Meldungen am Sonnabend Corona-Ticker Sachsen am 28.03.: Menschen halten sich an Ausgangsbeschränkungen

In Sachsen gelten weiter Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote. Trotz des schönen Wetters ist es nicht zu nennenswerten Menschenansammlungen an Ausflugszielen gekommen. Das Fazit der Polizei fiel positiv aus: Die meisten Sachsen hielten sich an die Ausgangsbeschränkungen. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen liegt im Freistaat bei 1.700. Neun Menschen starben.

Zwei Polizisten kontrollieren im Park an der Schlossteichinsel in Chemnitz junge Leute. sie haben auf einer Decke gepicknickt. Das ist dort nicht erlaubt. nicht nur wegen der ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise.
Kontrollen der Polizei gab es am Sonnabend auch in Chemnitz an der Schlossteichinsel. Bildrechte: Harry Härtel

Meldungen am 29. März:

21:00 Uhr | Zusammenfassung und Tickerende

An dieser Stelle beenden wir die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie für heute. Am Sonntagmorgen sind wir wieder für Sie am Platz und halten Sie auf dem Laufenden zur Lage in Sachsen. Danke für Ihr Interesse heute. Wir wünschen Ihnen einen gemütlichen Sonntag zu Hause.

Falls Sie sich fragen, was andere Leute die ganze Zeit daheim machen, können Sie sich hier inspirieren lassen oder hier.

20:24 Uhr | Warten auf Sonderflug nach Sachsen

Noch immer sitzen rund 40.000 deutsche Urlauber im Ausland fest und warten auf einen Rückflug nach Hause. So wie der Leipziger Udo Zimmer, der in Neuseeland festsitzt. Obwohl sich sein Reisebüro um die Rückreise kümmerte, klappte das wegen der Durchreisebedingungen anderer Länder nicht. Jetzt hofft der Sachse auf einen Sonderflug im Rahmen des Rückholprogramms der Bundesregierung.

19:55 Uhr | Turmmusik für Mut in Augustusburg

Mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zueinander haben am Abend in Augustusburg vier Musiker auf dem Kirchturm der Stadtkirche St. Petri musiziert. Punkt 18 Uhr grüßten sie die Augustusburger und schickten ihnen mit verschiedenen Abendliedern ein "Zeichen der Hoffnung und Andacht". Niemand solle sich einsam fühlen, sagen die Organisatoren des "Augustusburger Musiksommers". Sie wollen jeden Sonnabend musikalische Grüße über die Stadt hinweg schicken - solange, bis die Corona-Krise überwunden ist.

Am Sonnabend, 28.3.2020 haben Kirchenmusiker auf dem Turm in Augustusburg musiziert gegen Corona-Angst und Einsamkeit für Hoffnung.
Bildrechte: Erik Frank Hoffmann

Auch der Bürgermeister von Augustusburg hat sich etwas einfallen lassen, um Menschen in der Corona-Krise zu helfen. Über eine Bürgerschafts-App können die Augustusburger kommunizieren.

19:14 Uhr | Wohngenossenschaften befürchten millionteure Mietausfälle

Die Wohnungsgenossenschaften in Sachsen rechnen als Folge der Corona-Pandemie mit Mietausfällen von knapp 20 Millionen Euro pro Monat. Der Verband plädiert daher für einen sogenannten Sicher-Wohnen-Fonds. Der solle die wirtschaftlichen Risiken für die Mieter und für die Wohnungsgenossenschaften begrenzen, berichtet der MDR.

19:03 Uhr | Zwei italienische Corona-Patienten stabil

Die zwei schwerkranken Corona-Patienten aus Bergamo/Italien, die in der Leipziger Uniklinik behandelt werden, sind derzeit stabil. Das sagte der Intensivmediziner und Oberarzt Sven Laudi dem MDR SACHSENSPIEGEL. Die Patienten müssten auf der Intensivstation beatmet werden und benötigten viel Sauerstoff. Oberarzt Laudi beschrieb den Zustand der Patienten derzeit als "beherrschbar und stabil". In Sachsen werden derzeit acht Patienten aus Italien behandelt.

19:00 Uhr | Coronavirus-Infektionen steigen im Landkreis Görlitz

Im Landkreis Görlitz gibt es bislang 68 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das sind neun Fälle mehr als am Freitag. Von den bisher festgestellten Corona-Infektionen können sechs Menschen als geheilt betrachtet werden, teilte der Landkreis mit. In Quarantäne sind 238 Bewohner. Sechs Menschen liegen im Krankenhaus. Davon ist ein Patient weiter in intensivmedizinischer Betreuung, hieß es. Vor drei Tagen verzeichnete der Landkreis Görlitz den ersten Todesfall in einer Pflegeeinrichtung in Folge einer Coronavirus-Infektion.

18:32 Uhr | Sachsen halten sich an Ausgangsbeschränkungen

Trotz des Frühlingswetters haben die Sachsen Corona-Verbote überwiegend befolgt. Das ist das Fazit der Polizei, die bei diversen Kontrollen nur vereinzelt einschreiten musste. Ein Schwerpunkt der Kontrollen waren Parks, Zugänge zu Wanderwegen und zu Parkplätzen in Naherholungsgebieten.

18:17 Uhr | Auerbach-Spieler helfen im Supermarkt

Spieler und Trainer des Regionalligisten VfB Auerbach können derzeit zwar nur eingeschränkt trainieren, dafür helfen sie Sponsoren in deren Geschäften. Fußballer räumten in Supermärkten Regale ein. Manager Volkhardt Kramer organisiert die Hilfen. Er koordiniert die Spieler, die anpacken, hilft aber auch Vereins-Sponsoren, die Probleme haben.

Jeder kann an jeder Stelle irgendwo etwas tun.

Volkhardt Kramer Manager VfB Auerbach

17:54 Uhr | Feuerwehr Dresden

Unbekannte einer Putte am denkmal zu Füßen des goldenen Reiters einen OP-Mundschutz übergezogen. Gesehen am 28.3.2020 nachmittags.
Bildrechte: MDR/Kathrin König

Die Feuerwehr Dresden hat zu weiteren Mundschutz-Spenden aufgerufen. "Bitte hört nicht auf!", twitterte die Wehr und bedankte sich bei allen Unterstützern, die schon selbstgenähte Masken abgegeben haben. Der Aufruf der Kameraden läuft unter dem Hashtag #AnsteckenderAlsCorona und bezieht sich auf die Solidarität der Menschen.

17:37 Uhr | Ministerpräsident: Abwarten bis Ostern

Es kann jederzeit wieder zu einer Beschleunigung der Infektionen kommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle vernünftig handeln und uns an die Kontaktbeschränkungen halten.

Ministerpräsident Michael Kretschmer Lageeinschätzung via Twitter

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht keinen Anlass zu einer schnelleren Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. "Sachsen ist bei einer Verdopplung (der Infektionszahlen, Anm. d. Red.) in fünf bis sieben Tagen, das ist eine deutliche Verlangsamung", sagte er in einem Zeitungsinterview. Erst wenn bis Ostern alles gut gelaufen sei, könnte über Lockerungen gesprochen werden. Bis dahin gelte es abzuwarten.

17:15 Uhr | Polizei-Poldi gegen Langeweile

Die Polizei Sachsen Sachsen hat Online-Spiele und Videos mit dem Maskottchen Poldi zusammengestellt, um Familien gegen aufkommende Langeweile zu helfen. "In der aktuellen Lage müssen Eltern vermutlich mit jedem Tag kreativer werden, um die Kleinen zu Hause bei Laune zu halten", twitterte die Polizei. Das Medienangebot ist für Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren gedacht.

17:00 Uhr | Wenn der Eismann klingelt

Eiscafés müssen während der Corona-Krise geschlossen bleiben. Straßenverkauf außer Haus ist weiterhin erlaubt. Inhaber mehrerer Eisdielen im Chemnitzer Raum liefern Eis auch direkt an die Haustür. Dabei müssen Kunden und Mitarbeiter strenge Hygienevorschriften einhalten, beispielsweise kontaktfrei bezahlen, indem sie das Geld in eine kleine Schale vor die Tür legen.

16:38 Uhr | "Der vergessene Mittelstand" verlangt Hilfe von der Politik

Drei Unternehmer aus Schwarzenberg im Erzgebirge haben am Sonnabend eine Petition an die Bundesregierung gestartet. Unter der Überschrift "Der vergessene Mittelstand" verlangen sie rückzahlungsfreie Soforthilfen für Unternehmen mit zehn bis 250 Beschäftigten. Auch diese seien von den Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie betroffen, würden aber bei den angeschobenen Hilfsmaßnahmen nicht berücksichtigt. Für sie gebe es weder Zuschüsse wie für Kleinbetriebe noch einen Rettungsfonds für größere Unternehmen, kritisieren die Initiatoren.

Die einzige Möglichkeit seien derzeit Bankkredite, für die jedoch Sicherheiten erbracht werden müssten. Diese Kritik richten die drei Mittelständler aus dem Erzgebirge auch an die sächsische Landesregierung. Diese biete im Gegensatz zu anderen Bundesländern keine Soforthilfen für den klassischen Mittelstand an. Die Initiatoren der Petition hoffen auf 50.000 Unterschriften für ihr Anliegen.

16:07 Uhr | Leipziger gehen raus - aber halten Abstand

Auch in Leipzig hat die Polizei am Sonnabend die Einhaltung der Allgemeinverfügung kontrolliert. Zusammen mit dem Ordnungsamt sind die Beamten vor allem in Parks und am Cospudener See unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher MDR SACHSEN. Ein besonderes Augenmerk lag "auf der Vermeidung von Menschenansammlungen und der Einhaltung des Mindestabstands". Bis zum frühen Nachmittag zeigte sich die Polizei zufrieden. Es seien zwar viele Menschen unterwegs, hielten sich aber an die Regeln. Angaben zur Zahl möglicher Verstöße konnte die Behörde noch nicht machen.

Cospudener See 28.3.2020 Coronakrise
Bildrechte: Bernd März

15:31 Uhr | Dresdner klagen gegen Allgemeinverfügungen

In Dresden haben nach Informationen von MDR SACHSEN bisher vier Bürger gegen die Allgemeinverfügungen des Freistaats geklagt. In einem Fall wollte ein Gastwirt die Einschränkungen für sein Restaurant nicht hinnehmen. Sein Eilantrag wurde aber vom Verwaltungsgericht Dresden abgewiesen. In drei Fällen steht eine Entscheidung noch aus. So will ein Kläger eine Demonstration am 31. März auf dem Dresdner Postplatz durchsetzen. Er sieht sich durch die Allgemeinverfügung in seinem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

15:12 Uhr | Aufschub für Auto-TÜV

Wegen der Corona-Krise bekommen auch Autofahrer in Sachsen mit ablaufenden TÜV-Plaketten einen Aufschub. Wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer erklärte, haben Autobesitzer nun zwei Monate mehr Zeit, den TÜV zu erneuern. Laut Scheuer sind Polizei und Ordnungsämter darüber informiert.

15:03 Uhr | Sonnenwetter vs. Ausgangsbeschränkungen

Ein Blick auf die Straßen Dresdens und in den Alaunpark im Stadtteil Dresden-Neustadt zeigt: Viele Menschen halten sich an die Ausgangsbeschränkungen. Sie sind - wenn überhaupt - allein oder zu zweit unterwegs.

Die Bürger halten sich daran.

Polizei Dresden zur Lage bis zum Mittag

Im Stadtpark der Neustadt Dresden, im Alaunpark waren am 28.3.2020 nachmittags nur wenige Menschen unterwegs. Wenn, sah man Paare oder einzelne Spaziergänger, vereinzelt auch Familien.
Bildrechte: MDR/Kathrin König
Am 28.3.2020 bei strahlendem Sonnenschein ist die hauptstsraße zu Füßen des Goldenen Reiters in Dresden fast menschenleer. nur vereinzelt spazieren Paare entlang oder ein Fahrradfahrer auf der Straße.
So leer sah die Hauptstraße am Sonnabendnachmittag in Dresden aus. Zu Füßen des Goldenen Reiters waren kaum Menschen unterwegs. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Das bestätigt auch die Dresdner Polizei. Bis zum Mittag wurden keine Verstöße gegen die wegen der Corona-Pandemie geltende Allgemeinverfügung festgestellt. Die Bürger hielten sich an die Regeln, sagte ein Sprecher. Auch beim Lagezentrum im Innenministerium sind bisher keine Fälle bekannt. Bei den für das Wochenende verstärkten Kontrollen an vielen Orten sollten vor allem Menschenansammlungen unterbunden werden. Kontrolliert wird vor allem in Ausflugsgebieten wie der Sächsischen Schweiz, wo Wanderparkplätze gesperrt sind. Aber auch in Meißen und Dresden patrouillieren Beamte an der Elbe und in Parks.

14:39 Uhr | Bischof Bilz: Corona-Krise wird uns verändern

Oberlandeskirchenrat Tobias Bilz aus Dresden ist einer von drei Kandidaten, die sich zur Wahl des neuen Landesbischofs der evangelischen Landeskirche in Sachsen stellen.
Bildrechte: dpa

Der neue Landesbischof der evangelischen Kirche in Sachsen, Tobias Bilz, erwartet, dass sich Deutschland nach der Coronavirus-Pandemie verändern wird. Er sagte in der "Sächsischen Zeitung: "Ich gehe davon aus, dass wir neue Prioritäten in unserem Leben setzen werden." Bilz sieht das Sicherheitsdenken der Deutschen erschüttert. Das könnte dazu führen, dass sich die Menschen für die Not anderer öffnen. Dabei verwies er auf die Aufnahme von Flüchtlingen, insbesondere Mütter mit Kindern.

Uns ist doch bewusst, dass wir in Deutschland auf Kosten anderer leben. Wir wollen es aber nicht merken, weil die anderen weit weg sind.

Tobias Bilz Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

14:00 Uhr | Neue Zahlen zu Infektionen mit Corona-Virus

Das sächsische Sozialministerium meldet aktuell 1.700 bestätigte Infektionen mit dem Corona-Virus. Das sind 195 mehr als am Freitag. Dabei handelt es sich um die Fälle, die der Landesuntersuchungsanstalt elektronisch übermittelt wurden. Darüber hinaus haben bis 14:00 Uhr folgende Kreise und kreisfreie Städte neue Zahlen zu Corona-Infektionsfällen veröffentlicht:

  Anzahl der Infektionen Veränderung zum Vortag
LK Görlitz 67 +8
LK Bautzen 158 +17
Stadt Dresden 314 +17
Landkreis Meißen 60 +8
Landkreis Nordsachsen 31 +2
Landkreis Zwickau 286 +9
Vogtlandkreis 92 +10

13:43 Uhr | Leipziger Online-Bibo-Angebote für alle kostenlos

Die Städtischen Bibliotheken in Leipzig haben ihre Online-Angebote zur kostenlosen Nutzung freigegeben. Damit haben auch Interessierte Zugriff, die keinen Bibliotheksausweis haben. Sie müssen sich nur per E-Mail unter stadtbib@leipzig.de anmelden. Das Angebot gilt vorerst bis zum 20. April, damit den Menschen nicht der Lese- und Filmstoff ausgeht, solange Buchläden, Bibliotheken und Kinos wegen der Coronakrise geschlossen bleiben müssen. Die Leipziger Stadtbibliothek bietet online unter anderem Zugang zu rund 28.000 E-Medien, einer Lernplattform für Kinder und einem Film-Streaming-Portal.

13:28 Uhr | Veilchen verzichten auf Kohle

Die Profi-Fußballer von Zweitligist Erzgebirge Aue wollen ihren Verein finanziell unterstützen. Sowohl die Spieler als auch der Trainerstab verzichten nach eigenen Angaben auf Teile ihres Gehalts. Erzgebirge Aue hat wie andere Vereine auch derzeit Probleme - aufgrund der Zwangspause durch die Coronavirus-Pandemie fallen Einnahmen weg. Vor Aue haben bereits Spieler anderer Mannschaften einen teilweisen Gehaltsverzicht erklärt, um ihren Verein zu entlasten.

13:11 Uhr | Dynamo-Fans machen Bautznern Mut

In Bautzen haben sich mutmaßlich Fans von Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden eine Aktion ausgedacht, um den Einwohnern Mut zuzusprechen. Am Geländer der bekannten Friedensbrücke prangt ein Transparent mit dem Dynamo-Logo und der Aufschrift "In unserer Stadt beißt das Virus auf Granit - Haltet durch!"

12:52 Uhr | Weniger Verbrechen und Verkehrsunfälle durch Corona-Krise

Die Corona-Krise macht offenbar Kriminellen das Leben schwer und den Straßenverkehr sicherer. Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der Straftaten und der Verkehrsunfälle seit den starken Einschränkungen im öffentlichen Leben gesunken. Eine belastbare statistische Auswertung steht allerdings noch aus.

Zudem glaubt die Polizei nicht, dass dieser Effekt lange anhält. Wegen der derzeit geltenden strengen Ausgangsbeschränkungen könnten zwar bestimmte Delikte weniger häufig begangen werden. Andererseits würden Kriminelle dafür in anderen Bereichen die aktuelle Lage ausnutzen und beispielsweise im Internet falsche Spendenaufrufe starten.

Und die privaten Wachfirmen müssen derzeit keine Besucher von Großveranstaltungen vor Taschendieben schützen, werden dafür aber verstärkt von Krankenhäusern und Supermärkten angefordert.

12:19 Uhr | Köpping verspricht Nachbesserungen bei Corona-Krisenmanagement

Petra Köpping
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat bei ihrer Facebook-Bürgersprechstunde eingeräumt, in der Corona-Krise zunächst nicht alle Sorgen der Bürger im Blick gehabt zu haben. So erhielt sie unter anderem einen Hinweis auf ausbleibenden Unterricht für gehörlose Kinder und versprach, sich darum zu kümmern.

Köpping und Wirtschaftsminister Martin Dulig hatten Freitagabend gemeinsam eine Stunde lang Bürgerfragen beantwortet. Dulig betonte dabei, er setze sich für eine Anhebung des Kurzarbeitergelds für einkommensschwache Gruppen ein.

Wir haben ganz viele schwierige Einzelprobleme, die wir jetzt alle Schritt für Schritt lösen müssen.

11:56 Uhr | Kretschmer macht Mut

Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) steht im neuen Test-Center von Bombardier in Bautzen.
Bildrechte: dpa

Sachsen bremst Corona aus - nach Aussage von Ministerpräsident Michael Kretschmer verbreitet sich das Virus im Freistaat weniger schnell als in anderen Ländern. Wissenschaftlern zufolge haben sich die Infektionszahlen beispielsweise in der chinesischen Provinz Hubei, in Italien, Spanien oder den USA jeden zweiten bis dritten Tag verdoppelt. In Sachsen dagegen verdoppeln sich Kretschmer zufolge die Fallzahlen in fünf bis sieben Tagen.

Die Menschen sollten aber deswegen nicht auf eine schnelle Lockerung der Ausgangsbeschränkungen hoffen. Erst am Ostersonntag werde in Sachsen Bilanz gezogen und über mögliche Erleichterungen nachgedacht. Bis dahin müssen sich selbst der Regierungschef und seine Familie beschränken, wie Kretschmer selbst sagte.

Auch wir bekommen keinen Besuch, die Großeltern bleiben zu Hause, aber wir telefonieren regelmäßig.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

11:17 Uhr | In Sachsen geht das Licht aus - aber nicht wegen Corona

Zeichen setzen trotz Corona-Krise: Auch in Sachsen können die Menschen heute Abend ein sichtbares Bekenntnis für den Umwelt- und Klimaschutz abgeben. 20:30 Uhr beginnt die sogenannte "Earth Hour". Wie in den Vorjahren ruft die Umweltstiftung WWF weltweit dazu auf, für eine Stunde die Lichter auszuschalten. Die Dunkelheit soll auf Ressourcenverschwendung hinweisen und die Menschen zum Nachdenken bringen. Wegen des Versammlungsverbots hat der WWF darum gebeten, von zu Hause Selfies aus der Dunkelheit online zu teilen.

Mehrere sächsische Städte haben ihre Teilnahme angekündigt. In Plauen soll der Altmarkt, in Zwickau das Rathaus eine Stunde unbeleuchtet sein. Chemnitz will am Karl-Marx-Monument und am bunten Schornstein für 60 Minuten das Licht ausknipsen. Auch Leipzig, Freiberg, Freital und Pirna haben Aktionen angemeldet. Dresden ist dagegen in diesem Jahr nicht dabei. Die Stadtverwaltung begründete das mit der aktuellen Krisensituation. Unabhängig davon sei im vergangenen Jahr durch die Umrüstung von Straßenlaternen auf LED eine CO2-Menge von 114 Tonnen eingespart worden.

10:39 Uhr | Tipps fürs Heimkino

Wegen der Corona-Krise müssen die Sachsen auf das Gemeinschaftserlebnis Kinobesuch verzichten. Statt großer Leinwand ist Fernsehen angesagt. MDR KULTUR hat Mediatheken im Internet durchforstet und gibt Empfehlungen fürs Heimkino:

10:20 Uhr | Hilfsanträge für tschechische und polnische Berufspendler online

Die Landesdirektion Sachsen hat im Internet die Antragsformulare veröffentlicht, mit denen polnische und tschechische Arbeitskräfte im Gesundheitssystem finanzielle Hilfen beantragen können. Müssen sie wegen der Corona-Reisebeschränkungen ihrer Heimatländer vorübergehend in Hotels oder Pensionen in Sachsen übernachten, wird ihnen pro Tag ein Zuschuss von 40 Euro gewährt, für nahe Angehörige sind es 20 Euro.

Mit dieser Maßnahme will die Landesregierung verhindern, dass die Pendler daheim bleiben und dadurch noch größere Personalengpässe in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen entstehen.

09:47 Uhr | Unaufschiebbare Termine - Geburten in Zeiten der Coronakrise

Wegen der Coronakrise werden zahlreiche Termine in Wirtschaft, Kultur, Sport und Freizeit verschoben - bei Geburten funktioniert das aber nicht. Deswegen sind Hebammen weiter täglich im Einsatz, um Schwangere zu betreuen. Aber auch sie müssen sich in ihrer Arbeit der aktuellen Lage anpassen. MDR SACHSEN-Reporter Benno Scholze hat darüber mit einer Hebamme gesprochen:

09:16 Uhr | Ausflüge trotz Corona - ja, aber bitte nicht alle zusammen

Die Polizei in Sachsen will heute und morgen verstärkt die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen und des Kontaktverbotes kontrollieren. Trotz des schönen Frühlingswetters sollte der Aufenthalt im Freien nur im Umfeld der eigenen Wohnung und mit ausreichend Abstand zu anderen Menschen erfolgen, mahnte die Behörde. In Dresden wird wieder die Reiterstaffel der Polizei unterwegs sein, um vor allem am Elbufer mögliche Menschenansammlungen zu unterbinden.

In den Wandergebieten der Sächsischen Schweiz, im Tharandter Wald und der Dippoldiswalder Heide sind die Parkplätze gesperrt, Zu- und Abfahrten werden kontrolliert. Gleiches gilt für beliebte Ausflugsziele im Raum Leipzig, zum Beispiel am Elsterstausee, am Auensee, am Cospudener See und am Wildpark. Weiter öffentlich zugänglich sind Parks wie am Barockschloss Rammenau oder in Bad Muskau.

08:54 Uhr | Wenn die Ausgangsbeschränkungen zu häuslicher Gewalt führen

Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronakrise sorgen für Ausnahmzustände in Familien, Lebens- und Wohngemeinschaften. Frauenverbände, der Bund deutscher Kriminalbeamter und das Bundesfamilienministerium befürchten deshalb eine Zunahme häuslicher Gewalt.

Aus China, Italien und Spanien wurde bereits ein deutlicher Anstieg gemeldet - dort gelten Ausgangsbeschränkung schon länger als hierzulande. In Sachsen wird für solche Fälle jetzt Hilfe organisiert. Wir haben die telefonischen Anlaufstellen im Freistaat zusammengefasst:

08:17 Uhr | Schmalspurbahnen stehen still

Die Fichtelbergbahn hat zum Sonnabend ihren Betrieb vorläufig eingestellt. Geschäftsführer Roland Richter verwies zur Begründung auf die drastisch gesunkenen Fahrgastzahlen wegen der Coronakrise. Auch auf den beiden Schmalspurstrecken im Großraum Dresden stehen die Räder still.

Die Lößnitzgrundbahn und die Weißeritztalbahn gehören zusammen mit der Fichtelbergbahn zur Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft. Auf allen drei Strecken werden wegen der geringen Nachfrage auch keine Erssatzbusse fahren. Wie lange die Betriebspause dauern wird, steht noch nicht fest.

Wenn keiner mehr mitfahren möchte, macht es natürlich wenig Sinn, mit Zügen Luft durch die Gegend zu fahren.

Roland Richter Geschäftsführer der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.03.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 26.03.2020 | 19:00 Uhr

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