Corona-Folgen Weihnachtsfeier-Absagen verhageln Sachsens Gastronomen das Geschäft

Weihnachtsfeier
Weil keiner weiß, wie sich die Coronainfektionen noch entwickeln, sagen Firmen reihenweise Weihnachtsfeiern ab. Das trifft Gastronomen hart. Bildrechte: colourbox

Sachsens Gastronomen bricht wegen der Corona-Pandemie das Geschäft zum Jahresende weg. Das hat eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergeben. "Das Gastgewerbe blickt etwas mit Bangen in Richtung Weihnachtszeit", sagte Sachsens Dehoga-Hauptgeschäftsführer Axel Klein zwei Monate vor Heilig Abend. In den Vorjahren seien in vielen Gaststätten die Termine für Weihnachtsfeiern monatelang vorher ausgebucht gewesen, meinte Klein. In diesem Jahr hätten sie mit Stornierungen und Absagen zu kämpfen.

Es ist besser, die Menschen feiern in öffentlichen Gaststätten, wo Schutzvorschriften beachtet würden, als zu Hause.

Axel Klein Dehoga-Hauptgeschäftsführer Sachsen

Klein verlangt, dass die Politik bei den Infektionsschutzmaßnahmen berücksichtigen solle, dass sich die meisten Menschen aktuell bei Privatfeiern in häuslicher Umgebung infizierten, nicht jedoch bei Feiern in Gaststätten.

Ärger über Kanzlerinnen-Ansage

Dem Ratskeller Leipzig ist nach eigenen Angaben etwa eine Million Euro, fast ein Viertel des Jahresumsatzes, durch die Stornierung von Weihnachtsfeiern verloren gegangen. Das Unternehmen erwirtschafte im letzten Jahresquartal die Hälfte seines Jahresumsatzes, sagte Geschäftsführer Ingo Winkler. In den Vorjahren seien die Weihnachtsfeiertermine zur Jahresmitte fast vollständig ausgebucht gewesen. "Jetzt leben wir von der Hand in den Mund", so Winkler.

Er ärgere sich über Aufrufe von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die den Menschen nahe gelegt habe, daheim zu bleiben. "Wir haben in die Belüftungstechnik und die Sicherheit investiert, wir habe Abstände geschaffen, die Menschen hinterlassen ihre Kontaktdaten und die Kanzlerin empfiehlt ihnen, zu Hause zu bleiben, wo sie sich anstecken."

Viele Stornierungen und kurzfristige Neuanfragen

Einen spannenden, "aber auf keinen Fall einen guten Jahresausklang", prophezeite Janette Lipar von den Dresdner Restaurants "Sophienkeller"und "Pulverturm". "Die Adventszeit ist theoretisch unsere stärkste Zeit im Jahr, auch durch die Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen in der Stadt", sagte sie. Aber wegen der sich ständig ändernden Bestimmungen seien viele verunsichert, Firmen sagten Weihnachtsfeiern ab oder verzichteten vorsorglich, weil niemand wisse, was noch gestattet werde. Ähnlich gehe es den Busreise-Veranstaltern. Es werde viel storniert und sehr kurzfristig neu angefragt

Ein Weihnachtsgeschäft wie wir es bisher kannten, wird es in diesem Jahr nicht geben.

Heike Weiß Auerbachs Keller Leipzig

Silvestergeschäft schon weggebrochen

"Wenn wir im Sommer noch verhaltene Buchungen hatten, so ist in den vergangenen 14 Tagen wegen der steigenden Infektionszahlen alles wieder storniert worden", sagte Heike Weiß von Auerbachs Keller in Leipzig. Die Ungewissheit, ob Weihnachtsmärkte stattfänden und ob es den Firmen überhaupt erlaubt sei, zu feiern, lasse das Buchungsverhalten gegen Null gehen. Die beiden Weihnachtsfeiertage seien von Individualgästen noch gut gebucht. Das komplette Silvestergeschäft mit Gruppen sei aber ebenfalls weggebrochen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.10.2020 | 13:40 Uhr im Programm

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