Die Toten Hosen am 12.05.2015 in Dresden
Bildrechte: MDR JUMP / Hagen Wolf

Rocker zeigt Reue Campino entschuldigt sich für nächtlichen Freibadbesuch in Dresden

Die Toten Hosen am 12.05.2015 in Dresden
Bildrechte: MDR JUMP / Hagen Wolf

Campino von den "Toten Hosen" hat für seinen nächtlichen Freibadbesuch in Dresden um Vergebung gebeten und will dem Bad 5.000 Euro spenden. Das Schreiben an die Dresdner Bäder GmbH endet mit den Worten: "Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und werden uns bemühen, die Öffnungszeiten einzuhalten. Campino und Die Toten Hosen". Man habe sich eigentlich fest vorgenommen, Öffnungszeiten einzuhalten, schreibt die Band weiter. Der Tourplan habe es aber nicht zugelassen, zu warten, bis das Bad wieder öffnen würde. Die Bäder GmbH teilte mit Wortwitz auf ihrer Internetseite mit, die Sache damit auf sich beruhen lassen zu wollen.

An Tagen wie diesen ist es wohl das Beste, einen Schlussstrich unter die Nacht der Nächte zu ziehen. (...) Nichts bleibt für die Ewigkeit und deshalb machen wir jetzt hoffentlich bald unter die Sache einen Punk(t).

Dresdner Bäder GmbH

In den Dresdner Bädern gebe es zwar weiterhin keinen Promibonus, "dafür kann man aber mit uns reden", hieß es. "Das werden wir zusammen mit den Toten Hosen auch tun. Für Dresden soll dabei etwas herausspringen."

Polizei ist strenger

Die Polizei hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass auch eine mögliche Verständigung zwischen dem Sänger und der Bäder-GmbH ein Strafverfahren nicht automatisch beenden werde. Der Ball liegt in solchen Fällen bei der Staatsanwaltschaft. Campino und den Begleiterinnen drohen laut Gesetz wegen Hausfriedensbruch eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.

Der Entschuldigungs-Brief im Wortlaut Liebe Mitarbeiter vom Georg-Arnhold-Bad und der Dresdner Bäder GmbH,

wir waren ja am Samstag für einen Tag lang Eure Nachbarn, weil unser Backstagebereich direkt an Eure Anlage grenzte. Wir hatten also die ganze Zeit Euer einladendes Schwimmbad vor Augen, konnten aber unserer Begeisterung nicht durch einen Besuch Ausdruck verleihen, weil wir ja bis spät in die Nacht beschäftigt waren. Als wir dann endlich Zeit hatten, aber das Bad leider schon geschlossen war, hatten wir uns eigentlich fest vorgenommen, zu warten bis Ihr wieder öffnet. Leider hat unser Tourmanager uns daran erinnert, dass wir noch in derselben Nacht nach Berlin fahren müssten. Doch was wäre eine Reise nach Dresden wert, ohne einen Ausflug in Euer schönes Spaßbad gemacht zu haben? Und weil wir nun mal schon alle einen sitzen hatten, haben wir der Versuchung nachgegeben, Eurer Anlage eine Visite abzustatten.

Wir wurden nicht enttäuscht. Um mit dem weitverbreiteten Klischee aufzuräumen, dass man als Rockmusiker nur mit eigener Yacht oder mindestens im eigenen Pool schwimmen geht, war es uns wichtig, mit einem Foto zu unterstreichen, dass man als Mitglied der Toten Hosen immer noch auf das öffentliche Freibad angewiesen ist und das nicht bereuen muss. Kleine Anmerkung am Rande: Uns ist bei dem nächtlichen Ausflug aufgefallen, dass z.B. die Startblöcke leichte Verschleißerscheinungen hatten und so wollen wir gerne mit einer kleinen Spende von 5.000.-€ mögliche Erneuerungsmaßnahmen an dieser und anderer Stelle unterstützen. Gerne würden wir damit auch die noch ausstehenden Eintrittsgelder von unseren Begleiterinnen und Begleitern in dieser Nacht begleichen.

Wir bitten um Vergebung, freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und werden uns bemühen, die Öffnungszeiten einzuhalten.
Campino und Die Toten Hosen

Quelle: Brief der Band an die Dresdner Bäder GmbH

Quellen: MDR/dpa/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.06.2018 | ab 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2018, 15:48 Uhr

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11 Kommentare

08.06.2018 06:42 forsa 11

@10: Ähm. Lesen können Sie?
In dem Artikel steht ganz klar und deutlich, dass das Verfahren wegen Hausfriedensbruch weiter läuft, unabhängig der Spende von Campino.
Ich kann mir aber schon denken, was Sie lieber sehen würden aber glücklicherweise haben Sie ja richtig erkannt, dass wir in einem Rechtsstaat leben.

07.06.2018 11:59 Kritiker 10

Wäre es nicht Campino gewesen, sondern ein unbekannter Bürger, hätte ihn nun vollumfänglich die juristische Konsequenz getroffen.
Oh, ich vergaß, wir leben ja in einem Rechtstaat ...

07.06.2018 11:18 HUKL 9

Bei dieser Geschichte fällt mir ein, dass in der Zusammenfassung der wöchendlichen Bundesligaspiele in der Sportschau des Fernsehens zur Halbzeitpause der Aufzeichnung des Bundesligaspieles des SC Freiburg gegen den VfL Wolfsburg vor ein paar Wochen vom Stadion aus über die Zäune des benachbarten Strandbades kurz eine sich gerade eincremende Dame in Nahaufnahme gezeigt wurde. Diese Schönheit ließ man aber durch Zoomen immer kleiner werden, bis jeder Zuschauer zuhause merkte, dass hier eine geschickte und auch gelungene Kombination zwischen einem (bekleideten) ca. 400 m entfernten Menschen und der Natur prächtig gelang! Was aber folgte, waren kaum zu ertragende sexistische Anfeindungen an den Fernsehsender!

Der humorvoll geschriebene Brief von Campino an die Dresdener Bäder GmbH dürfte ein treffender Grund sein, das viel schlimmere Ereignis nach dem Auftritt schnell zu den Akten zu legen......

07.06.2018 10:59 Alex returns 8

Da bin ich jetzt schon nen bissel enttäuscht - da blitzt nach einem geilen und sprichwörtlich heißen Konzert ein punkmäßiger Reflex durch und nur kurze Zeit später wird der durch Reue und Ablassgeld konterkariert ;-) PS: Mir gefällt die neue Scheibe und die aktuelle Tour trotzdem - ist halt weniger Punk und mehr reines Entertainment....

07.06.2018 10:17 Leon 7

Ich hätte das eher als Eilmeldung eingestuft. Es verändert mein Leben vollkommen!

07.06.2018 10:02 Charly 6

Haben wir keine anderen Probleme,als uns über so eine Truppe zu ärgern?

06.06.2018 22:29 DER Beobachter 5

Er hätte natürl. auch mehr springen lassen können. Vorschlag, dass Geld in Kinder- o. Familienkarten zB. für Dresden-Pass-Inhaber ua. mit Nachweis prekärer Situat. umgesetzt würde, Nachlass für dieselben sehr minimal, Eintrittsk. fürs Freibad gilt nicht für die teils aus selben Pumpen/Chlorieranlagen gespeiste Schwimmhalle. In China sind seitd. X Reissäcke umgefallen, Hausfriedensbr. durch Heimlichbader ist zieml. egal o. sonst jedenf. keine Presserwähng. wert - aber hier wirds zum Politikum. Aber passt halt schon hier in DD, wenn Täter irgendwie links gelten. Dass Polizei ankündigt, sie könne nichts tun, wenn StA weiter ermitteln lässt, obwohl Hausfriedensbr. "ledigl." Antragsdelikt des sich in seinen Rechten geschädigt Sehenden ist, dass dieselbe StA andererseits Ermittlg. gegen Poggenburg einstellen lässt, obwohl er nachweisl. eindeutig gegen schwerer wiegenden Paragraphen StGB 130 (1) 2 verstieß, spricht Bände...

06.06.2018 22:16 Na so was 4

Alles gut. Jeder, die Toten Hosen und die Dresdener Bäder GmbH wurden genügend in den Medien erwähnt. Die Werbung für beide Seiten hat funktioniert. Und was lernen wir daraus ? Auch die staatlichen öffentliche Stellen (hier die Dresdner Bäder GmbH) lassen mit genügend Kohle mit sich reden. So haben alle was davon und von Ihnen wird in der Szene geredet. Was sind für die Toten Hosen 5 000 Euro wert ? Die lachen sich kaputt. So einen billigen Werbespot hatten sie noch nie.

06.06.2018 21:32 Jewsharpe 3

Das schlechte Gewissen rein gewaschen?
Nun ist die Tour finanziell ein Reinfall...
Schade for the Live Jackets

06.06.2018 20:09 marc 2

Der ist ja voll spießig: mit Geld das Problem aus der Welt geschafft und die machen da auch noch mit.