Meldungen am Karfreitag Corona-Ticker Sachsen am 10.04.: 3.601 Corona-Infizierte und 64 Tote im Freistaat

In Sachsen gelten bislang 3.601 Menschen als offiziell Coronavirus-Infizierte. Politiker und Bischöfe haben den Menschen zu Karfreitag Mut zugesprochen und sie um Geduld gebeten. Innenstädte und Straßen waren vielerort menschenleer. Derweil hatte das Verwaltungsgericht Dresden entschieden, dass die verordnete Schließung vieler Geschäfte rechtmäßig ist. Eine Blumenhändlerin hatte zuvor dagegen geklagt.

Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.
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Meldungen am 11. April:

19:00 Uhr | Zusammenfassung und Tickerende

An dieser Stelle endet der MDR SACHSEN-Ticker. Wir sind am Karsonnabend wieder für Sie da.

Falls Sie sich darüber wundern oder ärgern, weshalb immer mehr Menschen ungeduldig werden und es nicht mehr zu Hause aushalten, könnte Ihnen der Verhaltenspsychologe Florian Kaiser weiterhelfen. Sein Rat: Statt zu jammern, was wir alles nicht unternehmen können, sollten wir "auf die Dinge schauen, die wir gewinnen. Damit kann man seine Stimmung etwas heben." In diesem Sinne wünschen wir einen guten Abend zu Hause. Bleiben Sie #miteinanderstark.

18:34 Uhr | Was passiert bei ausgefallenen Urlaubsreisen?

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat den Gutschein-Kompromiss für Urlauber begrüßt und als "richtig" beurteilt. Die Bunderegierung hatte als Lösung für ausgefallene Urlaubsreisen eine vorrangige Gutscheinlösung vorgeschlagen statt einer Erstattung. Demnach solle der Gutschein den Wert der Erstattung beinhalten und bis Silvester 2021 gültig sein. Sollten Urlauber den Gutschein bis dahin nicht eingelöst haben, soll ihnen der Reisewert erstattet werden. Bei Insolvenz des Reiseveranstalters will die Bundesregierung die zusätzliche Absicherung des Gutscheins garantieren.

Für die vorgeschlagene Gutscheinlösung müssten die europäische Pauschalreiserichtlinie und die Fluggastrechteverordnung geändert werden.

17:54 Uhr | Ausflugswetter ohne Ausflügler im Erzgebirge

Am Greifenbachstauweiher im Erzgebirge beginnt normalerweise zu Karfreitag die Saison. Doch in diesem Jahr ist das Ausflugsgebiet fast menschenleer. Nur wenige Spaziergänger genießen die Natur und halten Sicherheitsabstand. Mehr über die besonderen Umstände an diesem Feiertag sehen Sie ab 19 Uhr im MDR SACHSENSPIEGEL.

17:38 Uhr | Masken für alle Kamenzer ab sechs Jahren

Die Stadt Kamenz hat die ersten 3.000 Mundschutz-Masken erhalten. Das ortsansässige Unternehmen Sachsen Fahnen hat die Schutzmasken übergeben und kündigte weitere 3.000 Stück an. Der Kamenzer Stadtrat hatte beschlossen, allen Einwohnern ab dem 6. Lebensjahr kostenfrei eine Mund-Nase-Maske zum einfachen Schutz zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltung verschickt die Masken zuerst an Bewohner der Pflegeeinrichtungen in Kamenz und dann an alle Haushalte.

17:12 Uhr | Anstieg der Infektionen in Radeberger Pflegeheim

Die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Bautzen ist gestiegen. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, hatten sich bis Karfreitag 269 Personen mit dem Virus infiziert. Das sind 27 mehr als am Donnerstag. Der Zuwachs ist demnach vor allem auf die Entwicklung in einem Radeberger Pflegeheim zurückzuführen. Dort wurden 20 neue Fälle bestätigt. Bereits am Donnerstag war das Virus bei zwei Bewohnern und einer Mitarbeiterin nachgewiesen worden. Das Gesundheitsamt veranlasste daraufhin Tests bei allen 164 Bewohnern und den 120 Mitarbeitern des Heimes.

Passanten haben bunt angemalte Steine auf einen Pfosten vor das Altenheim in Radeberg gelegt. auf den Steinen steht: Bleibt gesund. Bleibt tapfer. Das soll die Insassen und Pfleger des Heimes motivieren.
Passanten haben bemalte Steine vor das Altenheim in Radeberg gelegt. Neben einem Schutzengelchen ist der Wunsch "Bleibt gesund" auf einem Stein zu lesen. Bildrechte: Christian Essler

16:49 Uhr | Wieder Anstieg der Infektionszahlen

Die Zahl der in Sachsen aufgetretenen Erkrankungen mit Covid 19 steigt weiter: inzwischen gelten 3.601 Menschen als positiv getestete Fälle. Das sind 114 mehr als am Gründonnerstag. 64 Menschen starben. Laut Sächsischem Sozialministerium sind das sechs Todesfälle mehr als gestern. Von den Coronavirus-Infizierten gelten 1.560 Menschen mittlerweile wieder als genesen.

15:58 Uhr | Konsolen raus - Anpfiff

Der Sächsische Fußballverband (SFV) lädt alle Fußballvereine im Freistaat zu einem eFootball-Turnier ein. Ab dem 20. April soll der "SFV-Finish-it-Cup" starten, bei dem sich die Fußballvereine aller Ligen virtuell miteinander messen können. Die Anmeldefrist endet am 17. April.

Wir möchten unseren Vereinen ein Angebot unterbreiten, die Saison schon jetzt virtuell zu beenden und suchen Sachsens bestes eFootball-Team. Jeder kann mitmachen.

Hermann Winkler Präsident des Sächsischen Fußballverbandes

15:36 Uhr | Rumänischer Krisenstab stoppt Flüge mit Erntehelfern

Der Krisenstab der rumänischen Regierung hat weitere Flüge mit Erntehelfern nach Deutschland bis auf weiteres gestoppt. Den Schritt begründete die Regierung damit, dass bei den ersten Flügen am Donnerstag die Anordnungen zum Schutz vor dem Corona-Virus missachtet worden seien. Am Gründonnerstag waren mehr als 500 Helfer in Deutschland gelandet. Auf Bildern war zuvor zu sehen, wie viele Männer lange in Warteschlangen ohne Schutz und Abstand auf ihren Abflug gewartet hatten. Die bereits am Flughafen wartenden neuen Helfer wurden zurück in ihre Dörfer gebracht.

Sachsens Spargel- und Obstproduzenten warten dringend auf die osteuropäischen Erntehelfer. Allein für die Erdbeersaison im April und Mai braucht Sachsen rund 1.500 Helfer aus Osteuropa, sagte der Geschäftsführer des Obstbauernverbands Udo Jentzsch MDR SACHSEN.

15:09 Uhr | Gute-Laune-Hofkonzerte in Oschatz abgesagt

Die privaten Guten-Laune-Konzerte gegen Corona-Langeweile in Oschatz sind kurzfristig abgesagt worden. Das teilte der Event-DJ Stefan Bräuer seinen Fans bei Facebook mit:

So hatte der MDR am gestrigen Gründonnerstag noch über die Nachbarschaftsaktion berichtet:

14:41 Uhr | Öffnung der Annaberger Kät unklar

Ob der traditionsreiche Jahrmarkt Annaberger Kät in diesem Jahr stattfinden kann, entscheidet die Stadt nächste Woche mit dem Ältestenrat des Stadtrats. Das Volksfest ist vom 12. bis 21. Juni geplant und feiert in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag.

Wegen der Corona-Krise ist bereits das historische Trinitatisfest abgesagt worden. Das sollte zu Himmelfahrt an die lange Geschichte des Festes erinnern, das auf eine Wallfahrt ab dem Jahr 1520 zurückgeht. 2019 hatten mehr als 150.000 Menschen "die Kät" besucht.

14:29 Uhr | Leipziger Thomaskirche streamt Johannes-Passion

In der Leipziger Thomaskirche wird trotz Corona-Krise die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Das Online-Event zum Mitsingen wird ab 15 Uhr im Internet übertragen. Initiiert hat das Projekt der Leiter des abgesagten Bachfestes, Michael Maul. Die Johannes-Passion hätte ein Programmhöhepunkt im Juni werden sollen. Bei der Aufführung sollten ursprünglich 5.000 Menschen auf dem Leipziger Marktplatz mitsingen.

MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das Konzert ab 15 Uhr im Video-Livestream, zusätzlich auf Facebook und zeitversetzt im Radio um 19 Uhr. Die Passionsmusik wird auch 23:50 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen sein und ist danach in der ARD Mediathek abrufbar.

14:09 Uhr | Mundschutz als Osterüberraschung

Die Feuerwehr Dresden hat sich bei einem Ehepaar bedankt, das 40 Nasen- und Mundschutzmasken selbst genäht und gespendet hat.

14:00 Uhr | Einschluss von Quarantäne-Verweigerern in Psychiatrie

Menschen, die sich in Sachsen einer angeordneten Quarantäne verweigern, können weggesperrt werden. Das hat das Sächsische Sozialministerium auf Anfrage von des MDR mitgeteilt. Demnach hat die Landesregierung in vier psychiatrischen Krankenhäusern 22 Zimmer freigeräumt. Dort sollen Menschen eingeschlossen werden, die sich einer Quarantäneanordnung widersetzen. Die Überwachung soll die Polizei übernehmen. Dies sei aber das allerletzte Mittel, sagte Ministerin Petra Köpping dazu. Bislang sei noch niemand weggesperrt worden.

13:38 Uhr | Sachsen halten sich überwiegend an Ausgangsbeschränkungen

Blick in die Altstadt Dresdens und kein Mensch in den Gassen und Straßen am Karfreitag 2020.
Bildrechte: Thomas Kramer

Die Polizei hat am Karfreitag weiter die Einhaltung der Corona-Regeln in Sachsen kontrolliert. In Leipzig sind vom frühen Gründonnerstag bis zum Morgen des Karfreitags 73 Einsätze im Zusammenhang mit der Corona-Schutz-Verordnung registriert worden, teilte die Polizei mit. Etwa ein Drittel der Einsätze gingen auf Hinweise von Anwohnern zurück. Unter anderem war die Polizei Karfreitag mit dem Fahrrad in Leipzig unterwegs.

Aber überwiegend halten sich die Menschen an die Verordnung.

Sprecherin der Polizei Leipzig
Kein Mensch zu sehen auf Dresdens Balkon, den Brühlschen Terrassen am Karfreitag 2020.
Der "Balkon Europas" war am Karfreitagmittag menschenleer. Normalerweise würden sich bei Frühlingswetter die Touristen auf der Brühlschen Terrasse drängen. Bildrechte: Thomas Kramer

In Chemnitz hat die Polizei am Donnerstagabend zwei Grillpartys beendet. In Lunzenau bekamen sieben junge Erwachsenen Platzverweise, weil sie als Gruppe unterwegs waren. In Olbernhau hatten sich ein Dutzend Menschen im Stadtpark versammelt. Sachsens Innenminister Roland Wöller hatte verstärkte Kontrollen während der Osterfeiertage angekündigt, dafür sollen auch Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie berittene Polizisten im Einsatz sein.

12:44 Uhr | Hilferuf der Heilbäder

Soletherme Bad Elster
Bildrechte: Sächsische Staatsbäder GmbH/I. Pastierovic

Die Corona-Krise trifft auch die 15 sächsischen Heilbäder und Kurorte - und zwar härter als andere Städten und Gemeinden, meint der Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes Karl-Ludwig Resch. Die Kurorte hätten hohe Fixkosten in den Bädern für die Pflege der Kurparks, aber auch eine kosten- und personalintensive Infrastruktur. Weil Kurgäste wegblieben, seien die Einnahmen weggebrochen. Viele sächsische Kureinrichtungen und Thermen seien in kommunaler Hand und fielen daher durch das Förderraster.

Die Situation kann man zweifelsohne als dramatisch bezeichnen.

Karl-Ludwig Resch Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes

12:31 Uhr | Bewilligungsquote bei Corona-Soforthilfe in Sachsen sehr hoch

Im Vergleich zu Thüringen und Sachsen-Anhalt ist die Bewilligungsquote für Corona-Soforthilfen in Sachsen besonders hoch. Das hat eine Auswertung des MDR-Magazins UMSCHAU ergeben. Demnach liegt der Anteil der bewilligten Anträge im Freistaat bei 59 Prozent, in Thüringen bei 20 und in Sachsen-Anhalt bei nur vier Prozent.

Unterdessen teilte die Sächsische Aufbaubank (SAB) mit, dass 63 Prozent der Soforthilfe-Zuschüsse bei Unternehmen bereits angekommen sind. Die Auszahlungen würden nahezu zeitgleich erfolgen, hieß es. Die Förderbanken in Sachsens Nachbarländern prüfen nach eigenen Angaben die Förderanträge länger und wollen Betrügereien verhindern.

11:41 Uhr | Spargel könnte teurer werden

Der Preis für sächsischen Spargel könnte in diesem Jahr höher ausfallen als in den Vorjahren. Nach Angaben von Jürgen Kopf vom Vorstand des Ostdeutschen Verbandes der Spargel- und Beerenobstanbauern ist noch nicht absehbar, ob 2020 ähnlich viel Spargel geerntet werden kann, wie in den Vorjahren. Ungewiss sei, ob genügend Erntehelfer aus Osteuropa kämen.

Derzeit kostet das Kilo Spargel in Kyhna bei Leipzig so viel wie voriges Jahr: zwischen sechs und 14 Euro. Normalerweise sinke der Preis in den darauffolgenden Wochen, weil immer mehr Spargel gestochen werde. Ob es dieses Jahr auch so sein werde, entscheide sich in den nächsten zwei bis drei Wochen.

11:18 Uhr | Aufruf zu Menschlichkeit und Zuversicht - trotz Krise

Der evangelische Landesbischof Sachsens, Tobias Bilz hat im ARD-Fernsehgottesdienst zum Karfreitag zu Menschlichkeit in der Corona-Krise aufgerufen. "Menschsein ist jetzt wichtig. Ganz Menschsein", sagte er in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden und sprach den Zuschauern Trost und Mut in diesen für alle schwierigen Wochen zu. In seiner Fürbitte sagte Bilz, dass sich das Land in der Krise mühe und viel Geld zuschieße, um den Wohlstand vieler zu erhalten. Für alle Entscheider und Politiker bat er "um Weisheit im Tun und für ein gutes Gespür für das richtige Maß".

Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke fragte mit einer Liedzeile der Band Silbermond: "Wann reißt der Himmel auf"? Sie berichtete von Menschen, deren Bedürfnis in diesen Tagen besonders groß sei, sich unterm Kreuz mit allen Ängsten und Fragen zu versammeln. Vielen Menschen sei die Verletzlichkeit des Lebens in der Corona-Krise besonders bewusst geworden.

11:12 Uhr | Städtetagspräsident Jung für Öffnung der Kitas und Grundschulen

Burkhard Jung
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Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat sich für eine Öffnung von Grundschulen und Kitas nach den Osterferien ausgesprochen. Infektiologen rieten dazu, in diese Richtung zu denken, sagte Jung in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Auch die Öffnung kleinerer Geschäfte halte er ab 19. April für denkbar. Jung, der auch Präsident des Deutschen Städtetages ist, plädiert für bundesweit einheitliche Regeln und den Schutz von Risikogruppen vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus. In Sachsen gelten noch bis zum Ende der Osterferien strikte Kontaktbeschränkungen.

10:41 Uhr | Virtuelles Unterstützerticket für Chemnitzer FC

Der Chemnitzer FC bittet seine Fans um finanzielle Unterstützung. Um während der Spielpause Einnahmen zu haben, hat der sächsische Fußball-Drittligist ein fiktives Unterstützerspiel ins Leben gerufen. Dem CFC zufolge sollen Anhänger mit dem Kauf der Tickets mithelfen, die finanziellen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren. Ein einem Aufruf in den Sozialen Medien hieß es: "Unser ambitioniertes Ziel, 15.000 Unterstützertickets zu verkaufen, erreichen wir nur gemeinsam."

CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polste sagte: "Die Unterstützung unserer Fans und Mitglieder, die trotz Kurzarbeitergeld an uns spenden, ist beeindruckend. Ebenso die regionalen Unternehmen, die trotz eigener Sorgen weiter an den Chemnitzer FC glauben und helfen, sorgen im Vorstand für Gänsehaut."

10:34 Uhr | Mehr Kontrollen während der Osterfeiertage in Sachsen

Die Sachsen müssen sich von Karfreitag an auf mehr Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen einstellen. Nach Angaben des Innenministeriums ist neben der Bereitschaftspolizei auch berittene Polizei im Einsatz. Die Beamten sollen vor allem Menschenansammlungen in Parks und Naherholungsgebieten unterbinden. Drohnen wie in anderen Bundesländern kämen nicht zum Einsatz. Es gebe datenschutzrechtliche Bedenken, hieß es aus dem Sächsischen Innenministerium.

10:30 Uhr | Umfrage: Jeder zweite Deutsche sieht Corona-Krise als lösbar an

Die Akademie für Gesundheit hat erste Ergebnisse ihrer internationalen Studie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Psyche vorgelegt. Demnach beurteilt mehr als die Hälfte der in Deutschland Befragten die Situation als Herausforderung, die jedoch gelöst werden kann. Als Belastung wird die aktuelle Ausgangsbeschränkung angesehen. Vielen Teilnehmern der Studie fehlen Umarmungen und tägliche Treffen mit anderen Leuten. Auch wirkt sich die Krise bei mehr als 40 Prozent der Befragten negativ auf den Schlaf aus. Für Unzufriedenheit sorge außerdem die Arbeitssituation mit Kurzarbeit oder Homeoffice.

09:50 Uhr | Live-Gottesdienst aus der Dresdner Frauenkirche

Um 10 Uhr beginnt die Live-Übertragung des ARD-Fernsehgottesdienstes am Karfreitag. Wegen der Corona-Pandemie wird dieser in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche gefeiert. Die Übertragung ist im Fernsehen und Online zu sehen und wird auch im Radio übertragen.

Die Liturgie gestalten der neue Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz, Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke und Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. Die musikalische Leitung liegt bei Frauenkirchenorganist Samuel Kummer und Frauenkirchenkantor Matthias Grünert.

09:40 Uhr | Sachsens Bestatter drängen auf Anerkennung als systemrelevant

Sachsens Bestatter drängen darauf, als systemrelevant eingestuft zu werden. Der Obermeister der Bestatterinnung Sachsens, Tobias Wenzel sagte, so könnte die derzeit fehlende Schutzausrüstung einfacher beschafft werden. Er beschrieb die aktuelle Lage als "kritisch, da wir in viele Einrichtungen nur noch mit kompletter Schutzausrüstung dürfen".

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter gilt der Beruf bislang nur in wenigen Bundesländern als systemrelevant. Das Sächsische Sozialministerium kennt das Problem und reagierte auf Anfrage von MDR SACHSEN vor einigen Tagen so: "Leider lässt sich die Frage nicht auf die Schnelle beantworten." Andere Bundesländer haben schon reagiert. Brandenburg oder auch Nordrhein-Westfalen haben Bestattungsunternehmen bereits als systemrelevant eingestuft.

09:22 Uhr | Bäcker und Fleischer haben zum Teil erhebliche Umsatzeinbußen

Welche Folgen die Corona-Krise hat, hängt nach Einschätzung von Branchenverbänden insbesondere vom Geschäftsmodell der Betriebe ab. Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks zufolge, dürften kleine Dorfbäcker, die überwiegend Brot und Brötchen anbieten, nur einen relativ geringen Umsatzrückgang verzeichnen. "Bäckern, die Catering anbieten, oder Kantinen beliefern, bricht dagegen ein großer Teil des Umsatzes weg". Das gelte auch für Bäckereien, die gleichzeitig ein Café betreiben oder für Verkaufsstellen an Bahnhöfen oder Flughäfen sowie Betriebe in Tourismusorten.

Ähnlich sieht es auch Martin Fuchs für die Fleischereien. Der Hauptgeschäftsführer des Deutsche Fleischer-Verbandes sagte, "Fleischereien, die hauptsächlich über die Theke verkaufen und gut erreichbar sind, können derzeit eher Umsatzzuwächse verzeichnen." Betriebe in "leer gefegten" Stadtlagen oder mit einem hohen Catering-Anteil müssten mit erhebliche Umsatzeinbußen rechnen.

09:09 Uhr | Osterbotschaft: Kretschmer bittet um Geduld in der Krise

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat in seiner Osterbotschaft weiter um Geduld, Verständnis und Engagement gebeten. In einer Videobotschaft an die Sachsen sagte er: "Der liebe Gott hat uns einen Kopf gegeben zum Denken. Ein Herz zum Fühlen, und Hände zum Zupacken. Und die brauchen wir, in dieser schwierigen Zeit."

Weiter sagte Kretschmer, das Leben stehe überall auf der Welt still, um "diesen schwierigen Virus" besiegen zu können. Er sei "dankbar für die Geduld, für die Disziplin, die ich überall spüre. " Kretschmer bittet darum, das auch in den kommenden Ostertagen genauso zu leben. Zugleich bedankte er sich bei der Staatsverwaltung, den Pflegediensten und allen "die zupacken, die helfen und mitmachen".

08:55 Uhr | Telefonseelsorge in Sachsen wird ausgeweitet

Die Corona-Krise führt in Sachsen zu mehr Anrufen bei der Telefonseelsorge. Sven Pruß-Delitsch von der Diakonie Auerbach sagte: "Der Andrang ist massiv gestiegen und unsere Leitungen sind ständig besetzt, weshalb in ganz Südwestsachsen die Kapazitäten erhöht wurden." Stundenweise seien zwei Leitungen im Vogtland geschaltet statt sonst nur einer.

Der Telefonseelsorgeverbund Südwestsachsen will eigenen Angaben zufolge mit mehr Stellen gleichzeitig am Netz sein. So könnten besetzte Telefonleitungen in den drei Regionen Vogtland, Zwickau und Chemnitz untereinander ausgeglichen werden. Die Telefonseelsorge ist in Deutschland auch über die Kar- und Ostertage rund um die Uhr unter den kostenfreien Nummern 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222 erreichbar.

08:47 Uhr | Gericht entscheidet: Verordnete Ladenschließungen rechtmäßig

Die verordnete Schließung vieler Geschäfte in Sachsen wegen der Corona-Pandemie ist rechtmäßig. Das hat das Verwaltungsgericht Dresden entschieden. Unter anderem wollte eine Blumenhändlerin gerichtlich gegen die Ladenschließungen vorgehen. Sie habe beabsichtigt, ihren Geschäftsablauf so zu gestalten, dass Kunden genug Abstand einhalen können. Dies sei aber nicht möglich, weil die Allgemeinverfügung keine Ausnahmen vorsehe. Ihr drohe die Insolvenz.

Das Verwaltungsgericht Dresden kam zu dem Schluss, dass die angeordneten Geschäftsschließungen von den Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes gedeckt seien. Die zuständige Behörde müsste in der vorliegenden Pandemiesituation zwingend die notwendigen Schutzmaßnahmen ergreifen. (Az. 6 L 249/20)

Erfolglos blieb den Angaben zufolge auch das Begehren einer Mutter und ihrer erwachsenen Tochter aus dem Landkreis Meißen: Sie hatten sich eine Erlaubnis für gegenseitige Osterbesuche erstreiten wollen. (Az. 6 L 252/20)

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Quelle: MDR/dpa/epd/afp/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.04.2020 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 10.04.2020 | 19:00 Uhr

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