19.03.2020 | 19:45 Uhr Michael Kretschmer: "Solidarität untereinander gibt es nur, wenn alle mitmachen"

Das öffentliche Leben in Sachsen steht weitestgehend still. Sollte es zumindest. Ministerpräsident Michael Kretschmer appelliert an die Verantwortung der Sachsen, dazu beizutragen, das Coronavirus nicht weiter zu verbreiten.

Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) steht im neuen Test-Center von Bombardier in Bautzen.
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Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache an die Menschen in Sachsen gewandt. Er nahm auf die Rede der Bundeskanzlerin am Mittwochabend Bezug und sprach von einer der größten Bewährungsproben der vergangenen Jahrzehnte.

Sie alle wissen es. Die Situation ist ernst, sogar sehr ernst.

Michael Kretschmer

Laut Kretschmer trägt jeder einzelne Verantwortung. Jeder solle sich solidarisch, umsichtig und verantwortungsvoll verhalten. "Solidarität untereinander gibt es nur, wenn alle mitmachen", so der Ministerpräsident. Im Gegensatz zur Jahrhundertflut, bei der die konkrete Gefahr sichtbar gewesen sei, scheine die Gefahr für viele durch den beginnenden Frühling fern.

Ausbreitung muss eingedämmt werden

Kretschmer verwies auf die Zahl der Toten in Italien und betonte, dass es in Sachsen nicht so weit kommen dürfe. Die beschlossenen Maßnahmen hätten alle nur ein Ziel: "Die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit zu verzögern und einzudämmen." Kretschmer kündigte zudem mehr Beatmungskapazitäten in Krankenhäusern an.

Wenn wir es nicht schaffen, die Ausbreitung der Krankheit mit diesen Maßnahmen zu verlangsamen oder zu stoppen, dann werden wir noch weitreichendere Entscheidungen treffen müssen.

Michael Kretschmer

Kretschmer geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankungen in den nächsten zehn Tagen weiter zunehmen wird. Die getroffenen Maßnahmen würden erst nach 14 Tagen ihre Wirkung zeigen. "Wenn wir sehen, dass das Ganze erfolgreich ist, wissen wir auch, mit welchen Instrumenten wir in Zukunft arbeiten werden", so Kretschmer.

Einige haben Situation noch nicht erkannt

Die meisten Sachsen gehen laut Kretschmer verantwortungsvoll mit der Situation um, aber einige hätten die Dramatik bisher nicht erkannt. Die Schließungen von Geschäften und Schulen sind dem Ministerpräsidenten zufolge nötig, um die Menschen voneinander zu isolieren.

Deswegen kann es jetzt auch nicht sein, dass man sich auf Spielplätzen, in Parks, bei größeren Feiern oder Partys begegnet, dass es Menschenaufläufe in Garten- und Baumärkten gibt. Das ist unverantwortlich und unsolidarisch.

Michael Kretschmer

Der Ministerpräsident appellierte an die Sachsen, dabei zu helfen, dieses Verhalten zu unterbinden und die Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Rettungsmaßnahmen für Unternehmen

650 Millionen Euro stehen in Sachsen zur Rettung von Unternehmen zur Verfügung, sagte Kretschmer. Gemeinsam mit dem Bund kämpfe man darum, dass kein gesundes Unternehmen aufgeben müsse.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.03.2020 | 19:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2020, 19:46 Uhr

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