Dresden nach dem Luftangriff vom 13. Februar 1945 Zerstörung Bombardierung Zweiter Weltkrieg
Bildrechte: IMAGO

Gedenken an Bombardierung Dresdens Bündnis "Dresden Nazifrei" zum 13. Februar wieder auf Täterspuren

Die Dresdner Bombennacht hat sich in die Stadt gefressen. Auch über 60 Jahre später ist das Gedenken umkämpft. Das Bündnis "Dresden Nazifrei" will mit "Täterspuren" dem Opfermythos entgegenwirken, eine Menschenkette steht für Frieden. Doch auch Rechtsextreme haben sich bereits angekündigt.

Dresden nach dem Luftangriff vom 13. Februar 1945 Zerstörung Bombardierung Zweiter Weltkrieg
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Drei Tage vor dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens will das Bündnis Dresden Nazifrei in diesem Jahr mit seinem Mahngang "Täterspuren" einem Opfermythos entgegenwirken. Unter dem Motto "Macht-Bildung-Propaganda" soll der Mahngang an diesem Sonnabend unter anderem entlang der früheren NS-Schwesternschule, der Beratungsstelle für Erb- und Rassenpflege der Nazis und der Akademie für Kunstgewerbe führen, die eine Ideologisierung der Kunst zu Propagandazwecken betrieben habe, sagte Bündnissprecher Albrecht von der Lieth am Mittwoch in Dresden.

Der Mahngang sei eine bewusste Abgrenzung zur Menschenkette, mit der die Stadt der Bombardierung am 13. Februar gedenkt, sagte von der Lieth. Auch sollte im 13. Februar kein "besonderes Datum" gesehen werden. Dresden sei nicht als einzige Stadt Ziel alliierter Bomber im Zweiten Weltkrieg gewesen. "Mir ist aber keine andere Stadt bekannt, in der es einen solchen Zirkus um das Bombardierungsdatum gibt."

Proteste gegen lokale Rechtsextreme

Gleichzeitig kündigte das Bündnis Proteste gegen Aktionen rechter Gruppierungen an. Einem für den 10. Februar geplanten "Fackelmarsch" von Rechtsextremen wolle sich das Bündnis in den Weg stellen, sagte Lieth. Zudem seien Blockaden gegen einen von dem Holocaust-Leugner Gerhard Ittner angemeldeten Aufmarsch am 17. Februar geplant. Das Bündnis hofft für seinen Mahngang und die Demonstrationen auf knapp 2.000 Teilnehmer.

Teilnehmer des "Mahngang Täterspuren" des Bündnis Dresden Nazifrei laufen am 13.02.2017 durch die Innenstadt von Dresden (Sachsen).
Teilnehmer des Mahngang "Täterspuren" laufen am 13. Februar des vergangenen Jahres durch die Dresdner Innenstadt. Mit 20 Veranstaltungen erinnert die Stadt Dresden auch in diesem Jahr am 13. Februar an ihre Zerstörung 1945 im Zweiten Weltkrieg. Bildrechte: dpa

Rechtsextreme planen "Aktionswoche"

Rechtsextreme planten rund um den Gedenktag eine "Aktionswoche", es gebe eine "Vielzahl von Akteuren", sagte Lieth. Sein Bündnis rechne insgesamt mit mehreren Hundert Teilnehmern. "Den einen Naziaufmarsch" gebe es am oder um den 13. Februar in Dresden zwar nicht mehr. Doch werde das Datum zumindest von Neonazi-Gruppen "mit lokaler Mobilisierungskraft" missbraucht. Auch das sei "durchaus bedenklich". Zudem nehme die rechtspopulistische AfD in diesem Zusammenhang eine "immer größere Stellung ein".

Die AfD plant wie in den Vorjahren am 13. Februar eine Kranzniederlegung in der Dresdner Altstadt. Wesentlich mehr Teilnehmer werden jedoch zum Politischen Aschermittwoch der AfD am 14. Februar in Pirna im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erwartet. In den sozialen Netzwerken kündigten sich bereits bis zu 1.000 Teilnehmer an. Reden werden unter anderem die Thüringer AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke sowie der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg. Beide gehören zum rechten und völkischen Flügel der AfD.

Menschenkette für Frieden und Demokratie

Rund um den Dresdner Gedenktag gibt es fast 20 Anmeldungen von Initiativen, darunter drei Versammlungen aus dem rechten Spektrum. Oberbürgermeister Dirk Hilbert rechnet nach eigenen Angaben mit einem friedlichen Verlauf. Die Gedenkveranstaltungen am 13. Februar stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Friedfertigkeit". Aufgerufen wird wieder zu einer Menschenkette für Frieden und Demokratie. Mindestens 11.000 Menschen werden erwartet. Die Gesellschaft zur Förderung der Dresdner Frauenkirche lädt zum stillen Gedenken auf den Neumarkt ein.

Bei den Luftangriffen der Alliierten auf Dresden kamen am 13. und 14. Februar 1945 nach Schätzungen von Wissenschaftlern rund 25.000 Menschen ums Leben. Nahezu die gesamte Innenstadt wurde zerstört. Zum Zeitpunkt des ersten Bombenangriffs am 13. Februar 1945 läuten traditionell um 21:45 Uhr die Kirchenglocken der Stadt.

Quelle: MDR/dpa/epd/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.02.2018 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2018, 17:23 Uhr