26.03.2020 | 16:28 Uhr Corona-Krise: Infektionen in Sachsen nehmen weiter zu

Die Zahl der Corona-Infizierten nimmt auch in Sachsen weiter zu. Das Gesundheitsministerium gab am Donnerstag die neuesten Zahlen bekannt. Danach gibt es im Freistaat 1.275 Covid-19-Infizierte. Gestiegen ist auch die Zahl der Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung. Die Regierung ruft erneut dazu auf, die Regeln zu beachten.

Ein Arzt hält Corona-Tester in der Hand
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Die Zahl der Corona-Patienten in Sachsen nimmt weiter zu. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping in Dresden bekannt gab, wurde das Virus bei mittlerweile 1.275 Menschen nachgewiesen, 147 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle hat sich auf acht erhöht. Sieben der Verstorbenen sind zwischen 74 und 89 Jahren. Sie hatten den Behörden zufolge alle Vorerkrankungen. Den achten Todesfall meldete das Gesundheitsministerium am Nachmittag aus dem Kreis Meißen. Einzelheiten wurden dazu nicht mitgeteilt. Laut Köpping sind drei Menschen schwerwiegend erkrankt und sechs befinden sich mit Lungenentzündung im Krankenhaus.


Zwei weitere Corona-Patienten aus Italien

Der Zustand der beiden Corona-Patienten aus Italien, die seit Montag in Leipzig behandelt werden, sei inzwischen stabil. Am Donnerstag sind zwei weitere Covid-19-Patienten in einer italienischen Militärmaschine in Dresden eingetroffen. Sie sollen im Universitätsklinikum Dresden und dem auf Beatmungsmedizin spezialisierten Fachkrankenhaus in Coswig behandelt werden. Damit hat Sachsen nun sechs Schwerkranke aus dem besonders von der Corona-Krise heimgesuchten Land aufgenommen, vier davon waren nach Leipzig gebracht worden.


Erster Todesfall im Landkreis Görlitz

Ein weiterer Todesfall wurde am Donnerstag vom Gesundheitsamt im Kreis Görlitz gemeldet. Dabei handelt es sich um eine 89-Jährige aus einer Pflegeeinrichtung in Klein Priebus. Sie starb einen Tag zuvor in einer Klinik. Weil sich ihr Zustand verschlechtert hatte, war sie in ein Krankenhaus eingeliefert und später positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Landratsamt mit.


Verstöße gegen Infektionsschutzgesetz nehmen zu

Seit Mittwoch hat die Sächsische Polizei 103 Straftaten im Zusammenhang mit dem Coronavirus ermittelt, darunter 94 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Innenminister Roland Wöller sagte, die Polizei habe etwa Wochenmärkte schließen oder Nutzungsverbote von Spielplätzen durchsetzen müssen. Auch private Feiern seien wieder aufgelöst worden. In Leipzig wurde laut Wöller eine Spielothek geschlossen, die unerlaubt geöffnet gewesen sei. Der CDU-Politiker appelliert erneut an die Bürger, die Regeln der Allgemeinverfügung einzuhalten. Der Krisenstab erarbeite einen Bußgeldkatalog, falls es weiterhin Verstöße gegen die Regeln gibt.

Das private Wohnumfeld ist auf jeden Fall verlassen, wenn man als Dresdner in die Sächsische Schweiz zum Wandern oder Klettern geht oder als Görlitzer ins Vogtland fährt.

Roland Wöller Innenminister

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 26.03.2020 | 19:00 Uhr

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