Ein ICE T fährt am Abend aus dem Hauptbahnhof Halle.
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Infrastruktur Bahnstrecke Dresden-Prag: Bürgerinitiative kämpft für Tunnel ab Heidenau

Seitdem die Pläne für eine neue Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag öffentlich sind, formiert sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative hat am Mittwoch bei Ministerpräsident Kretschmer für eine alternative Route geworben.

Ein ICE T fährt am Abend aus dem Hauptbahnhof Halle.
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Eine Bürgerinitiative will verhindern, dass durch die künftige Eisenbahnstrecke von Dresden nach Prag zusätzlicher Bahnlärm das Elbtal belastet. Am Mittwoch haben Vertreter der Initiative im Landtag Sachsens Ministerpräsenten Michael Kretschmer getroffen und ihm eine Alternative zu den Plänen der Staatsregierung vorgestellt. Zuvor hatte die Bürgerinitiative am Dienstagabend ihr Konzept im Kreistag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge präsentiert.   

Neue Streckenführung mit vier Kilometer längerem Tunnel

"Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass beim Staatsministerium fast ein Viertel des Abschnitts in Deutschland als offene Streckenführung  geplant sind, während wir eine Volltunnelvariante von Heidenau bis nach Tschechien anstreben", sagte Steffen Spittler von der Bürgerinitiative "Basistunnel nach Prag". Alles in allem wäre der Tunnel der Bürgerinitiative, der rechts und links der Autobahn 17 verläuft, reichlich zwei Kilometer kürzer als der des Wirtschaftsministeriums. Er soll eine große Bahnbrücke über das Seidewitztal bei Pirna-Zehista sowie einen Bahndamm zwischen Dohma und Goes samt Überholbahnhof überflüssig machen.

Vorschläge für den Verlauf der geplanten Bahnstrecke von Dresden nach Prag
Spiegelbildlich zur bisher geplanten Route würde die Alternativroute verlaufen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Angst vor Lärm im Seidewitztal

Die Anwohner haben Angst, dass durch die vom Ministerium geplante Streckenführung Lärm im Seidewitztal entsteht. Mit geschätzten 1,4 Milliarden Euro ist die alternative Streckenführung nach Angaben der Bürgerinitiative nicht teurer als der Vorschlag des Wirtschaftsministeriums. Nach aktuellen Berechnungen geht sie davon aus, dass ihr Konzept sogar günstiger sein könnte.

Der Landkreis sei gerade dabei, sich eine Position zu erarbeiten. Daher möchte man mit den Informationsveranstaltungen aufzeigen, welche Optionen es gebe. "Es muss ja erst einmal die Erkenntnis reifen, dass neben der Variante des Wirtschaftsministeriums überhaupt noch weitere Varianten existieren." Man möchte auf diese Weise auch auf das demnächst beginnende Raumordnungsverfahren Einfluss nehmen, sagte Spittler. Die geplante Bahnstrecke von Dresden nach Prag soll das Elbtal vom Lärm entlasten und die Fahrzeit von zweieinhalb auf unter eine Stunde verkürzen.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.03.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 13. März 2019, 20:35 Uhr

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