Windrad, Flüchtling, Schüler an der Tafel
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20.08.2019 | 05:00 Uhr Landtagswahl: Diese Themen sind den Sachsen am wichtigsten

Windrad, Flüchtling, Schüler an der Tafel
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Die Themen Umweltschutz, Flüchtlinge und Bildung sind den Sachsen am wichtigsten bei ihrer Wahlentscheidung am 1. September 2019. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von infratest dimap hervor. Demnach sieht jeder Vierte (je 24 Prozent) die Themen Umweltschutz und Flüchtlinge als wahlentscheidend an, für jeden Fünften (21 Prozent) steht das Thema Bildung im Mittelpunkt.

Grafik Infratest Dimap - wahlentscheidende Themen
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Die Gewichtung der wahlentscheidenden Themen hängt der Umfrage zufolge auch vom Alter der Wähler ab. Bei den Wahlberechtigten zwischen 18 und 44 Jahren steht das Thema Umweltschutz ganz oben, bei den Wahlberechtigten ab 45 Jahren ist das Thema Flüchtlinge am meisten genannt wurde. Ab 65 Jahren stehen die Themen Bildung, Innere Sicherheit und Flüchtlinge gemeinsam an oberster Stelle der wahlentscheidenden Themen.

Unterschiede bei der Gewichtung der wahlentscheidenden Themen zeigt die Umfrage auch mit Blick auf die Schulbildung. Bei den Befragten mit Volks- oder Hauptschulabschluss steht das Thema Flüchtlinge am weitesten vorn, genauso wie bei den Befragten mit mittlerer Reife. Bei den Befragten mit Hochschul- oder Fachhochschulreife wurde das Thema Umweltschutz als am meisten wahlentscheidend genannt.

Top 5 der wahlentscheidenden Themen nach Schulabschluss
  Volks-/ Hauptschule Mittlere Reife Abitur/ Fachhochschulreife
1. Flüchtlinge, Einwanderung, Asylpolitik Flüchtlinge, Einwanderung, Asylpolitik Umweltschutz, Klimawandel
2. Rente, Alterssicherung Bildung, Schule, Ausbildung Bildung, Schule, Ausbildung
3. Innere Sicherheit, Kriminalität Innere Sicherheit, Kriminalität Soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hartz IV
4. Umweltschutz, Klimawandel Umweltschutz, Klimawandel Flüchtlinge, Einwanderung, Asylpolitik
5. Soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hartz IV Soziale Ungerechtigkeit, Armut, Hartz IV Innere Sicherheit, Kriminalität & Wirtschaft

Unterschiede zeigen sich auch bei der Gewichtung der wahlentscheidenden Themen, wenn man die Parteisympathie der Befragten betrachtet. Während für CDU- und Grünen-Anhänger Umweltschutz und Bildung an erster Stelle stehen, wurden von den Anhängern von SPD und Linken Soziales und Umweltschutz als wahlentscheidende Themen genannt. Bei AfD-Anhängern stehen Flüchtlinge und Innere Sicherheit ganz vorn und bei FDP-Anhängern Bildung und Wirtschaft.

Top 3 der wahlentscheidenden Themen nach Parteisympathie
  CDU Linke SPD AfD Grüne FDP
1. Umwelt- schutz Soziales Soziales Flüchtlinge Umwelt- schutz Bildung
2. Bildung Umwelt- schutz Umwelt- schutz Innere Sicherheit Bildung Wirtschaft
3. Innere Sicherheit Bildung Bildung Rente Soziales, Verkehr & Infrastruktur Flüchtlinge, Rente, Verkehr & Infrastruktur

Repräsentation ostdeutscher Interessen unzureichend

Danach gefragt, ob die Politik die Interessen der Ostdeutschen ausreichend berücksichtigt, hat etwa die Hälfte der befragten Sachsen erklärt, auf die Interessen werde zu wenig Rücksicht genommen. Dabei machte es keinen Unterschied, wie alt die Befragten waren oder welchen Schulabschluss sie hatten. Die Interessen der Westdeutschen sehen die meisten Sachsen, ebenfalls etwa 50 Prozent der Befragten, von der Politik angemessen vertreten. 22 Prozent sind der Ansicht, dass auf westdeutsche Interessen zu viel Rücksicht genommen wird.

Grafik Infratest Dimap - wahlentscheidende Themen
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Linke als Partei der Ostdeutschen

Die Linke kümmert sich am meisten um die Interessen der Ostdeutschen. Das sagen 23 Prozent aller Befragten. Auch die Gruppe der 18 bis 44-Jährigen und die über 65-Jährigen sehen das mehrheitlich so. Betrachtet man die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen, wird dort neben der Linken gleichauf die AfD genannt.

Grafik Infratest Dimap - wahlentscheidende Themen
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Betrachtet man die Befragten hinsichtlich ihres Schulabschlusses, wird deutlich, dass 24 Prozent der Befragten mit Volks- oder Hauptschulabschluss die CDU als Partei nannten, die sich um die Interessen der Ostdeutschen am meisten kümmert. 22 Prozent der Befragten mit mittlerer Reife nannten die AfD und 35 Prozent der Befragten mit Hoch- und Fachhochschulreife die Linke.

Ländliche Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt

Eine große Mehrheit aller befragten Sachsen sieht die Belange der Menschen auf dem Land von der Politik zu wenig berücksichtigt. Etwa 80 Prozent waren dieser Meinung. Die Interessen der Menschen in der Stadt sehen die meisten Befragten, etwa 55 Prozent, angemessen berücksichtigt. Diese Wahrnehmung besteht sowohl bei der Bevölkerung auf dem Land als auch bei den Bewohnern der Städte.

Grafik Infratest Dimap - wahlentscheidende Themen
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Etwa die Hälfte aller Befragten ist der Ansicht, dass keine Partei die Interessen der Bevölkerung auf dem Land repräsentiert. 16 Prozent fanden, dass die CDU die Interessen der Menschen auf dem Land am meisten repräsentiert, elf Prozent nannten die AfD, neun Prozent die Linke.

Die Studie "Wahlentscheidende Themen" wurde vom Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag von MDR SACHSEN erstellt. Dafür wurden zwischen dem 8. und 13. August 2019 1.000 wahlberechtigte Einwohner im Freistaat telefonisch befragt. Ihre Zusammensetzung entspricht der Bevölkerungsstruktur in Sachsen. Die Ergebnisse gelten damit als repräsentativ. Die statistische Schwankungsbreite liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten. Bei den Antworten waren Mehrfachnennungen möglich.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.08.2019 | 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 20.08.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 05:00 Uhr

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52 Kommentare

22.08.2019 08:17 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 52

Mensch Mediator (51)

Bleiben sie doch mal bei der Wahrheit,was erhoffen sie sich durch ihr ständiges Lügen,das kann man doch in wenigen Sekunden im Internet nachschauen.Die Zeiten vom Röhrenradio und nur einem Sender (Reichspropaganda) sind lange vorbei ist ihnen das noch nicht aufgefallen?
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Nur bei der AfD ist das anders. Mit denen will niemand koalieren und deshalb können die ihnen alles versprechen. Wenn erst einmal die Ausländer weg sind, dann wird Milch und Honig fließen und deutsche Pflegefälle können sich wieder ohne die ausländische Pflegekräfte den Hintern abwischen.
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Denn stellen sie doch mal richtig die wieder weg sollen es sind nicht generell Flüchtlinge sondern die Asylanten die kein Bleiberecht haben,was ist falsch daran die geltende Gesetze durch zu setzen?Habe sie etwas gegen unseren Rechtsstaat?Und wenn es so weiter geht mit dem Aufschwung bei der AFD braucht die bald keine Partner mehr,hat sie die AFD bei ihnen schon bedankt für die kostenlose Wahlhilfe?

21.08.2019 14:08 Mediator an Martha (48) 51

Mensch Martha, glauben sie diese Ansammlung von Phrasen die sie da bringen? Ich nehme jetzt einmal die DDR.

Wohlstand war da nach 89 nur selten zu finden. Und ist es nicht so, dass auch immer alte und junge Menschen gemeinsam arbeiten.

Was haben sie eigentlich gegen Streiks? Wären mehr Menschen in den NBL gewerkschaftlich organisiert und würden für höhere Löhne streiken, dann müsste man nicht immer so herumjammern, das man angeblich ein Billiglohnland ist.

Zu Wahlversprechen sollte man immer sagen, dass keine Partei alleine regiert und man deshalb immer Kompromisse eingehen muss. Nur bei der AfD ist das anders. Mit denen will niemand koalieren und deshalb können die ihnen alles versprechen. Wenn erst einmal die Ausländer weg sind, dann wird Milch und Honig fließen und deutsche Pflegefälle können sich wieder ohne die ausländische Pflegekräfte den Hintern abwischen [oder eben nicht].

21.08.2019 14:04 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 50

@ Mediator 44

Vor diesen Problemen duckt sich die AfD prima weg!
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Was hat die AFD damit zu tun?
Die ist weder in Regierungsverantwortung noch hat sie die Probleme erzeugt,fällt ihnen nichts besseres ein?

21.08.2019 12:32 Dorfbewohner 49

"Mediator an Dorfbewohner (42) 47

…Genauso ist bekannt, dass die Politik zwar das Problem der Generationengerechtigkeit erkannt hat, dass sie hier aber kaum gegen die Wahlmacht der Alten tätig werden kann. 43% Wähler über 60 stechen halt in Sachsen die berechtigten Ansprüche von 11% Wählern unter 30 aus…"

Richtig, dies ist Fakt und im Prinzip auch verallgemeinert meine Meinung.

Seit dem ich die freien Wahlen hier im Lande selber erleben konnte war schon immer meine Meinung(allerdings hinter vorgehaltener Hand oder im entsprechendem Bekanntenkreis), dass im Sinne dieser Generationengerechtigkeit es meiner Ansicht nach vernünftiger wäre, man nehme die statistische Lebenserwartung minus 5 oder 10 Jahre und Schluss mit dem Wählen. Der Jugend billigt man ja auch nur zu, erst ab 18 klar denken zu können. Mein Hauptargument dabei ist jedoch, mit welchem Recht bestimmen alte Rentner, wie die Jugend später zu leben hat quasi über deren Zukunft.

21.08.2019 11:22 Martha 48

@8 die überaltete Gesellschaft hat nie gejammert ,sondern zugepackt ,trotz vieler Veränderungen ,Einschnitte ,Disziplin usw. Wir haben 70 Jahre Frieden gehalten und haben für die verwöhnten ,streikenden ,meckernten Jugend ihren jetztigen Wohlstand geschaffen ! es gab schon viele Wahlen ,was kam ,danach ,die wenigsten versprechen wurden eingehalten !

21.08.2019 10:58 Mediator an Dorfbewohner (42) 47

Lieber Dorfbewohner,

die Demographie Sachsens ist kein Geheimnis und genauso ist es kein Geheimnis, dass ältere Menschen, aus ihrer Sicht verständlich, eher den IST Zustand, mit dem viele ja gar nicht so unzufrieden sind, einfrieren wollen, als dass sie in den letzten Jahren ihres Lebens noch mit großen Veränderungen konfrontiert werden wollen. Vielen Menschen in diesem Alter machen Veränderungen sogar Angst. All diese Umstände sind wohl bekannt und erforscht.

Genauso ist bekannt, dass die Politik zwar das Problem der Generationengerechtigkeit erkannt hat, dass sie hier aber kaum gegen die Wahlmacht der Alten tätig werden kann. 43% Wähler über 60 stechen halt in Sachsen die berechtigten Ansprüche von 11% Wählern unter 30 aus.

PS: Wenn sie genau lesen habe ich von VIELEN und nicht von ALLEN geschrieben. Es geht also um einen Trend und nicht darum einzelnen Menschen etwas zuzuschreiben.

21.08.2019 10:38 winfried zu (44)Mediator 46

>> ... weil man über ein paar tausend Menschen diskutiert<<
Betrachten Sie das Thema langfristig Und berücksichtigen Sie dabei die Reproduktionsrate(n).

>> ... in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 126% zum Vorjahr zugenommen.<<

Bei %-Angaben werde ich automatisch vorsichtig.

So führt der Bezugswert Null bei realer Zunahme zu einer Steigerung um "unendlich-viel" Prozent
UND
bei Bezugswert 1 hin zu 2 zu einer Steigerung um 100 %.

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21.08.2019 10:32 gerd 45

Ich bezweifele stark das die Sachsen das Umwelt und Klimaschutzthema als wichtigstes Thema ansehen ,ich denke Meinungsmanipulation steckt dahinter ,gestreut von Politikern und Medien gerade aus Deutschland welche von anderen wichtigen Themen ablenken wollen . Enteignung der Sparer durch Niedrigzins ,Rentendebatte Infrastrukturverfall alles Themen die von den herrschenden totgeschwiegen werden sollen und darum Klima als Haupthema hochgekocht wurde .Meinungsmanipulation vom allerfeinsten.

21.08.2019 09:56 Mediator an Ekkehard (43) 44

Klar können sie der Meinung sein, dass alle Energie der Landespolitik auf die Flüchtlinge bzw. darauf diese loszuwerden, gerichtet werden muss. Klar darf ihnen die AfD auch so etwas einreden, aber dann stellt sich doch zwangsläufig die Frage, ob Sachsen keine anderen für die Zukunft wichtigeren Probleme als das Thema "Flucht" hat und ob man es sich leisten kann 5 oder 10 Jahre untätig zu bleiben weil man über ein paar tausend Menschen diskutiert, die sie nicht im Land haben wollen.

Ich bin gerade in Unterfranken unterwegs: Auf dem Titelblatt einer Lokalzeitung: "Zahl der regionalen Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 126% zum Vorjahr zugenommen."

Dort geht man anscheinend pragmatisch mit diesen Menschen um. Lässt sie arbeiten und arbeitet mit ihnen. Ansonsten stehen in der lokalen Zeitung viele Probleme um die sich die Politik kümmern muss: (Demographie, Rente, Pflege, Arbeit, Klimawandel).

Vor diesen Problemen duckt sich die AfD prima weg!

21.08.2019 08:45 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet ständig immer weniger :-) 43

@ Deutschland schafft sich ab 38
Habt Ihr eigentlich wirklich K E I N E anderen Sorgen, als ewig nur Asylanten, Flüchtlinge, Moslems oder sonstwas???
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Das scheint sehr vielen wichtig zu sein,stört sie das?
Wollen sie anderen ihr Recht auf Meinung und
Beschwerde an Dingen die für sie nicht in Ordnug sind verbieten,das nennt sich dann aber Diktatur und nicht Demokratie.Wenn sie das wollen sollten sie nach Korea auswandern.

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