihren Klassen stehen.

09:30 Uhr | Regional erzeugt: Dresden erweitert Wochenmarkt-Angebot

Dresden hat heute eine Werbekampagne für seine Wochenmärkte gestartet. In der Corona-Krise ist die Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen von Direktvermarktern gestiegen. Aktuell werden in Dresden nach Angaben aus dem Rathaus auf elf Wochenmärkten regionale Waren angeboten. Ab 14. April komme ein weiterer Markt am neugestalteten Bönischplatz in der Johannstadt dazu, hieß es. Mit der Werbekampagne wolle die Stadt aber nicht nur neue Kunden ansprechen, sondern auch weitere Händler und Erzeuger erreichen. Es seien noch Standplätze frei.

09:00 Uhr | Kunstministerin Klepsch will Museen mit den Geschäften öffnen - Zeitpunkt unklar

Kunst- und Kulturschaffende in Sachsen müssen weiterhin auf ihr Publikum warten. Sachsens Kunstministerin Barbara Klepsch will sich aktuell aber auf keinen Öffnungstermin festlegen. Mit den Geschäften sollen aber zeitnah zumindest die Museen wieder öffnen dürfen, sagte die CDU-Politikerin bei MDR SACHSEN. Mit der Gastronomie sollen in einem späteren Schritt auch Theater wieder Zuschauer empfangen dürfen.

Barbara Klepsch, Ministerin für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. 13 min
Bildrechte: Barbara Klepsch

Das Prinzip Hoffnung steht an erster Stelle bei Sachsens Künstlerinnen und Künstlern. Wie äußerten sie sich im November zum Stillstand und wie geht es ihnen jetzt? Wie ist der Stand der Dinge? Barbara Klepsch antwortet.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 22.02.2021 21:30Uhr 13:06 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/corona-kunst-kultur-sachsen-oeffnungen-barbara-klepsch-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

08:11 Uhr | Dresden plant Impftaxis für Senioren

Um ältere Bürger zum Corona-Impfzentrum zu bringen, erwägt die Stadt Dresden den Einsatz sogenannter Impftaxis. Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann sagte MDR SACHSEN, derzeit werde eine Stadtratsvorlage erarbeitet. Man habe der Landeshauptstadt ab März mehr Impfstoff angekündigt. Derzeit stehe noch zu wenig Impfstoff zur Verfügung, um Impftaxis einzusetzen. Gestern gab es dennoch schon ein Gespräch zwischen der Stadtverwaltung und Taxigenossenschaft über die Aufteilung der Kosten. Nach aktuellen Plänen sollen auch die Fahrgäste einen Grundbetrag in Form eines Festpreises entrichten.

Taxifahrer hatten bereits im Dezember auf Fahrten zu Impfzentren gehofft. Ihnen fehlen seit Monaten wegen des Lockdowns Geschäftsleute, Touristen und Kneipenbesucher als Fahrgäste.

08:00 Uhr | Vor einem Jahr: Erste Sachsen mit Corona-Verdacht

Vor genau einem Jahr ist die Corona-Pandemie für Sachsens Gesundheitsbehörden zum Thema geworden: Fünf Menschen durften wegen des Coronavirus ihre Wohnungen nicht verlassen, wurde am 23. Februar 2020 bekannt. Sie waren Gäste auf dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam". Zwei Personen stammten aus Dresden, drei aus dem Landkreis Meißen. Sie waren gesund, wurden aber zur Sicherheit isoliert.

07:45 Uhr | Landesdirektion: Keine Disziplinarverfahren gegen Kommunalpolitiker

In Sachsen laufen derzeit keine Disziplinarverfahren gegen mögliche Impfvordrängler aus der Kommunalpolitik. Das teilte die zuständige Landesdirektion Sachsen auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Die Landesdirektion habe bezüglich des bekannt gewordenen Impftermins von Erzgebirgs-Landrat Frank Vogel eine Prüfung eingeleitet. Über das weitere Vorgehen werde nach Vorliegen der Stellungnahme des Landrates entschieden.

Disziplinarverfahren von Landratsämtern wegen Impfverstößen von Oberbürgermeistern oder Bürgermeistern aus Kommunen in den einzelnen Kreisen sind der Landesdirektion nach eigenen Angaben ebenfalls nicht bekannt. Neben Landrat Vogel hatte auch Bad Dübens wiedergewählte Bürgermeisterin Astrid Münster eingeräumt, schon gegen Corona geimpft worden zu sein. Beide Politiker geben an, sich nicht vorgedrängelt, sondern die Impfung angeboten bekommen zu haben.

07:25 Uhr | Zoos appellieren an Politik wieder öffnen zu dürfen

Die verbandlich organisierten zoologischen Gärten und Tierparks haben sich gestern mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer gewandt. Darin bitten sie nach eigenen Angaben darum, ab März wieder ihre Türen öffnen und Familien im Lockdown-Stress ein sicheres Ausflugsziel bieten zu dürfen. In ihrem Schreiben betonen die Zoo-Chefs, dass Tierparks und zoologische Gärten seit dem ersten Tag der Pandemie die zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 notwendigen Maßnahmen mittragen.

"Wir haben die zwingende Notwendigkeit über lange Monate gegenüber unseren jährlich insgesamt mehr als 50 Millionen Besuchern vertreten, auch wenn uns die Einnahmen fehlen", sagt Jörg Junhold, Zoodirektor in Leipzig. Angesichts des steigenden sozialen Drucks in vielen Familien könnten die Zoos Eltern und Kindern die Möglichkeit zum Ausgleich bieten, sind die Betreiber überzeugt.

Tapirdame Laila erkundet mit ihrem Nachwuchs das Außengehege im Leipziger Zoo
Zoos könnten Familien im Lockdown Abwechslung bieten und seien auch keine Gefahr für Ansteckung, meinen die Betreiber. Bildrechte: Zoo Leipzig

06:39 Uhr | Kliniken im Raum Leipzig wollen wieder planbare Operationen anbieten

Die Kliniken in der Leipziger Region kehren schrittweise in den Normalbetrieb zurück. Voraussetzung dafür: weiter sinkende Infektionszahlen. Darauf verständigten sich die 17 im sogenannten Cluster Leipzig organisierten Krankenhäuser. Somit können wieder planbare Operationen und Eingriffe durchgeführt werden. Allerdings können die Kliniken aufgrund der geltenden Hygieneregeln ihre Kapazitäten nicht komplett auslasten.

Zum Cluster Leipzig gehören unter anderem die Universitätsklinik Leipzig, die Collm Klinik Oschatz und das Herzzentrum Leipzig.

06:17 Uhr | Spahns Corona-Schnelltestpläne vorerst ausgebremst

Die Corona-Schnelltestpläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind offenbar vorerst gestoppt worden. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios wurde diese Entscheidung vom sogenannten Corona-Kabinett getroffen. Der Start werde um eine Woche auf den 8. März verschoben. Es gebe noch zu viele offene Fragen.

Auch einige Bundesländer seien unzufrieden mit dem bisherigen Konzept aus dem Gesundheitsministerium. Die Schnelltest-Strategie soll nun nächste Woche beim Bund-Länder-Treffen besprochen werden.

05:35 Uhr | Lehrerverband begrüßt frühere Impfung

Der Deutsche Lehrverband hat die Entscheidung von Bund und Ländern begrüßt, Kita-Beschäftigte sowie Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen schneller gegen das Coronavirus zu impfen. Bei der bisherigen Einordnung in die dritte Gruppe der Impfkandidaten wäre diese Berufsgruppe erst ab Mai geimpft worden. Das wäre viel zu spät für das aktuelle Schuljahr", sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung.

Bund und Länder hatten sich gestern Abend darauf geeinigt, Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte in die Prioritäts-Gruppe 2 einzustufen. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte die Entscheidung und forderte zugleich ein höheres Impftempo als bisher.

05:29 Uhr | Sachsen braucht ab April mehr Personal in Impfzentren

Sachsens Sozialministerium will die Impfkapazitäten ausbauen, da im kommenden Quartal mit mehr Impfstoff gerechnet wird. Das soll noch einmal 178 Millionen Euro kosten. Die Impfstrategie ist im Kabinett umstritten - das Thema wird nun statt heute erst Donnerstag in einer Sondersitzung behandelt.

05:03 Uhr | Gaststätte in Leipzig hofft auf Härtefall-Antrag

Zwar haben Gastronomen im Lockdown Anspruch auf Hilfszahlungen, doch die errechnen sich zum Teil aus dem Umsatz des Vorjahres. Das trifft Barthels Hof in Leipzig hart, denn 2019/2020 wurde das Traditionshaus umgebaut und hatte folglich weniger Umsatz als üblich. Nun hofft der Betreiber auf eine Härtefallregelung.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/Reuters

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.02.2021 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 23.02.2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen