Gegen "Mietwahnsinn" Sachsen protestierten in Dresden und Leipzig gegen steigende Mieten

Immer mehr Menschen werden durch die steigenden Mieten in den Großstädten aus ihren Revieren verdrängt. Gegen diese Entwicklungen sind am Sonnabend tausende Sachsen auf die Straße gegangen.

Mehrere tausend Einwohner von Dresden und Leipzig haben am Sonnabend gegen steigenden Mieten und Verdrängung protestiert. Die größte Demonstration gab es in Leipzig, wo nach Veranstalterangaben mehr als 2.000 Menschen dem Aufruf des Bündnisses "Leipzig für Alle" gefolgt waren. Auf Transparenten forderten sie unter anderem "Bezahlbares Wohnen für Alle" oder "Freiräume statt Investorträume".

In Dresden beteiligten sich nach Angaben der Organisatoren 500 Menschen an den Protesten. Angemeldet waren 150, wie Bündnis-Sprecher Carsten Ungewitter sagte. Sie forderten unter anderem schärfere Vorgaben für Immobilieninvestoren und eine Mietpreisbremse für Dresden und Leipzig. Die Demonstranten wollten geschredderte Schreiben von Mieterhöhungen oder Nebenkostenabrechnungen stellvertretend an die Wohnungsgesellschaft Vonovia übergeben.

Proteste in Dresden und Leipzig Tausende demonstrieren gegen steigende Mieten in Sachsen

Steigende Mietpreise sind in vielen Großstädten der Bundesrepublik ein Problem für die Menschen. Auch in Sachsen steigen die Mieten weiter an. Am Sonnabend protestierten in Dresden und Leipzig tausende gegen den Anstieg.

Demonstranten tragen Transparent
In Leipzig demonstrierten rund 2.000 Teilnehmer gegen die Mietpreisentwicklungen in der Messestadt. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Demonstranten tragen Transparent
In Leipzig demonstrierten rund 2.000 Teilnehmer gegen die Mietpreisentwicklungen in der Messestadt. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Demonstranten auf einer Straße
Sie zogen vom Bayerischen Bahnhof zum Wilhelm-Leuschner-Platz, um mit Vertretern der Stadt über ihre Forderungen zu diskutieren. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Redner
Mitinitiator Jürgen Kasek forderte unter anderem mehr sozialen Wohungsbau, eine Mietpreisbremse für Sachsen und eine Enteignung großer Wohnungsbauunternehmen im Sinne des Gemeinnutzes. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Plakat
Kreativer Protest gegen die Entwicklungen auf dem Mietmarkt in Leipzig. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Demonstranten tragen Transparente
Innerhalb von sechs Jahren sei der durchschnittliche Mietpreis für eine 30-Quadratmeter-Wohnung in Leipzig um ein Drittel angestiegen. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay
Demo Mietwahnsinn stoppen Dresden 2019
Auch in Dresden gingen die Menschen gegen die steigenden Mieten auf die Straße. Bildrechte: xcitePRESS/ Christian Essler
Demo Mietwahnsinn stoppen Dresden 2019
Große und Klein, Alt und Jung gaben ihrem Unmut einen Ausdruck. Bildrechte: xcitePRESS/ Christian Essler
Demo Mietwahnsinn stoppen Dresden 2019
"Wir wollen eine Stadt, die kein Geschäftsmodell ist, sondern Lebensraum für alle...", hieß es im Aufruf für Dresden. Bildrechte: xcitePRESS/ Christian Essler
Demo Mietwahnsinn stoppen Dresden 2019
Zahlreiche Plakate unterstrichen die Forderungen. Bildrechte: xcitePRESS/ Christian Essler
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Auch in Berlin, Köln, München und Stuttgart gab es Demonstrationen. Zur größten Demonstration in Berlin versammelten sich mehrere zehntausend Menschen. Dort startete zudem die Unterschriften-Sammlung für ein Volksbegehren. Die Initiatoren fordern, dass Konzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet werden sollen.

Quelle: MDR/mar/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.04.2019 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten

MDR SACHSENSACHSENSPIEGEL | 06.04.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2019, 11:55 Uhr

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48 Kommentare

09.04.2019 09:13 Orrnee 48

08.04.2019 22:15 DER Beobachte "...Dresdner Bevölkerungswachstums sind und dass dieser sich bereits vor 2015 deutlich abzeichnete ohne nennenswerte Reaktion der Politik. "
Sie kennen die Versprechen der "Gewinner" der letzten Kommunalwahlen in Dresden bezüglich städtischer Wohnungen? Was ist daraus geworden?

08.04.2019 22:15 DER Beobachter @ Orrnee 47

Naja, es gibt deutlich dichter besiedelte europäische Staaten, die prozentual deutlich mehr Zuwanderer aufgenommen haben. Ist hier egal. Das Entscheidende ist, dass diese das geringere Problem unseres Dresdner Bevölkerungswachstums sind und dass dieser sich bereits vor 2015 deutlich abzeichnete ohne nennenswerte Reaktion der Politik. Ein weiteres Problem ist, dass Vermieter wie v.a., aber nicht nur, diese gewisse Firma 1. Nebenkosten absahnt für nicht und schlecht erbrachte Sanierungsmaßnahmen, 2. Maßnahmen, die eigentlich nicht auf den Mieter umgelegt werden dürften (die Mietervereine auch in DD raten zu einem sehr gründlichen Lesen und Prüfen... Ob Wärmedämmung ein Wahn ist, sei dahingestellt, aber angesichts der klimatischen Entwicklungen, unter derer, unter denen fossile Brennstoffe ob nun in der Lausitz, Amerika, Russland oder sonstwo gewonnen werden, erscheint mir auch das nicht sinnlos. Nur ist es eben zumindest in Dresden z.Zt. marginal und begründet nicht die Sorgen...

08.04.2019 16:17 Orrnee 46

08.04.2019 00:31 DER Beobachter
Ich bin überrascht, daß ich Ihnen das erklären muss. Aber das mache ich natürlich gern.
Die Wohnungen wurden, gefördert, weggerissen, da es zu viel Leerstand gab. Die Wohnungen haben also ausgereicht. Nun ziehen viele Menschen in die Großstädte, darunter auch die Millionen Zuwanderer, dadurch wird Wohnraum knapp! Angebot und Nachfrage regeln nunmal den Preis. Aber wir brauchen ja in diesem dicht besiedelten Land unbedingt Zuwanderung, nicht wahr?
Zudem erhöhen teure Sanierungsvorschriften die Bestandsmieten. Zum Ursprung des Wärmedämmungswahnes können Sie sich gern im Netz belesen.

08.04.2019 15:10 Ichich 45

Na , wenn SPD, Grüne und Linkspartei so sehr gegen "hohe Mieten" sind, dann muß man doch nicht enteignen. Die LWB in Leipzig muß doch nur ihre Mieten senken ... auf ihre Gewinne verzichten ... durch Zuweisungen vom kommunalen Haushalt gestützt. Ich nehme an, daß der recherchestarke mdr da am Ball bleibt. ;-)

08.04.2019 14:43 Ekkehard Kohfeld 44

@ [Lieber Nutzer,
in dem Papier wird die Besteuerung aller Treibhausgas-Emissionen gefordert.
Die MDR.de-Redaktion]##

Richtig und die Politik wird das auch unterstützen wird ja einen neue Einnahmequelle generiert,warum sollte unser Pleitestaat da nicht drauf anspringen.

08.04.2019 11:45 Mane 43

Die Städte haben viele Tricks um die Miete hochzutreiben. Besonders Leipzig ist sehr Ideenreich. Die Regierung ist es doch egal,die können alles bezahlen und die Minister in der Regierung hängen überall mit darin.

08.04.2019 09:01 Ichich 42

@Kirchenmitglied, es läuft ab wie ein Uhrwerk: Ein ehem. Finanzsenator von Berlin, geb. in Gera, sagte, daß wohl die Mitglieder und Wähler der Linkspartei nicht unbedingt ausschließlich "beglückt" über das Bunte sind. Deshalb wird sich die Partei darauf konzentrieren, "billige Mieten" zu versprechen und in Stadtbezirken, wo man den Bezirksbürgermeister stellt, wie z.B. in Berlin-Pankow, Neubau (und "Neue") zu verhindern.

08.04.2019 08:23 Ichich 41

@muthause, reden wir über Großkugel ? Es gibt auch keinen "Mietwucher": Wenn jemand (angeblich) 1.300 Euro Miete zahlen soll, dann sollte man doch einmal sagen, wo und in welcher Größe. Es ist auch falsch, daß Sanierungen(!) zu Mietsteigerungen führen. Das tun nur Modernisierungen. ... und immer schön an das Abreißen von Wohnungen denken. :-)

08.04.2019 01:54 DER Beobachter @ ralf meier 18 40

Jedenfalls nicht in einer funktionierenden Sozialen Marktwirtschaft. Ein kleiner großer Unterschied... ;)

08.04.2019 01:48 DER Beobachter @ Eigennutzer 13 39

Das ist das von mir formulierte Problem auch mit dem Hinweis zum Lohngefälle in Ostdeutschland/Sachsen. Die Neuvermietungspreise werden für Rückkehrer, junge Paare mit Kinderwunsch, solche Familien, die sich vergrößern wollen, zunehmend zum Problem. Selbst in Prohlis und Gorbitz, wo kein Schwein hin will, liegen die Mietpreise an der Untergrenze an der Obergrenze dessen, was sich lt. einem jüngeren MDR-Dresden-Artikel zum Problem Einkommensschwächere leisten können.

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