03.07.2020 | 14:15 Uhr Sächsische Dampfschiffahrt soll verkauft werden

Der Insolvenzgeschäftsführer der Sächsischen Dampfschiffahrt will das Unternehmen offenbar verkaufen. Es gebe mehrere Interessenten oder potenzielle Investoren. Entscheidend seien der Kaufpreis - und ein Zukunftskonzept für die Weiße Flotte. Wunsch und Ziel sei, "dass im September alles geklärt ist".

Der Schaufelraddampfer Pillnitz 2013 auf der Elbe in Königstein
Bildrechte: imago/Hohlfeld

Die Sächsische Dampfschiffahrt hatte Anfang Juni Insolvenz anmelden müssen. Niedrigwasser in den Vorjahren, die coronabedingte Stilllegung der Elbeschifffahrt und unternehmerische Fehlentscheidungen hatten zur Zahlungsunfähigkeit geführt. Inzwischen haben sich mehrere Interessenten oder potenzielle Investoren gemeldet, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters MDR Sachsen. Zuerst die hatten die "Dresdner Neuesten Nachrichten" darüber berichtet.

Schiffstour-Anbieter und Brauerei unter den Interessenten

Dem Sprecher zufolge sind es "weniger als zehn" Interessenten und Investoren. Unter ihnen soll sich ein Unternehmen aus der Branche befinden, das erfolgreich Schiffstouren auf einem anderen Fluss anbietet. Auch eine große Brauereigruppe soll ein Angebot für die Dampfschiffahrt hinterlegt haben.

Kaufpreis und Konzept entscheiden

Für den Zuschlag sei die "Kombination aus gebotenem Kaufpreis und dem Konzept" entscheidend, sagte der Sprecher. Letzteres müsse eine Perspektive aufzeigen, die die Zukunftsfähigkeit der Sächsischen Dampfschiffahrt gewährleiste.

Betrieb läuft langsam an

Der Schiffsbetrieb der Weißen Flotte ist unterdessen wieder angelaufen - dem Unternehmen zufolge "durchaus mit zufriedenstellenden Zahlen". Mittlerweile sei wieder weit über die Hälfte der Flotte im Einsatz. Im Juni seinen 32.040 Passagiere auf den Schiffen mitgefahren, Platz gewesen wäre trotz der Corona-Einschränkungen für 56.020.

Lösung bis September?

Wunsch und Ziel des Insolvenzgeschäftsführers sei, "dass im September alles geklärt ist", so der Sprecher. Bis Ende August zahlt noch der Staat Konkurs-Ausfallgeld für die Beschäftigten. Sollte es länger dauern, sei man allerdings auch darauf vorbereitet, wird ein Sprecher zitiert.

Quelle: MDR/rad

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.07.2020 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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