Traditionsunternehmen Porzellan-Manufaktur Meissen erweitert Geschäftsfelder

Die staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen will neue Geschäftsfelder erschließen, um damit die Sanierung des Unternehmens voranzutreiben. Geschäftsführer Christian Kurtzke sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", die Manufaktur werde in den Bereichen Architektur und Inneneinrichtung tätig werden. Neben Porzellan sollen deshalb künftig auch Tapeten, Teppiche, Tische und Wandverkleidungen aus Porzellan verkauft werden. Dazu werde eine weltweite Vertriebszentrale im italienischen Mailand errichtet. Die Stadt sei nun einmal das Mekka für Wohndesign. Die Produktion bleibe jedoch am Standort in Sachsen erhalten, sagte Kurzke.

Aufsichtsrat stimmte Expansion bereits zu

Laut dem Bericht trägt der Aufsichtsratsvorsitzende der Manufaktur und ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf die Expansion "voll und ganz mit". Der Aufsichtsrat habe bereits in der vergangenen Woche dem rund eine Million Euro teuren Vorhaben zugestimmt. Der Manufakturchef erwartet nach dem Bericht für das laufende Jahr einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro, rechne jedoch noch nicht mit einem Gewinn. Das von Kurtzke verfolgte Sanierungskonzept sehe eine Umsatzverdoppelung binnen zwölf Jahren vor. "Wir haben mehrere Großaufträge im Bereich der Porzellan-Wandbekleidung in Aussicht. Sollte nur eines dieser Projekte klappen, hätte ich dieses Ziel bereits 2011 erreicht", sagte der Geschäftsführer.

180 Mitarbeiter werden entlassen

Kurtzke ist seit 2008 Geschäftsführer der Manufaktur. Der Jahresumsatz des Unternehmens war von 42 Millionen Euro im Jahr 2000 auf nur noch 31,5 Millionen Euro eingebrochen, der Verlust betrug sechs Millionen Euro. Im Juli hatte der Geschäftsführer angekündigt, dass 180 der bislang 784 Mitarbeiter entlassen werden. Die verbleibende Belegschaft soll zudem auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten.

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