Meldungen am Mittwoch Corona-Ticker Sachsen am 01.04.: Freistaat will Pflegekräfte und Bewohner aller Heime testen

In Sachsen sind inzwischen 2.245 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, 18 Menschen sind an der Erkrankung gestorben. Inzwischen bekommen immer mehr Beschäftigte die Krise zu spüren. Der Freistaat arbeitet an einem Konzept, um in allen Pflegeheimen und Betreuungseinrichtungen Tests durchzuführen.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
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Meldungen am 2. April:

22:00 Uhr | Zusammenfassung und Tickerende

Wir beenden für heute die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie und ihre Auswirkungen in und auf Sachsen. Am Donnerstagfrüh sind wir wieder für Sie da. Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Wenn Sie morgen keinen triftigen Grund haben, das Haus zu verlassen, sei an der Stelle an den Internationalen Kinderbuchtag erinnert, der am 2. April stattfindet. Den feiert man am besten auf der Couch, in Familie und mit diesen Büchertipps:

21:48 Uhr | Kunstsammlungen Chemnitz verschieben 100. Geburtstag

Die Kunstsammlungen Chemnitz haben ihre Feier zum 100-jährigen Bestehen als städtische Einrichtung auf unbestimmte Zeit verschoben. Der für den 30. Mai geplante Festakt und das Bürgerfest wurden aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Über einen neuen Termin werde zu gegebener Zeit informiert, teilten die Kunstsammlungen mit.

21:28 Uhr | Staatskapelle Dresden spendet 20.000 Euro

Die Staatskapelle Dresden spendet 20.000 Euro für hilfsbedürftige freischaffende Musiker, die wegen der Vorstellungsabsagen in der Semperoper finanzielle Einbußen haben. Der Betrag setzt sich aus der Orchesterkasse und durch private Spenden der Kapellmitglieder zusammen. Darüber hinaus rufen die Musiker zu Spenden für die Musiker-Nothilfe auf, eine bundesweite Spendenkampagne der Deutschen Orchester-Stiftung.

21:06 Uhr | Klopapier statt Bücher in Waldenburg

Um den Leuten, die nicht im Supermarkt gehamstert haben, im Notfall trotzdem zu helfen, haben wir die Zelle umfunktioniert.

Lisa Diehl Unternehmerin und Künstlerin

Seit Anfang dieser Woche stapeln sich in der Waldenburger Büchertausch-Telefonzelle keine Bücher mehr, sondern Toilettenpapierrollen. Etwa 100 Rollen liegen in der Kabine bereit und können im Notfall gekauft werden - 30 Cent pro Rolle. Lisa Diehl hatte die Idee für diesen Papiertausch im Häuschen zu Beginn der Coronavirus-Pandemie. Was sie noch damit bezweckt:

20:57 Uhr | Tafeln in Döbeln und Mittweida auch für Kurzarbeiter offen

Wegen strengerer Hygienevorschriften in der Coronavirus-Krise und fehlender Helfer müssen Tafeln ihre Ausgabestellen schließen. Das betrifft auch Penig, Hainichen, Hartha, Waldheim und Roßwein in Mittelsachsen. Bedürftige aus diesen Regionen erhalten an den Hauptausgabestellen in Döbeln und Mittweida weiterhin Lebensmittel, teilten die Tafeln mit.

Auch von Kurzarbeit Betroffene können sich an diese Tafel wenden. "Wir wollen ganz unbürokratische Hilfe leisten", sagte Anne Katrin Koch, Geschäftsführerin des Trägervereins "Netz-Werk" MDR SACHSEN. "Wenn jemand Mindestlohn verdient, kann man sich ausrechnen, was bei Kurzarbeit dann noch übrig bleibt."

20:44 Uhr | Psychologische Hilfe am Krisentelefon

Das Sächsische Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Altscherbitz hat ein Krisentelefon zur psychologischen Unterstützung im Zusammenhang mit der aktuellen Coronavirus-Situation eingerichtet. Psychologen und Ärzte stehen für Kriseninterventionsgespräche montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr bereit.

Das Krisentelefon ist erreichbar unter Telefon: 034204-87 46 51. Das Beratungsangebot ist kostenlos.

20:25 Uhr | ASB-Pflegeheim Hohnstein isoliert

Das Seniorenpflegeheim Hohnstein des Arbeiter-Samariter-Bundes Ortsverband Neustadt/Sachsen (ASB) steht ab sofort unter Quarantäne. Mehrere Bewohner und Pflegekräfte waren positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit.

Zutritt zum Heim haben laut Landkreisverwaltung nur noch Ärzte, Therapeuten und Rettungskräfte. Für nahe Angehörige von Sterbenden würden einzelne Besuchsausnahmen gemacht. Die Quarantäne werde erst nach dem nach dem 14. April 2020 beendet, wenn die Beprobungen negativ ausfallen.

19:10 Uhr | Kultusminister empfiehlt weniger Druck, mehr Kommunikation

Kommunikation, Organisation zu Hause und weniger Druck hat Sachsens Kultusminister Christian Piwarz allen Eltern empfohlen, die ihre Kinder zu Hause unterrichten. "Das Wichtigste ist, dass man sich Aufgaben im Familienablauf organisiert. Wir müssen den Druck rausnehmen", sagte Piwarz im Gespräch mit dem MDR SACHSENSPIEGEL. Die besondere Situation nach den Schulschließungen müssten alle Beteiligten "bestmöglich bewältigen". Eltern sollen in Kontakt mit dem Klassenlehrer und der Schulleitung bleiben, empfahl er.

Wir müssen den Druck rausnehmen, auch den Druck nach Benotung.

Christian Piwarz Kultusminister

Die Abiturprüfungen sollen in Sachsen möglichst ab Ende April beginnen, die Prüfungen an den Oberschulen im Mai. "Wenn wir die Schulen nach den Osterferien nicht öffnen können, müssen wir die Prüfungen verschieben", stellte der Minister in Aussicht und verwies auf die Nachprüfungstermine. Ein Notabitur sei die "allerletzte Option".

18:32 Uhr | Bewohner und Personal in Pflegeeinrichtungen testen

Sachsen will in Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen verstärkt auf das Coronavirus testen lassen. Ein Konzept werde derzeit noch erarbeitet, kündigte Sozialministerin Petra Köpping an. Demnach sollen die Bewohner und das Pflegepersonal getestet werden.

Derzeit können in Sachsen 5.200 Corona-Tests am Tag ausgewertet werden, sagte Köpping. Bisher werde aber die besonders gefährdete Gruppe der älteren Menschen nicht erreicht. In Sachsen gibt es rund 1.000 Pflegeeinrichtungen.

18:20 Uhr | Corona-Updates aus Chemnitz und Mittelsachsen

In Chemnitz sind aktuell 117 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 16 davon werden medizinisch betreut, teilte die Stadt mit.

In Mittelsachsen gibt es 109 nachgewiesene Corona-Fälle. Das sind laut Landratsamt Mittelsachsen sieben mehr als am Dienstag. Vier neue Erkrankte wohnen im Altkreis Freiberg, zwei im Altkreis Döbeln und ein Betroffener im Altkreis Mittweida. In 33 von 53 Städten und Gemeinden im Landkreis gibt es bestätigte Fälle, hieß es.

18:06 Uhr | Aufatmen über ein Stück Normalität

Nach eineinhalb Wochen Zwangspause haben seit Mittwoch Marktstände in Sachsen wieder geöffnet. MDR SACHSEN hat Markttage in Wittichenau, Schkeuditz und Chemnitz besucht und ein kleines Stück Normalität in der Corona-Krise gefunden:

17:56 Uhr | Lokale Plattform für Händler in Radebeul

Als Hilfe in Corona-Zeiten bietet Radebeul nun auch regionalen Händlern und Gewerbetreibende eine Plattform an. Dort können sich Kunden über Firmen und deren Online-Angebote informieren und bestellen. Ähnliche Angebote gibt es bereits in Bautzen und Aue.

17:19 Uhr | Dresden Monarchs und die Corona-Auswirkungen

Meine Spieler machen Zuhause ihre Übungen. Sie haben einen Trainingsplan bekommen und halten sich fit.

Däuber

Der Cheftrainer der Dresden Monarchs hat sich optimistisch zur Lage seines Teams geäußert. Die Saison in der German Football League (GFL) beginnt statt im April vermutlich erst am 30. Mai. Bis dahin gilt für Trainer Ulrich Däuber Homeoffice. Seine Sportler halten sich mit Einzeltrainig fit. Sorgen macht sich Däuber über vier Teamkollegen aus den USA, die derzeit nicht nach Dresden kommen könnten.

16:51 Uhr | Menschen in Quarantäne sollen Müll nicht trennen

Privathaushalte, in denen infizierte Personen oder begründete Corona-Verdachtsfälle in häuslicher Quarantäne sind, sollen den Haushaltsmüll nicht trennen. Darauf verweist das sächsische Umweltministerium. Neben dem Restmüll sollen auch Verpackungsabfälle (gelber Sack) und Biomüll für die Dauer der Quarantäne über die Restmülltonne entsorgt werden. Altpapier, Altglas, Elektroschrott und Batterien gehörten aber auch weiterhin nicht in den Restmüll von Quarantäne-Haushalten.

Damit schützen wir die Müllwerker, aber auch Nachbarinnen und Nachbarn, Hausmeisterinnen und Hausmeister. Das heißt aber auch, dass alle, die nicht betroffen sind, weiterhin ihren Müll getrennt entsorgen.

Wolfram Günther Umweltminister Sachsen

16:44 Uhr | Dresden: Entwarnung und Terminverschiebungen per SMS

Die Dresdner Universitätsklinik informiert Patienten künftig per SMS, wenn der Test auf das Coronavirus negativ ausgefallen ist. Der neue Service sei schnell und direkt, teilte die Klinik mit. Patienten müssten dafür nur ihre Handynummer hinterlassen und der SMS-Kommunikation zustimmen. Nicht nur das Corona-Testcenter werde die neue Möglichkeit nutzen. Auch andere Ambulanzen wollen ihre Patienten so zum Beispiel über sich verschiebende Termine informieren. Das verringere das Risiko, sich in vollen Wartezimmern zu infizieren.

16:03 Uhr | Notfall-Kinderzuschlag wegen Corona-Krise

Wegen der Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie wird bei vielen Familien das Geld knapper. Das Bundesfamilienministerium in Berlin verweist auf Sonderregeln wegen des Coronavirus. Seit 1. April gibt es den Notfall-Kinderzuschlag. Familien sollten daher ihren Anspruch auf den Kinderzuschlag überprüfen. Pro Kind kann das monatlich bis zu 185 Euro zusätzlich bedeuten. Alle Informationen dazu:

15:40 Uhr | Covid-19-Patient aus Norditalien in Leipzig gestorben

Ein Covid-19-Patient aus Bergamo ist am frühen Mittwochmorgen gestorben. Das teilte das Universitätsklinikum Leipzig mit. Dort war der 57 Jahre alte Mann seit dem 24. März behandelt worden. Sein Zustand hatte sich am Wochenende verschlechtert. "Eine schwere Grunderkrankung in Kombination mit Covid-19 führte nun zu einem Multiorganversagen, an dem der Mann heute Morgen leider verstorben ist", sagte Prof. Sebastian Stehr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Uniklinikum. Nun werde der Rücktransport nach Norditalien organisiert.

Mit einer Militärmaschine des Typus «Lockheed C-130 Hercules» der italienischen Luftwaffe sind in den frühen Morgenstunden Corona-Patienten aus Italien auf dem Flughafen Leipzig/Halle gelandet.
Am 24. März waren zwei schwerkranke Patienten aus Norditalien nach Leipzig gebracht geworden. Einer dieser Patienten starb am Mittwoch in der Uniklinik. Bildrechte: dpa

Der zweite Patient, der am Uniklinikum Leipzig behandelt wird, ist in einem stabileren, aber ebenfalls ernsten Zustand, hieß es.

15:17 Uhr | TU Dresden startet digital ins Sommersemester

Bis zum 4. Mai finden an der TU Dresden keine Präsenzlehrveransaltungen statt. Das Sommermester beginnt trotzdem am 6. April - in digitaler Form, informierte die Hochschule. Alle Lehrbereiche hätten digitale Konzepte erstellt. Die technischen Voraussetzungen seien mit einer Lernplattform geschaffen worden, mit der Seminare in Flipped Classrooms stattfinden könnten und Live-Streams möglich sind. Infos zur digitalen Lehre hier.

Es wird keine Lehrveranstaltung ausfallen.

Alexander Lasch Germanistik-Professor und Studiendekan

15:00 Uhr | RB-Profis verzichten auf Teil ihres Gehalts

Die Fußball-Profis von RB Leipzig verzichten auf einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz ihres Gehaltes. Damit wolle das Team von Trainer Julian Nagelsmann "in diesen angespannten Zeiten, die aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus mit viel Unsicherheit und damit auch sehr wenig Planungssicherheit verbunden sind, insbesondere unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen", sagte RB-Kapitän Willi Orban.

Wir möchten als Mannschaft unseren Beitrag leisten! Viele Menschen verlieren in diesen Tagen ihre Jobs oder müssen in Kurzarbeit.

Willi Orban Kapitän des Bundesligisten RB Leipzig

14:35 Uhr | Mittlerweile 18 Tote in Sachsen

In Sachsen sind inzwischen 18 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. "Das ist eine Entwicklung, die uns Sorge macht", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Damit stieg die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um fünf. Alle diese Verstorbenen hatten das 74. Lebensjahr erreicht, so Köpping.

Bis Mittwoch haben sich nachweisbar 2.245 Menschen in Sachsen mit dem Virus infiziert. Das sind 161 Fälle mehr als am Dienstag.

14:31 Uhr | Restauratoren der Kunstsammlungen stellen Schutzbekleidung bereit

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wollen Schutzkleidung im Kampf gegen das Coronavirus bereitstellen. Die Restaurierungswerkstätten des Museumsverbundes würden geeignetes Material für das Gesundheitswesen zusammenstellen, sagte SKD-Sprecher Stephan Adam. Dabei handele es sich um wasserundurchlässige Schutzanzüge, Desinfektionsmittel, Schutzbrillen, Handschuhe sowie Mund-Nasen-Schutz und Schutzmasken.

14:04 Uhr | Anzeige gegen Wanderer im Erzgebirge

Im Erzgebirge hat die Polizei eine Wanderung von zwei Männern abrupt beendet. Die beiden Dresdner (21 und 29 Jahre alt) waren unterwegs nach Holzhau, als die Beamten ihre Personalien überprüften. Da die Wanderer gegen die Allgemeinverfügung verstoßen hatten, bekamen sie eine Anzeige. Zudem mussten sie umgehend die Heimreise antreten.

Die coronabedingten Einschränkungen besagen, dass man "Sport und Bewegung im Freien vorrangig im Umfeld des Wohnbereichs" oder im eigenen Kleingarten bzw. Grundstück vornehmen solle.

Die Ausgangsbeschränkungen in der Übersicht für Sachsen und Mitteldeutschland

13:53 Uhr | Schon 2.700 Betroffene bei Verbraucherschützern gemeldet

Der Republik Österreich droht im Zuge der Coronavirus-Krise eine Klagewelle. Nachdem Österreichs Verbraucherschutzverein (VSV) Strafanzeige erstattet hat, sucht der Verein seit einigen Tagen Tirol-Urlauber, die sich während ihres Aufenthalts mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Wie der Verein dem MDR mitteilte, hatten sich bis zum Mittwoch 2.700 Betroffene gemeldet – davon stammten rund 85 Prozent aus Deutschland.

13:41 Uhr | Plauener sind treue Blutspender

In der Corona-Krise halten die Blutspender in der Region offenbar treu zur Stange. Wenngleich Sonderregeln und Hygienevorgaben auch beim Spenden gelten, gibt es keinen Einbruch an Blutkonserven, sagte der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes Plauen, Michael Pflug. Und: "Wir wussten am Anfang ja auch nicht, wie sich das Ganze entwickelt. Wir wurden sehr positiv überrascht. Der Spenderzulauf war sehr, sehr groß. Dementsprechend können wir momentan sagen, dass wir keine Probleme haben, den Bedarf in Kliniken zu sichern."

13:15 Uhr | Gewerkschaft mahnt: Mitarbeiter der Lebensmittelbranche am Limit

Die Chemnitzer Lebensmittelindustrie arbeitet derzeit am Limit. Wie die Gewerkschaft "Nahrung-Genuss-Gaststätten" (NGG) mitteilte, leisteten die rund 1.200 Mitarbeiter in der Coronavirus-Pandemie einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Essen und Trinken nicht knapp werden.

Überstunden und Extra-Schichten seien schon seit Wochen an der Tagesordnung, sagte Volkmar Heinrich von der NGG-Region Dresden-Chemnitz. Gleichzeitig mahnte er an, gesetzliche Standards in Bezug auf das Arbeitszeitgesetz und den Arbeitsschutz einzuhalten. Der Schutz vor Infektionen habe höchste Priorität, so Heinrich.

12:15 Uhr | Ab in die Eiszeit: Naturkundemuseum stellt zweite Folge von "School's out?!" online

Das Leipziger Naturkundemuseum setzt sein "School's out?!"-Projekt fort und hat das zweite Lehrvideo für Schüler ins Internet gestellt. Dieses Mal nimmt Museumschef Ronny Maik Leder alle Interessierten mit in die Eiszeit. Wöchentlich soll ein naturkundliches Video mit Bezug zu Lehrplänen veröffentlicht werden.

12:06 Uhr | Wirtschaftsminister Dulig: Anlaufschwierigkeiten bei Soforthilfe-Anträgen behoben

In Sachsen können nach anfänglichen Schwierigkeiten pro Tag 24.000 Anträge für die Soforthilfe des Bundes bearbeitet werden. Das sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig MDR SACHSEN. Die Probleme bei der Beantragung per Internet seien behoben und die Server-Kapazitäten erweitert worden, so Dulig.

11:42 Uhr | Programmtipp: Kultusminister Piwarz im MDR SACHSENSPIEGEL

Wie läuft der "Fernunterricht" zu Hause? Wie gerechtfertigt ist Kritik von Eltern? Was machen die Lehrer in der Coronavirus-Krise gut? Sachsens Kultusminister Christian Piwarz steht heute Abend im MDR SACHSENSPIEGEL ab 19 Uhr Rede und Antwort. Seit rund drei Wochen sind die Schulen im Freistaat geschlossen. Lehrer geben den Schülern Aufgaben aus der Ferne, die diese oft mit Hilfe ihrer Eltern lösen. Das klappt nicht immer ohne Konflikte.

10:55 Uhr | Schutzmasken des Bundes gehen an Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste

Eine Lieferung des Bundes mit OP-Masken für Sachsen verteilt das Gesundheitsministerium seit heute an Einrichtungen der Pflege. Das Deutsche Rote Kreuz liefert die insgesamt 182.000 Mund-Nase-Masken an die Landkreise und kreisfreien Städte, von wo aus an die Einrichtungen gehen.

Kurzfristig können nach Angaben des Ministeriums somit die Beschäftigten der sozialen Dienste und Einrichtungen wie ambulante Pflegedienste, Tages- und Nachtpflege, außerklinischen Intensivpflege, stationären Pflege, Hospize, Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie von stationären Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit OP-Masken ausgestattet werden. Die Diakonie Sachsen sowie Betreiber von Alten- und Pflegeheimen hatten Anfang der Woche beklagt, dass sie bei der Verteilung von Schutzausrüstung benachteiligt würden.

10:34 Uhr | Hofläden in der Oberlausitz öffnen zusätzlich

Einige Hofläden in der Oberlausitz haben ihre Öffnungszeiten erweitert. Der Spreehof in Göbeln wird in der nächsten Woche von Montag bis Freitag öffnen. Bei dem Direktvermarkter werden hier zahlreiche Produkte rund ums Schaf angeboten. Bisher hat der Hofladen nur Freitagnachmittag geöffnet.

Als Direkterzeuger hat auch der Hofladen auf dem Bauernhof Ladusch in Kreba-Neudorf von Dienstag bis Sonnabend geöffnet. In dem Familienbetrieb werden Wurstwaren von den eigenen Rindern und auch von Dammwild sowie Käseprodukte aus der eigener Herstellung angeboten. Der Geflügelhof Steinert in Diehsa öffnet Freitag und Sonnabend seinen Hofladen. Alles rund ums Geflügel sowie Wild und Gemüse der Saison gehören hier zum Sortiment.

09:30 Uhr | Volkswagen Sachsen steht zum FSV Zwickau

Fußball-Drittligist FSV Zwickau kann trotz der Spielzeitunterbrechung durch die Coronavirus-Pandemie auf die weitere Unterstützung eines wichtigen Sponsors zählen. Die Volkswagen Sachsen GmbH hat ihren Vertrag als Premiumsponsor vorzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert, wie der Verein mitteilte. Vorstandsmitglied Toralf Wagner erklärte, der Verein sei sehr dankbar, dass die Volkswagen Sachsen GmbH "in der gegenwärtigen Situation ein derart starkes Zeichen setzt".

Der sächsische Drittligist rechnet im Fall eines Saisonabbruchs mit Umsatzverlusten von einer Million Euro. Um diesen Schaden aufzufangen, hat der FSV neben dem Kurzarbeitergeld bei seiner Hausbank Darlehen beantragt.

09:18 Uhr | Pflegebeauftragter der Bundesregierung gegen Besuchsverbote

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich dagegen ausgesprochen, Besuche in Pflegeheimen wegen der Coronavirus-Krise komplett zu untersagen. "Wir können in unserer Gesellschaft keine pauschalen Besuchsverbote akzeptieren, die dazu führen, dass Mütter oder Väter alleine sterben müssen und Kinder sich nicht verabschieden können, nur weil die Eltern in einer Pflegeeinrichtung leben", sagte Westerfellhaus dem "Redaktions-Netzwerk Deutschland". Die Menschenwürde der Bewohner müsse geachtet werden. Westerfellhaus fügte hinzu, dass er auch strikte Ausgangssperren ablehne.

Mit Verweis auf das Seuchenschutzgesetz gelten in den Bundesländern zahlreiche Beschränkungen, die auch mit vorübergehender Beschneidung von Grundrechten verbunden sind.

08:08 Uhr | Staatsweingut: Arbeit im Weinberg statt Kurzarbeit

Die aktuelle Situation rund um die Ausbreitung des neuen Coronavirus stellt auch sächsische Winzer vor Herausforderungen: Neben den zu erwartenden Umsatzeinbußen, etwa durch stornierte Veranstaltungen und ausbleibenden Absatz in der Gastronomie, muss die Bewirtschaftung der Weinberge sichergestellt werden. In größeren Betrieben reisen dazu üblicherweise Saisonkräfte aus Osteuropa an.

Ein Sprecher des Staatsweinguts Schloss Wackerbarth sagte MDR SACHSEN, vor allem mit dem Beginn der Vegetation und dem Wachstum der Reben nach dem Austrieb im April unterstützten diese Saisonkräfte die Arbeit auf den 92 Hektar Rebfläche. "Inwieweit wir in diesem Jahr aufgrund der derzeitigen Lage und bestehenden Reisebeschränkungen auf ausländische Hilfskräfte zurückgreifen können, lässt sich zurzeit noch nicht verlässlich vorhersagen", so der Sprecher. Man plane "vorsorglich temporär mit Mitarbeitern aus den Unternehmensbereichen, in welchen wir bereits jetzt schon Minusstunden aufbauen oder gegebenenfalls Kurzarbeit anmelden müssten". Diese Mitarbeiter sind etwa im Restaurant und der Vinothek angestellt.

07:55 Uhr | Werkstätten für Reifenwechsel generell geöffnet

Autowerkstätten dürfen generell einen Reifenwechsel anbieten. Der Automobilclub ADAC verweist darauf, dass in den meisten Bundesländern ein Reifenwechsel nach wie vor erlaubt sei. In Dresden vergeben Werkstätten aktuell Termine für Reifenwechsel.

07:50 Uhr | Corona-Krise verzögert Bau einer Algenfarm

Im Industriepark Schwarze Pumpe bremst die Coronavirus-Krise den Bau einer Algenproduktionsanlage aus. Das Unternehmen "Mint Engineering" aus Dresden wollte dort ab April eine Algenfarm für drei Millionen Euro errichten lassen. Geschäftsführer Gunnar Mühlstädt sagte MDR SACHSEN, wegen Finanzierungproblemen habe der Baustart schon einmal verschoben werden müssen. Die Finanzierung sei nun geklärt, alle Baugenehmigungen lägen vor.

Doch wegen Einschränkungen in der Bauwirtschaft muss der Baubeginn nun weiter verschoben werden. Ursprünglich hatte die Produktionsanlage schon in diesem Frühjahr in Betrieb gehen sollen. In der Farm in Schwarze Pumpe sollen Speisealgen produziert werden.

07:26 Uhr | Umweltbundesamt mahnt zur Sauberkeit und animiert zum Frühjahrputz

Die Tradition des Frühjahrsputzes hat nach Expertenmeinung angesichts der Coronavirus-Krise besonderen Sinn. "Ein sauberes Heim ist immer wichtig, für Allergiker und Abwehr geschwächte Personen sowieso, aber auch für Gesunde", sagt Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. An den Staub können sich seinen Angaben nach Giftstoffe und Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien heften.

Wegen der Coronavirus-Pandemie sei es zurzeit besonders wichtig, Türgriffe und häufig angefasste Oberflächen regelmäßig abzuwischen und täglich zu lüften. Alles flächendeckend mit Desinfektionsmitteln zu reinigen, sei dagegen nicht nötig. Es sei sogar schädlich für Mensch und Umwelt, warnt Moriske.

07:02 Uhr | Sachsens Mittelständler fordern Zuschüsse statt Darlehen

Sachsens Mittelstand verlangt vom Land ein eigenes Zuschussprogramm für Unternehmen. Bisher können sie beim Freistaat lediglich Darlehen beantragen, die sie zurückzahlen müssen. Mittelstandspräsident Jochen Leonhardt sagte dem MDR, es brauche eine Soforthilfe, damit die Unternehmen erst einmal über die nächsten 14 Tage hinwegkämen. Bei Krediten könnten sie ganz schlecht planen. Es sei unklar, ob sie diese überhaupt zurückzahlen könnten. Das könne zu Insolvenzen führen.

Der Hauptgeschaftsführer der Handwerkskammer Dresden, Andreas Brzezinski, nannte das jetzige Programm eine schwere Bürde. Wirtschaftsminister Martin Dulig meinte dagegen, eine Einmalzahlung helfe nur bedingt. Zinslose Darlehen seien effektiver und nachhaltiger.

06:52 Uhr | Tschechischer Regierungschef macht wenig Hoffnung auf schnelle Grenzöffnung

Die zunächst für 30 Tage angesetzten tschechischen Grenzkontrollen könnten verlängert werden. Regierungschef Andrej Babis sagte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT: "Also unser Ziel ist es nicht, die Grenzen zu öffnen. Unser Ziel ist es vor allem, die Produktion bei uns am Laufen zu halten, die Restaurants, Geschäfte und Bars wieder zu öffnen und zum Leben vor der Infektionswelle zurückzukehren."

Betroffen von der Grenzschließung sind Berufspendler, Unternehmen, Kranken- und Pflegenheime sowie Familien.

06:30 Uhr | Stadtrat Chemnitz plant Sitzung in verkleinerter Runde

Mit etwas mehr als 30 Kommunalpolitikern will die Stadt Chemnitz planmäßig Ende April einen verkleinerten Stadtrat abhalten. Das sei mit dem Ältestenrat verabredet worden, hieß es aus dem Rathaus. Laut Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig will die Stadt eine Vorlage einbringen, die sich mit den bis jetzt spürbaren Auswirkungen von Corona und notwendigen Entscheidungen befasst.

"Da gehe es um den Erlass von Mieten, Stundung/Erlass von Steuern, also das ganze Thema Einnahmeausfälle, da brauchen wir einen Deckungsvorschlag und wahrscheinlich ist die Höhe so hoch, dass auch eine Entscheidung des Stadtrates dafür notwendig ist." Das andere Thema seien die Mehrausgaben. Ein Beispiel sei die Corona-Praxis, die erhebliche Ausgaben verursache. Die öffentliche Sitzung am 29. April im Stadtverordnetensaal wird per Livestream im Internet übertragen.

06:19 Uhr | Freitaler Familienzentrum startet Einkaufsservice für Risikogruppen

Das "Regenbogen"-Familienzentrum in Freital hat für Angehörige von Risikogruppen, Alleinerziehende und Menschen in Quarantäne einen Einkaufservice gestartet. Wer entsprechende Hilfe benötigt, kann diese telefonisch unter 0351/644 1539 montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr anfordern, teilte der Verein am Mittwoch mit. Auf der Homepage des Vereins ist ferner eine Handynummer für dringende Notfälle veröffentlicht.

06:04 Uhr | Mobile Verkaufsstellen dürfen wieder öffnen - nicht alle Kommunen erlauben das

Seit heute sind in Sachsen wieder mehrere mobile Verkaufsstelle an einem Ort erlaubt. Das hat das Landwirtschaftsministerium entschieden, um regionalen Direktvermarktern die Existenz zu sichern. Die Erlaubnis gilt für den Verkauf von Lebensmitteln, selbst erzeugten Gartenbau- und Baumschulerzeugnissen sowie Tierbedarf. In der Chemnitzer Region haben die Kommunen die Neuregelung mit Erleichterung aufgenommen.

So bleibt es in Annaberg-Buchholz bei den bekannten Marktterminen. Auch in Werdau, Hainichen oder Plauen finden wieder Marktstandsöffnungen statt. Ausreichend Platz für den geforderten Sicherheitsabstand sei vorhanden, heißt es aus den Rathäusern. Auch in Leipzig öffnen die Märkte mit Einschränkungen.

Wochenmärkte sind ein wichtiger Bestandteil in der Versorgung der Menschen mit frischen, regionalen Lebensmitteln. Sie stärken die Produzenten aus Leipzig und Umgebung und sind auch ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig.

Leipzigs Marktamtsleiter Walter Ebert

In der Dresdner Region gibt es teilweise Skepsis: In Dippoldiswalde und Coswig bleiben Wochenmärkte untersagt. Die dortigen Stadtverwaltungen wollen Menschenansammlungen wegen der Ansteckungsgefahr vermeiden.

05:50 Uhr | Viele Umplanungen bei Hochzeiten in der Oberlausitz

Wegen des Versammlungsverbots zur Corona-Prävention müssen die Oberlausitzer Standesämter ihre Termine für Hochzeiten neu sortieren. In Bischofswerda beispielsweise haben in den vergangenen zwei Wochen drei Paare geheiratet, die ihre Trauung eigentlich erst später geplant hatten.

Die meisten jetzt vorgesehenen Trauungen sind aber auf später verschoben worden, teilten die Stadtverwaltungen Bautzen, Hoyerswerda und Görlitz mit. In Bautzen seien bis zum Juni sogar vier Trauungen ganz abgesagt worden. Als Grund hätten die Paare geschlossene Gaststätten angegeben. Die Eheschließung als Rechtsakt, so die die Stadtverwaltungen, dürfe grundsätzlich weiter durchgeführt werden. Allerdings seien bei der Zeremonie in Sachsen aktuell keine Gäste zugelassen.

05:35 Uhr | Abschlussprüfungen für viele Auszubildende verschieben sich

Die schriftlichen Abschlussprüfungen für die rund 8.300 Auszubildenden aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammern in Sachsen werden wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Neuer Zeitraum ist der 16. bis 19. Juni. Die mündlichen beziehungsweise praktischen Prüfungen sollen nach derzeitigem Stand wie geplant am 2. Mai beginnen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den IHK Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Weniger betroffen sind die rund 2.100 Auszubildenden im Handwerk im Freistaat. Deren Gesellenprüfungen Teil 2, in die auch der praktische Teil integriert ist, beginnen erst im Sommer. Der erste Teil der Prüfungen fand für die überwiegende Zahl der Auszubildenden bereits im vergangenen Jahr statt.

05:20 Uhr | Dresdner Philharmonie spendet für freischaffende Musiker

Aus Solidarität mit freischaffenden Musikern haben die Musiker der Dresdner Philharmonie 10.000 Euro an den Nothilfefonds der Deutschen Orchesterstiftung gespendet. Viele Kollegen seien durch die Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus unverschuldet in eine akute Notlage geraten, erklärte Robert-Christian Schuster, stellvertretender Vorsitzender des Orchestervorstandes: "Um ihnen jetzt schnell und wirksam helfen zu können, haben wir uns einmütig zu dieser Spende aus der Orchesterkasse der Dresdner Philharmoniker entschlossen." 

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/KNA/Reuters/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.04.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 01.04.2020 | 19:00 Uhr

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