06.04.2020 | 18:00 Uhr Coronavirus: Weiterer Anstieg bei Infizierten und Toten in Sachsen

Das Coronavirus grassiert auch in Sachsen weiter, die Zahl der Infizierten steigt - vor allem Pflegeheime sind stark betroffen. Viele Patienten müssen inzwischen beatmet werden. Ob die kommenden Tage ausreichen, um die Einschränkungen nach Ostern zu lockern, ist nach wie vor offen.

Arzt und Helferin in Schutzkleidung
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Die Zahl der nachweislich am Coronavirus infizierten Sachsen steigt weiter. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping im Videobriefing der Staatsregierung mitteilte, sind nun 3.097 Menschen registriert und damit 91 mehr als 24 Stunden zuvor. Auch wenn der Anstieg deutlich geringer ausfiel als zuletzt, sah Köpping keinen Anlass zur Entwarnung - zumal am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter die Zahlen aktualisierten.

79 Patienten in Sachsen auf Intensivstation

79 Erkrankte befänden sich auf der Intensivstation, darunter sieben Patienten aus Italien und sechs aus Frankreich. Im Raum Dresden sind demnach 28 Erkrankte Intensivpatienten, in Leipzig 13 und in Chemnitz 38. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 35. Am Tag zuvor waren es 34. Die Sterblichkeitsrate liegt damit bei 1,1 Prozent. Köpping zufolge gibt es schätzungsweise 940 Menschen, die inzwischen wieder genesen sind.

Inzwischen 18 Pflegeheime mit Corona-Infizierten

Der Ministerin zufolge sind Pflegeheime in Sachsen weiter stark betroffen. Derzeit gebe es in 18 Einrichtungen Corona-Fälle. 97 Bewohner sowie 69 Pflegekräfte und Mitarbeiter seien infiziert. Neben einer Einrichtung in Hohnstein in der Sächsischen Schweiz sind demnach insbesondere das von der Diakonie getragene "Bethlehemstift" in Zwönitz im Erzgebirgskreis und ein Pflegeheim in Niesky betroffen.

Dort, wo Personal aufgrund von Erkrankungen oder positiven Tests nicht zur Verfügung stehe, komme es teilweise zur Unterstützung benachbarter Einrichtungen. Bei Neuaufnahmen in Pflegeheime würden Betroffene vorher getestet.

Auch medizinisches Fachpersonal infiziert

Köpping informierte zudem, wie sehr das Coronavirus bisher den medizinischen Bereich selbst beeinträchtigt - auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen. So seien in 25 Krankenhäusern 18 Ärztinnen und Ärzte positiv getestet worden. Beim übrigen Personal gebe es 14 Betroffene. In Arztpraxen waren es fünf Ärzte und vier Schwestern.

Ausgangsbeschränkung wird weitgehend beachtet - "Petzen" nimmt zu

Innenminister Roland Wöller war zufrieden, dass sich trotz des schönen Wetters am Wochenende der überwiegende Teil der Bürger an die Ausgangsbeschränkungen gehalten habe. Das sei ein gutes Signal, sagte Wöller. Am Samstag und Sonntag seien insgesamt 165 Ordnungswidrigkeiten und 66 Straftaten gegen das Infektionsschutzgesetz festgestellt worden. Laut Wöller gibt es eine Zunahme von Hinweisen, bei denen Leute ihre Nachbarn anzeigen.

In Leipzig hatten sich am Samstag zwei mutmaßliche Betrüger als Polizisten ausgegeben und von einen Mann wegen eines vermeintlichen Verstoßes gegen die Auflagen 100 Euro kassiert. Wöller empfahl, sich bei Kontrollen die Dienstausweise der Beamten zeigen zu lassen und solche Betrugsversuche umgehend der Polizei zu melden.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.04.2020 | 19:00 Uhr

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