Aufgewühlter Rasen an der Anschlussstelle Dresden Altstadt
Jeden Tag frisch: Wildschweinspuren an der A4. Bildrechte: MDR/Christian Essler

29.10.2019 | 15:46 Uhr Müll lockt Wildschweine an die A4

Aufgewühlter Rasen an der Anschlussstelle Dresden Altstadt
Jeden Tag frisch: Wildschweinspuren an der A4. Bildrechte: MDR/Christian Essler

Wildschweine haben einen gesunden Appetit und werden deswegen immer wieder von für sie guten Gerüchen an die Autobahnen gelockt. In Dresden passiert das häufig an der A4-Anschlussstelle Altstadt. Dort werfen Autofahrer nämlich gern ihre Essensreste aus dem Fenster. Laut Polizeiangaben hat sich dort eine Rotte angesiedelt. Diese sei täglich anzutreffen. Mit schwerwiegenden Folgen - und dafür müssen die Tiere nicht mal die Fahrbahn betreten, erklärt Isabel Pfeiffer vom Landesamt für Verkehr: "Nachts beim Fahren über die Autobahn tauchen plötzlich am Straßenrand leuchtende Augenpaare auf – da erschrickt man natürlich." Fahrfehler aufgrund des Überraschungsmoments seien häufig.

Müll hinter der Leitplanke an der Anschlussstelle Dresden Altstadt
Bildrechte: MDR/Christian Essler

Schlau und gefräßig

Eine Reihe von Gegenmaßnahmen seien schon gescheitert, so Pfeiffer. "Wildschweine sind schlau – sie lernen schnell, dass Duftköder oder Reflektoren keine Gefährdung sind." Wildschutzzäune sind am effektivsten, aber sie können nicht überall angebracht werden: "Wildschutzzäune bieten keinen flächendeckenden Schutz. In Autobahnzubringer-Bereichen oder an Brücken enden sie. Dann haben die Tiere freie Bahn." Jetzt hilft nur noch das letzte Mittel: Jäger haben die Rotte von 25 auf 13 Tiere dezimiert, teilte Polizeisprecher Stefan Grohme MDR SACHSEN mit.

Lieber Kollision in Kauf nehmen als ausweichen

Volle Mülltüten an der Anschlussstelle Dresden Altstadt
Müll mit Essensresten kann an den Autobahnrändern Leben kosten. Bildrechte: MDR/Christian Essler

Dabei ist die Stelle an der A4 nur ein Beispiel häufigen Wildaufkommens. Besonders im Herbst gibt es vielerorts Zusammenstöße. Stefan Grohme: "Wir registrieren vermehrt Wildunfälle mit Beginn des Herbstes. Insbesondere in der Dämmerung morgens und abends. Dann wechseln die Tiere die Fahrbahnseiten. Autofahrer können dann oft nicht mehr ausweichen." Wenn man einem Tier begegnet und noch abbremsen kann, unbedingt das Fernlicht ausschalten, so Grohme. Wenn das nicht mehr möglich ist, macht eine Kollision weniger Schaden als das Ausweichen. Grohme: "Erst in der vergangenen Nacht wollte ein Autofahrer einem Reh ausweichen. Sein Auto überschlug sich und landete in der Böschung." Generell gelte: Bei Schildern die vor dem Wild warnen sollte der Fuß bremsbereit sein. Und: Müll gehört nicht an den Straßenrand.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.10.2019 | ab 14:30 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2019, 15:47 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Dresden

Mehr aus Sachsen