Baustelle Unfall und Anwohnerprotest: Dresdner Bosch-Werk in Turbulenzen

Das neu entstehende Bosch-Werk in Dresden sorgte am Freitag in mehrfacher Hinsicht für Schlagzeilen. Erst wurde bekannt, dass Anwohner Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt haben. Dann passierte auch noch ein Unfall.

Auf der Großbaustelle des künftigen Bosch-Werks in Dresden sind am Freitagmorgen ein tonnenschwerer Betonpfeiler und eine Metallkonstruktion 15 Meter in die Tiefe gestürzt. Nach Informationen eines MDR-Reporters beschädigte die Metallkonstruktion ein Transformatorenhäuschen - der Betonpfeiler schrammte nur knapp an der Anlage vorbei. Durch die Wucht des Aufpralls der Betonsäule wurde auch der Gehweg stark beschädigt. Derzeit wird geprüft, wie es zu dem Vorfall kommen konnte.

Gerichtlicher Widerspruch wegen Schallschutz

Neben dem Unfall droht dem Unternehmen auch Ärger mit seinen Nachbarn. Nach Angaben der Stadt gibt es einen gerichtlichen Widerspruch von Anwohnern gegen eine Teilgenehmigung des Baus. Es geht um den Schallschutz. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Stadt teilte weiter mit, dass der Bebauungsplan für den Airportpark aus den 1990er Jahren angepasst werden soll. Ob die geplanten Änderungen an dem Bebauungsplan direkt mit dem eingelegten Widerspruch zusammenhängen, blieb dabei unklar.

In der Bosch-Zentrale in Stuttgart zeigten sich die Verantwortlichen währenddessen entspannt. Man sei von der Stadt Dresden über den Widerspruch informiert worden, habe aber weiterhin grünes Licht. Das Bauvorhaben gehe voran und man liege gut in der Zeit. Ein Sprecher versicherte, dass es aus Sicht von Bosch keine Gründe gäbe, die Pläne für Dresden zu ändern. Das Unternehmen investiert rund eine Milliarde Euro. Die Baukräne drehen sich bereits. In drei Jahren will Bosch in Dresden Halbleiter herstellen. Rund 700 Arbeitsplätze sind geplant.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.10.2018 | 15:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2018, 21:42 Uhr

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5 Kommentare

28.10.2018 16:50 Steinbock 5

So sieht also Strukturwandel aus, wenn er vor der eigenen Haustuer konkret wird..... Widersprueche von Anwohnern....

28.10.2018 12:12 Thorsten Gorch 4

Lärmschutz? Was soll denn an einer Chipfabrik laut sein? Wenn ich das mit Infienon, Globalfoundries oder X-Fab vergleiche ist das lauteste der Autoverkehr zum Schichtwechsel. Von Außen hört man da nicht viel. Abgesehen welche _An_wohner in dieser Gegend mitten im ausgewiesenen Gewerbegebiet?

27.10.2018 17:04 Oberlausitzer 3

Widersprüche von Anwohnern? Schön für Dresden, dass man so viele Großindustrien hat, dass man versuchen kann, Neuansiedlungen zu vergraulen.
Mein Vorschlag geht an unsere Kohlekomission. Geben sie BOSCH doch Fördermittel, damit sie sich im Lausitzer Kohlerevier ansiedeln. Fachkräfte haben wir auch. Mit dem Kohleausstieg wird jede Menge Personal frei. Und ich bin der Meinung, dass viele Bürgermeister und Landräte froh wären, wenn derartige Firmen hier investieren und nicht im "satten" Dresden. Natürlich sollten die Firmen keine Angst vor Wölfen haben ;-)

27.10.2018 15:47 Ich 2

Das wirft natürlich Fragen bezüglich Statik bzw Bauqualitaet und Zuverlaessigkeit des Gesamtprojekts auf. Billig ist nie gut, das sollte gerade ein Unternehmen wie Bosch wissen. Oder ist da schwäbische Überheblichkeit im Spiel ?
Übrigens gibt's da außer Industrie und Gewerbe keine Anwohner.

27.10.2018 07:32 Uwe 1

Die Frage bzgl. des Unfalls sollte geklärt werden - der Rest ist egal. Man sollte über die Ansiedlung froh sein und wenn nach den Vorschriften des alten Bebauungsplans geplant wurde und man grünes Licht bekam, dann ist das auch okay oder soll hier ein zweiter Wasaplatz-Umbau stattfinden nur weil mal wieder Anwohner klagen?

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