Meldungen am Montag Corona-Ticker Sachsen am 30.03.: 1.930 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus

In Sachsen gibt es inzwischen 1.930 laborbestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, zwölf Menschen starben. Den höchsten Anstieg verzeichnete der Landkreis Zwickau. Hier gab es innerhalb von 24 Stunden einen Anstieg um 44 auf insgesamt 330 Fälle.

Laporand in Schutzkleidung hält ein Teströhrchen.
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Meldungen am 31. März:

22:15 Uhr | Zusammenfassung und Tickerende

Wir beenden an dieser Stelle die Berichterstattung zur Corona-Pandemie in Sachsen für heute. Ab morgen früh sind wir wieder mit aktuellen Nachrichten für Sie da. Vielen Dank für Ihr Vertrauen. Bleiben Sie gesund.

21:25 Uhr | Gutscheinportal soll Gewerbeeinbußen mildern

In Pirna haben Stadt und Einzelhändler ein Gutscheinportal im Internet entwickelt. Unter diesem haben Läden, Restaurants, Hotels und Dienstleister aller Art die Möglichkeit, Gutscheine anzubieten. Die Käufer helfen den jeweiligen Unternehmen dabei, die anfallenden Fixkosten während der Schließphase zu bezahlen. Gleichzeitig soll laut Rathaus die regionale Vermarktung gestärkt werden.

20:27 Uhr | Zweiter Todesfall im Erzgebirgskreis

Der Erzgebirgskreis verzeichnet einen zweiten Corona-Todesfall. Das Landratsamt teilte am Abend mit, es handle sich um eine 89-jährige Frau aus dem Raum Zwönitz. Die Zahl der Todesfälle in Sachsen ist damit auf zwölf gestiegen. Die Gesamtzahl der Infizierten im Erzgebirgskreis beläuft sich auf 114.

20:16 Uhr | Frottana produziert waschbaren Mundschutz

Mund-Nasen-Schutz der Frottana Textil GmbH
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Der Landkreis Görlitz hat die Frottana Textil-Werke in Großschönau mit der Produktion eines waschbaren Mund-Nasen-Schutzes beauftragt. Der verwendete Stoff der Masken sei als bakterien- und virendicht einzustufen, teilte das Landratsamt in Görlitz mit. Erste Masken dieser Art seien bereits im Gebrauch, sagte die Zweite Beigeordnete des Landkreises Martina Weber.

Ich hoffe, dass die Versorgungsengpässe in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Görlitz dadurch minimiert werden können.

Martina Weber Zweite Beigeordnete des Landkreises Görlitz

Zur konkreten Bedarfsermittlung würden alle ambulanten und stationären Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis angeschrieben. Die Koordinierung der Bestellungen erfolge zentral durch den Landkreis Görlitz.

19:58 Uhr | Heim-Demo gegen Zustände in Flüchtlingslagern

Gestern hatte das Bündnis Seebrücke zu einer deutschlandweiten Online-Demo gegen die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern aufgerufen. Weil die Versammlungsfreiheit während der Corona-Krise eingeschränkt ist, habe sich das Aktionsbündnis zu dieser Demonstrationsform entschieden.

Auch Leipziger beteiligten an der Aktion. In verschiedenen Stadtteilen wiesen Transparente an den Fassaden der Häuser auf die schwierige Lage der Geflüchteten in den griechischen Lagern hin. Sie seien dem Coronavirus zum Großteil schutzlos ausgeliefert. Deshalb sei eine Gesundheitsvorsorge für alle Menschen notwendig. Solidarität dürfe nicht an Grenzen aufhören, hieß es auf den Transparenten.

Bildergalerie Protest aus dem Wohnzimmer: Erste Online-Demo auch in Leipzig

Am vergangenen Sonntag hatte das Bündnis Seebrücke zu einer deutschlandweiten Online-Demo gegen die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern aufgerufen. Auch zahlreiche Leipzigerinnen und Leipziger beteiligten sich.

#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Weil die Versammlungsfreiheit während der Corona-Krise eingeschränkt ist, hat sich das Aktionsbündnis Seebrücke eine besondere Demonstrationsform einfallen lassen. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Weil die Versammlungsfreiheit während der Corona-Krise eingeschränkt ist, hat sich das Aktionsbündnis Seebrücke eine besondere Demonstrationsform einfallen lassen. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Unter dem Hashtag #leavenoonebehind hatte das Bündnis am vergangen Sonntag zu einer deutschlandweiten Online-Demo aufgerufen. Damit sollte auf die Lage der Geflüchteten in den griechischen Lagern hingewiesen werden. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Auch in Leipzig beteiligten sich Bürgerinnen und Bürger aus vielen Stadtteilen an der Aktion. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Transparente an den Fassaden der Häuser forderten Solidarität mit den Geflüchteten. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Neben Solidarität, die nicht an Grenzen halt macht, ... Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
... fodern die Transparent auch zur Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland auf. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Die Geflüchteten in den Lagern seien dem Corona-Virus zum Großteil schutzlos ausgeliefert. Gesundheitsvorsorge müsse für alle Menschen möglich sein, steht auf einem Transparent. Bildrechte: Moritz Arand
#leavenoonebehind Transparente Leipzig
Zudem wird auf den Transparenten die Türkeipolitik der Europäischen Union kritisiert. Bildrechte: Moritz Arand
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19:24 Uhr | Musikschulstunde übers Internet

Die Kreismusikschule Dreiländereck bietet momentan Musikunterricht über das Internet an. Wie der Geschäftsführer der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft Peter Hesse mitteilte, nutzten bisher 900 Schüler das Angebot. Das seien ein Drittel der gesamten Musikschüler.

18:47 Uhr | Kultusminister stellt sich hinter Kita-Erzieher

Nach Kritik der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Sachsen (GEW) wegen schlechter Arbeitsbedingungen in Kitas sowie unsozialer Maßnahmen hat sich Kultusminister Christian Piwarz in einem Brief an den Sächsischen Städte- und Gemeindetag und den Sächsischen Landkreistag gewandt. Wie die GEW mitteilte, kritisierte Piwarz darin, dass Pädagogen Zwangsurlaub nehmen sollen oder gedrängt werden, Überstunden abzubauen. Dies sei unsolidarisch. "Personal, welches nicht für die Notbetreuung benötigt wird, sollte mit Aufgaben außerhalb der Einrichtung in Heimarbeit betraut werden, wie etwa konzeptionelle Tätigkeiten oder Dokumentationen", so Piwarz in dem Schreiben.

18:18 Uhr | Ostrale bricht Künstleraustausch ab

Die Ostrale muss ihren Künstleraustausch in Kenia abbrechen. Wie das Zentrum für zeitgenössiche Kunst in Dresden mitteilte, mussten die ersten beiden Künstlerinnen, die aus Deutschland angereist waren, wegen der Corona-Krise wieder zurück. Auch internationale Kunstprojekte der Ostrale in Uganda und in der europäischen Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien müssen wegen der Corona-Pandemie höchstwahrscheinlich verschoben werden.

17:52 Uhr | Annaberg-Buchholz setzt Gästetaxe aus

Kein Tourismus – stattdessen nur noch Unterkunft für Arbeiter und Dienstreisende: Die aktuelle Corona-Krise hat die Hotel- und Beherbergungsbetriebe schwer getroffen. Annaberg-Buchholz setzt deshalb die Gästetaxe vorerst aus. Allerdings müssten Vermieter laut Bundesmeldegesetz auch weiterhin einen Meldeschein für die Beherbergten ausfüllen, teilte die Stadt mit.

Stadtansicht Annaberg-Buchholz
Bildrechte: MDR/Mandy Schalast-Peitz

17:41 Uhr | Leipziger Oberbürgermeister schreibt Senioren

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat sich mit einem Brief an die Einwohner der Stadt gewandt, die über 65 Jahre alt sind. Menschen jenseits des 60. Lebensjahres erkrankten häufig schwerer an der durch das Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19, schreibt Jung. Auch gebe es noch keinen Impfstoff. "Aus diesen beiden Gründen ist es wichtig, dass Sie künftig noch besser auf sich aufpassen", appellierte der SPD-Politiker und gab noch ein paar Verhaltenstipps.

17:23 Uhr | Ab Sonntag weniger Zugverkehr in der Oberlausitz

In der Oberlausitz werden ab kommenden Sonntag weniger Züge fahren. Die Länderbahn Trilex schränkt in Absprache mit dem Verkehrsverbund ZVON das Angebot ein, da deutlich weniger Menschen unterwegs sind. Durchschnittlich sitzen derzeit zehn Fahrgäste in einem Zug, teilte der ZVON mit.

Ab Sonntag werden zwischen Dresden und Görlitz die durchgehenden Züge stündlich fahren. Zwei extra Verbindungen zwischen Bischofswerda und Görlitz entfallen. Zwischen Dresden und Zittau wird ein zweistündiges Angebot gewährleistet. Für die Strecke Zittau-Großschönau-Seifhennersdorf ist Schienenersatzverkehr aller zwei Stunden eingerichtet. Bei der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft mbH (ODEG) sind zunächst keine Reduzierungen geplant.

17:06 Uhr | Arbeitsrechtler zu Kündigungen in der Corona-Krise

Wegen der Corona-Krise kann in vielen Unternehmen nicht gearbeitet werden. Ob Beschäftigten in solchen Situationen betriebsbedingte Kündigungen drohen, das beantwortete Silvio Lindemann, Fachanwalt für Arbeitsrecht, bei MDR SACHSEN.

16:47 Uhr | Direktvermarkter begrüßen Umschwenken bei Wochenmärkten

Die Direktvermarkter in der Region begrüßen die Entscheidung der Landesregierung, mobile Verkaufsstände im Freien ab Mittwoch wieder zuzulassen. Das betrifft vor allem die Wochenmärkte, die in den vergangenen Tagen untersagt waren. "Wir sind total erleichtert und freuen uns, dass die Vernunft gesiegt hat", sagte dazu Molkereimeisterin Katrin Seiffert vom Rößler-Hof in Burkhardtsdorf.

16:28 Uhr | Klinikum Chemnitz versorgt zwei schwerkranke Italiener

Am Klinikum Chemnitz werden erstmals zwei an Covid-19 erkrankte Patienten aus Italien versorgt. Es handelt sich um Männer aus Südtirol, die gestern Abend aufgenommen wurden. Beide sind älter als 60 Jahre, leiden an Vorerkrankungen sowie an schwerem Lungenversagen. Sie müssen daher beatmet werden. Insgesamt werden bislang acht schwer an Covid-19 erkrankten Patienten aus Italien in Sachsen behandelt.

16:18 Uhr | Eilanträge gegen Allgemeinverfügung ohne Erfolg

Die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie von Sachsen erlassene Allgemeinverfügung ist rechtmäßig. Das hat das Verwaltungsgericht Dresden heute in zwei Beschlüssen entschieden. In einem Fall hatte eine Privatperson sich mit einem Eilantrag gegen die Ausgangsbeschränkungen gewehrt, um eine mit sechs Leuten angemeldete Demonstration durchführen zu können. Das Gericht erteilte dem eine Absage. Unter anderem könne der Anmelder nicht garantieren, dass am Demonstrationsort wirklich nur sechs Personen anwesend sein werden.

Im anderen Fall wurde die Form der Allgemeinverfügung kritisiert. Ausgangsbeschränkungen in dem Ausmaß hätten eine Rechtsverordnung des Freistaates gebraucht. Auch hier gingen die Verwaltungsrichter nicht mit der Argumentation mit.

16:02 Uhr | Vogtlandbahn dünnt Verbindungen aus

Die Vogtlandbahn reduziert ab Mittwoch weiter den Verkehr. Jede Bahnstrecke werde dann zumindest mit einem Grundangebot im Zweistundentakt bedient, informierte der Zweckverband ÖPNV Vogtland. Die Busse im Vogtlandnetz fahren indes weiter nach Ferienfahrplan, hieß es.

15:44 Uhr | Wochenmärkte dürfen ab Mittwoch wieder öffnen

Mobile Verkaufsstände unter freiem Himmel und in Markthallen dürfen in Sachsen ab Mittwoch wieder öffnen. Darauf hat sich die Landesregierung heute verständigt. Verkauft werden dürfen allerdings nur Lebensmittel, selbst erzeugte Produkte aus Gärtnereien und Baumschulen sowie Tierbedarf. An den mobilen Verkaufsständen gilt, mindestens zwei Meter Abstand zu halten und genauestens auf Hygiene zu achten, sagte Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Bündnis90/Die Grünen).

15:13 Uhr | Keine Lockerung der Ausgangsbeschränkung in Sicht

Hoffnungen auf baldige Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen und Corona-Bestimmungen wollte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) heute nicht nähren. Am Ostersonntag wolle Sachsen die Zahlen und Erkrankungsverläufe bewerten und dann entscheiden, wie es im Land weitergehe, wiederholte er. "Wir müssen uns disziplinieren. Es braucht Geduld." Bislang könne keinesfalls von Entspannung der Lage geredet werden.

Innenminister Roland Wöller (CDU) kündigte an, dass das Kabinett morgen über eine Rechtsverordnung diskutieren wird. Damit solle die bisher erstellte Allgemeinverfügung des Freistaats zu den Ausgangsbeschränkungen mehr Rechtssicherheit bekommen. Als voraussichtliche Gültigkeitsdauer der Verordnung nannte Wöller den 20. April. Die am 22. März erlassenen Beschränkungen sollten zunächst nur bis 5. April gelten.

14:48 Uhr | Bezahlen ohne Pin wird ausgeweitet

Supermarktkunden können an der Kasse künftig öfter ohne Pin-Eingabe bezahlen. Die Deutsche Kreditwirtschaft kündigte an, das Limit für kontaktloses Bezahlen auf 50 Euro anzuheben.

Bislang ist es möglich, Beträge bis 25 Euro mit der Girocard zu bezahlen, ohne eine Pin einzugeben. Der Dachverband der Banken teilte mit, man werde den Einsatz der hygienischen Bezahlmethode erweitern. Gerade in der aktuellen Situation sei das eine Erleichterung für den Handel und die Kunden.

14:15 Uhr | 1.930 bestätigte Corona-Fälle in Sachsen

In Sachsen gibt es inzwischen 1.930 bestätigte Infektionsfälle mit dem Coronavirus. Das ist ein Anstieg um 114 Fälle im Vergleich zum Vortag, wie die Sächsische Regierung auf ihrer Internetseite angibt.

Den höchsten Anstieg verzeichnete der Landkreis Zwickau. Hier stiegen die gemeldeten Corona-Fälle um 44 auf insgesamt 330. Elf Menschen mit Corona-Infektionen sind gestorben. Der elfte Todesfall wurde aus Dresden gemeldet. Bei den Daten handelt es sich um bis Montagmittag an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen gemeldete Zahlen.

13:26 Uhr | RB Leipzig will 100.000 Euro für Bedürftige spenden

Fußballbundesligist RB Leipzig hat eine mehrwöchige Initiative mit Direktspenden und verschiedenen Aktionen gestartet. In der Summe will RB mindestens 100.000 Euro Institutionen in Not zur Verfügung stellen. In einer ersten Aktion gehen 20.000 Euro an die Leipziger Tafel.

Wir leben in einer großartigen Stadt mit großartigen Menschen und in diesen Zeiten gilt es mehr denn je, dass wir unsere Stadt aktiv unterstützen. Wir möchten durch diese Spendeninitiative unserer sozialen Verantwortung weiter gerecht werden und auch unsere Fans und Unterstützer aufrufen, ebenfalls mitzuhelfen, sodass wir diese schwierige Situation gemeinsam meistern können.

Florian Scholz RB-Marketingchef

13:10 Uhr | Diakonie schlägt Alarm: Schutzausrüstung für Altenpflege dringend nötig

Pflegeheime und ambulante Dienste benötigen Schutzausrüstung genauso dringend wie Krankenhäuser. Darauf verweist die Diakonie Sachsen. Vorstandsvorsitzenden Dietrich Bauer sagte: "Wer sich die bisherigen Daten zu Corona-Sterbefällen anschaut, sieht klar, dass das Durchschnittsalter der Todesopfer bei ungefähr 78 Jahren liegt und nur sehr wenige der untersuchten Sterbefälle keine Vorerkrankung hatten. Wenn also klar hervorgeht, wer die gefährdeste Risikogruppe überhaupt  ist, dann weiß man doch auch sofort, wo sie lebt: in großer Zahl in unseren Pflege- und Altenheimen." Insofern sei es mehr als unverständlich, dass die Ausstattung mit adäquater Schutzausrüstung für die gesamte Altenpflege politisch nicht genauso wichtig genommen wird, wie die der Krankenhäuser, so Bauer.

Die Diakonie Sachsen appelliert daher dringend an die Verantwortlichen, Alten- und Pflegeheime bei der Zuteilung mit den wichtigen Dingen wie Schutzmasken, Schutzkitteln und ähnlichen Dingen an die gleiche Stelle wie Krankenhäuser zu setzen. Gleiches gelte für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Auch die ambulanten Dienste dürften nicht vergessen werden.

Die Pflegekräfte gehen von Haus zu Haus. Sie müssen sich vor Ansteckung schützen und sie müssen die zu versorgenden Menschen davor schützen! Die Altenpflege steht vor einer historischen Herausforderung. Es geht jetzt sehr konkret um Menschenleben!

Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen

12:49 Uhr | Nix mit Soforthilfe: Störung im Förderportal der Sächsischen Aufbaubank

Wer auf Soforthilfe angewiesen ist, hat Pech in Sachsen. Das Förderportal der Sächsischen Aufbaubank zur Beantragung der Förderung ist überlastet und nicht erreichbar. Somit können Betroffene und in ihrer Existenz Bedrohte aktuell auch nicht unbürokratisch die ihnen zustehende Hilfe beantragen.

Es ist heute früh der Server der SAB abgestürzt. Das tut uns leid. Es ist kein böser Wille. Wir sind dran, die technischen Probleme zu beheben.

Martin Dulig Wirtschaftsminister von Sachsen

Startseite SAB
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Wirtschaftsvertreter hatten schon vorher die Schwerfälligkeit in Sachsen beklagt und eine effizientere Arbeitsweise der Verwaltung angemahnt. Die SAB koordiniert seit heute sowohl die Hilfen des Freistaates als auch die des Bundes für sächsische Unternehmer und Selbstständige.

12:35 Uhr | Sachsens Mittelstand fordert mehr Tempo bei der Soforthilfe

Sachsens Mittelstand hat mehr Tempo bei den vom Bund am vergangenen Freitag beschlossenen Soforthilfen für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen angemahnt. "Wir fordern eine deutlich schnellere Geschwindigkeit der Umsetzung aller Maßnahmen durch die Politik in Sachsen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft für Sachsen, Jochen Leonhardt. In der angespannten Situation müsse es im Interesse der kleinen Unternehmer viel rascher gehen. Leonhardt verwies, wie andere Kritiker schon am vergangenen Wochenende, auf Nordrhein-Westfalen, wo viele Unternehmer bereits die Zusagen über Zuschüsse erhalten hätten. "Den Unternehmern in Sachsen kommt es so vor, als ob die Beamten im Freistaat alle im Urlaub oder in Kurzarbeit sind", kritisierte er und mahnte: "In dieser Krisenzeit müssen alle schneller und unkonventioneller arbeiten."

Viele der Handwerker, kleinen Firmen und Selbstständigen könnten einen Monat Stillstand überbrücken, danach sei die Existenz bedroht.

12:10 Uhr | Tafeln in Mittweida und Döbeln bedienen auch Menschen in Kurzarbeit

Die Tafeln in Mittweida und Döbeln stehen ab sofort auch Menschen offen, die auf Kurzarbeit gesetzt sind. Das hat der zuständige Verein mitgeteilt. Zur Begründung hieß es, man verstehe sich als Anlaufstelle für Menschen in Not. Wenn sich das Kurzarbeitergeld auf Hartz IV-Niveau bewege, liege eine solche Notsituation vor. Die Tafel Mittweida hat mittwochs und freitags geöffnet, die Tafel in Döbeln jeden Donnerstag.

11:52 Uhr | Soziologe: Glaube kann in Krisenzeiten helfen - aber nicht überzeugten Atheisten

Religion kann in Krisenzeiten nach Worten des Soziologen Gert Pickel für viele Menschen eine Stütze sein. "Religion bietet eine Möglichkeit zur sogenannten Kontingenzbewältigung, also zum Umgang mit Unsicherheit", sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Dies gelte vor allem für Menschen, die etwa aus der Jugendzeit noch eine Bindung an die Religion hätten.

Für "überzeugte Atheisten in der zweiten Generation" biete der Glaube in der aktuellen Corona-Krise keine Sicherheit, räumte Pickel ein. Für religiöse Menschen oder "für jene, die manchmal als 'Sonntagschristen' bezeichnet werden", könne der Glaube jedoch wirken "wie ein Sicherheitsnetz". Die Erfahrung zeige, dass das Interesse an Sinnfragen und an Religion in Krisenzeiten steige, so der Wissenschaftler.

11:44 Uhr | VW Sachsen unterstützt Zwickauer Klinik bei Suche nach Helfern

Volkswagen Sachsen unterstützt das Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) Zwickau bei der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Mitarbeiter des Automobilherstellers werden dazu gefragt, ob sie im Bedarfsfall im Klinikum aushelfen würden. Gesucht werden neben Ärzten und Pflegekräften auch Helfer ohne medizinisch-pflegerische Vorkenntnisse für die Bereiche Speisenversorgung, Reinigung oder Logistik.

Hintergrund ist, das sich das HBK derzeit aktiv auf den internen Pandemie-Fall vorbereitet und Strategien erarbeitet, um im Ernstfall auf einen Pool von ehrenamtlichen Helfern zurückgreifen zu können. Derzeit sei es aber noch möglich, den Klinikbetrieb mit eigenem Personal zu stemmen, hieß es. Bei VW wiederum wurden die Produktion wegen der Corona-Krise zurückgefahren, viele Mitarbeiter vorübergehend freigestellt.

11:06 Uhr | Auch bei Notbetreuung werden die Kita-Gebühren erstattet

10:17 Uhr | Dynamo-Banner für Zusammenhalt kommt an den Kulturpalast

Heute setzen die Landeshauptstadt Dresden, die SG Dynamo Dresden und die Dresdner Philharmonie mit einem großformatigen Banner am Dresdner Kulturpalast ein Zeichen der Solidarität in der Corona-Krise. Für das Banner, das auf Initiative der Fans von Dynamo-Ultras gefertigt wurde und zunächst am Terrassenufer hing, wurde damit ein neuer Platz gefunden.

Fanaktion Dresden - Aufgespanntes Banner
Zuerst hing das Banner am Terrassenufer. Bildrechte: Roland Halkasch

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Dirk Hilbert, hatte sich dafür eingesetzt, es am Kulturpalast als zentralem Haus der Begegnung und des Miteinanders aufzuhängen und die Dresdner Philharmonie um Mitwirkung gebeten. Auf dem Banner ist zu lesen: "Dresden hat es oft gezeigt, in der Not hilft nur Zusammenhalt. Auch diese Krise werden wir überstehen. Danke an alle, die täglich alles dafür geben!"

Dynamo-Banner am Kulturpalast
Inzwischen hängt das Banner auf Initiative des Oberbürgermeisters am Kulturpalast. Bildrechte: Tino Plunert

09:47 Uhr | Zittauer Fastentuch kann virtuell bestaunt werden

Das Große Zittauer Fastentuch kann mitsamt seinem ungewöhnlichen Ausstellungsraum, dem Museum Kirche zum Heiligen Kreuz, seit dem Wochenende digital erkundet werden. Das große Fastentuch von 1472 erzählt schachbrettartig in 90 Bildern die biblische Geschichte von der Erschaffung der Welt bis hin zum Jüngsten Gericht. Mit 6,80 Meter Breite und 8,20 Meter Höhe gehört es zu den größten und auch ältesten seiner Art weltweit.

Nach Angaben der Städtischen Museen Zittau wurde der virtuelle Rundgang gemeinsam mit einer Filmagentur aus Niesky umgesetzt.

09:10 Uhr | Verbraucherschützer in Österreich suchen Skiurlauber aus Deutschland

Der österreichische Verbraucherschutzverein sucht Skiurlauber für eine mögliche Sammelklage gegen den Tiroler Landeshauptmann, gegen Bürgermeister und Seilbahngesellschaften in der Region Ischgl, Patznauntal, St. Anton, Sölden und Zillertal. Es geht um die späte Reaktion der lokalen Behörden und auch der Republik Österreich im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Verbraucherschützer werfen den Verantwortlichen vor, die Schließung der Skiressorts trotz mindestens eines Corona-Nachweises aus kommerziellen Gründen hinausgezögert zu haben. Viele nun an Corona Erkrankte waren im Februar und Anfang März in Tirol im Skiurlaub. Nach einem Bericht der "Deutschen Welle" haben sich bisher 350 deutsche Skiurlauber bei den Verbraucherschützern gemeldet. Es gelte nun zu prüfen, ob die Urlauber Schadenersatzansprüche haben, hieß es.

Das ZDF war vergangene Woche von einer Pressekonferenz des Landes Tirol zu dieser Problematik ausgeschlossen worden. Es waren nur Tiroler Pressevertreter zugelassen. Dem Fernsehsender wurden nach Angaben der Korrespondentin auch im Nachhinein keine Fragen beantwortet. Wintersport ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für Tirol.

08:05 Uhr | IG Metall Ostsachsen fordert höheres Kurzarbeitergeld

Die IG Metall Ostsachsen fordert in der Corona-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. "Mit einem Kurzarbeitergeld in der aktuellen Höhe zeichnet sich schon jetzt die Krise in der Krise ab", teilte die Gewerkschaft mit. Der Erste Bevollmächtigte, Jan Otto, lobte zwar, "wie zügig der Bund und auch die Länder reagiert haben und Hilfspakete auf den Weg gebracht haben". Er monierte aber, dass "die Unternehmen teilweise zu 100 Prozent Unterstützung, unsere Kolleginnen und Kollegen jedoch nur rund zwei Drittel" bekommen würden.

Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt beim Kurzarbeitergeld 60 Prozent des Lohns, bei Menschen mit Kindern 67 Prozent. Die Unternehmen bekommen Sozialbeiträge erstattet. Die Hilfe kann in der Corona-Krise schon dann fließen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Gewerkschafter Otto sagte MDR SACHSEN, 80 Prozent Kurzarbeitergeld als Minimum würden zumindest eine gewisse Kaufkraft erhalten und den Arbeitnehmern den Alltag in der Krise erleichtert. Auch wer zu Hause bleiben müsse, habe neben den laufenden Kosten auch oftmals noch höhere Kosten, etwa fürs Essen. Otto geht nach eigenen Angaben davon aus, dass das fehlende Geld spätestens in zwei Wochen in vielen Haushalten spürbar werde.

07:07 Uhr | Weitere Einschränkungen bei den Städtischen Verkehrsbetrieben Zwickau

Die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau haben ihren Fahrplan weiter ausgedünnt. Ab heute gilt der Sonnabendfahrplan. Demnach fahren die Straßenbahnen der beiden Linien 3 und 4 sowie die Busse der Linie 10 tagsüber (von 8 bis 19:15 Uhr) im Viertelstunden-Takt. Die Linien 22 und 26 entfallen. Bei anderen Linien verändern sich die Taktzeiten.

Damit reagieren die SVZ auf die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Krise und den damit verbundenen Rückgang an Fahrgästen. Der Regionalverkehr Westsachsen, der auf einigen Verbindungen in der Stadt unterwegs ist, fährt weiterhin nach Ferienfahrplan.

06:40 Uhr | Clubs in Dresden und Leipzig setzen auf Unterstützung ihrer Gäste

In der Corona-Krise hoffen Clubs in Sachsen auf finanzielle Unterstützung. In Dresden starteten 13 Clubs eine Crowdfunding-Kampagne und hoffen auf Spenden. Ein Zusammenschluss von zehn Leipziger Clubs wirbt für sogenannte Club-Solitickets, um der Szene zu helfen. Zahlreiche Veranstaltungen können wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. "Wir sind durch die Bank weg von Insolvenz bedroht. Gehälter, Mieten und sonstige laufende Kosten können nicht mehr bezahlt werden und das jeweils in einem individuellen Maß", schreiben die Leipziger Initiatoren.

Spender, die die Leipziger Clublandschaft mit 25 Euro unterstützen, sollen nach der Krise kostenlosen Eintritt in einen der Clubs bekommen. Innerhalb von vier Tagen hätten mehr als 2.500 Menschen Tickets gekauft, sagte Sebastian Vogt, der die Aktion mit organisiert hat. "Bisher sind wir sehr zufrieden mit der Resonanz", so Vogt. Dennoch seien die Musikspielstätten weiterhin auf Spenden und Fördergelder angewiesen. Vogt kündigte an, dass die Clubs demnächst mit einer Streamingplattform die Vielfalt der Clubkultur in die Wohnzimmer bringen wollen.

06:24 Uhr | Väter dürfen bei Geburten in Grimma und Wurzen nicht mehr in den Kreißsaal

In die Kreißsäle der Krankenhäuser in Grimma und Wurzen gibt es für werdenden Väter keinen Zutritt mehr. Das haben nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" die Muldentalkliniken beschlossen. Das Ansteckungsrisiko sei in der aktuellen Situation zu hoch, sagte Geschäftsführer Mike Schuffenhauer zur Begründung. Der Schutz der Neugeborenen und Mitarbeiter genieße Vorrang.

Dagegen lassen die Sana Kliniken Leipziger Land in Borna eine Begleitung bei der Geburt noch zu. Der Besuch der Wochenstation ist Väter aber hingegen bereits untersagt.

06:15 Uhr | In Görlitz gilt ab heute Sonntagsfahrplan

Ab heute gilt bei den Görlitzer Verkehrsbetrieben ein Sonderfahrplan. Der basiert auf dem regulären Sonntagsfahrplan. Auf den Linien 1, 2 und B gibt es einen 30-Minuten-Takt und auf der Linie A einen 60-Minuten-Takt. Die Buslinie D verkehrt zwischen Klingewalde und Demianiplatz als Rufbus. Die Ortsteile Hagenwerder/Tauchritz sowie Kunnerwitz/Klein Neundorf werden weiterhin mit den Linien E beziehungsweise F gemäß des Ferienfahrplans bedient. Diese Sonderregelungen gelten erstmal bis Mitte April.

06:00 Uhr | Hebammen klagen über fehlende Schutzkleidung

Sachsens Hebammen fehlt in der Corona-Krise Schutzkleidung. Die Vorsitzende des Sächsischen Hebammenverbandes, Stephanie Hahn-Schaffarczyk, sagte, Hebammen kämen nur sehr schwer an entsprechende Ausstattung heran. Die Betreuung einer positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Frau wäre daher "sehr schwierig". Bislang sei ihr aber kein Fall einer infizierten Schwangeren in Sachsen bekannt gewesen. Ihrer Einschätzung nach ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis es soweit ist.

Um die betreuten Frauen, sich selbst und die eigene Familie nicht zu gefährden, würden derzeit viele Hausbesuche in Sachsen durch Video-Schalten ersetzt, sagte Hahn-Schaffarczyk. Auch Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse fänden digital in Videokonferenzen statt. Mütter und Schwangere hätten meist großes Verständnis dafür. Zugleich betonte sie, dass gerade Besuche von Frauen im Wochenbett unerlässlich seien. Untersuchungen mit engem Kontakt würden nur noch mit Mund- und Nasenschutz durchgeführt.

05:28 Uhr | Pirna bekommt Abstrichpraxis für Corona-Tests

Pirna bekommt eine sogenannte Abstrichpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS). Ab heute können Patienten in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums für Technik und Wirtschaft (BSZ) in Pirna-Copitz auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden. Dafür wurden in den Flachbau acht Separees eingebaut. Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerkes unterstützen den Aufbau. Die Abstrichpraxis wird Betroffenen, die entweder durch ihren behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt dorthin überwiesen worden sind, zur Verfügung stehen. Das teilt KVS-Pressesprecherin Katharina Bachmann-Bux auf Anfrage mit.

05:16 Uhr | Dresden beginnt Auszahlung erster Soforthilfen

Dresden überweist heute die ersten Soforthilfen an Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen in Höhe von jeweils 1.000 Euro. Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagte, 20 Mitarbeiter hätten das ganze Wochenende eingehende Anträge geprüft. Die ersten 100 Bescheide würden nun ausgezahlt. Das Hilfsprogramm war am vergangenen Donnerstag vom Stadtrat beschlossen worden. Seitdem gingen nach Angaben der Stadt über 4.000 Anträge ein.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/KNA/SID/lam/

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.03.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.03.2020 | 19:00 Uhr

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