Wölfe
Mindestens 60 wild lebende Wolfsrudel sind in Deutschland nachgewiesen worden. Das sind laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) 13 Rudel mehr als noch 2016. Bildrechte: IMAGO

Wolfsmanagement Unions-Minister wollen einheitliche Standards für Umgang mit Wölfen

Immer mehr Bundesländer melden Wolfsrudel in ihren Wäldern. Behörden gehen von bis zu 160 erwachsenen Wölfen aus. Doch wie sollen sie mit den geschützten Tieren umgehen, wenn sie auffällig sind oder Nutztierhaltern schaden? Bislang sieht das Wolfsmanagement in Deutschland aus wie ein ungepflegter Mischwald. Landwirtschaftsminister der Union geführten Länder haben sich nun in Dresden für einheitliche Standards im Umgang mit Wölfen ausgesprochen.

Wölfe
Mindestens 60 wild lebende Wolfsrudel sind in Deutschland nachgewiesen worden. Das sind laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) 13 Rudel mehr als noch 2016. Bildrechte: IMAGO

Die Agrar- und Umweltminister der Union haben sich in Dresden auf ein einheitliches Vorgehen beim Umgang mit Wölfen verständigt. Länderübergreifend sollen einheitliche Standards fürs Wolfsmanagement gelten, besonders im Umgang mit auffälligen Wölfen, sagte der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt. So soll eine zentrale Einheit entstehen, die bei der Vergrämung und dem Abschuss verhaltensauffälliger Wölfe zum Einsatz kommen kann. Der Vorschlag war aus Sachsen auf die Tagesordnung gekommen.

Die Minister sprachen sich auch für bundesweite Standards zur "Entnahme von Wölfen" aus. So heißt offiziell die Tötung problematischer Tiere. "Eine Verordnung des Bundes, die die geltenden Voraussetzungen einheitlich regelt, ist besser als ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen, die jeweils nur in einem Bundesland gelten“, meinte Minister Schmidt. Auch müssten die Probleme der Tierhalter und Ängste der Menschen ernst genommen werden. "Nur so ist es möglich, auch Akzeptanz und Begeisterung für den Naturschutz zu erreichen, was für uns ein hohes Gut ist", so Staatsminister Schmidt.

Bei Entschädigungen soll auch der Bund zahlen

Einig waren sich die Minister, dass die Haltung von Weidetieren auch unter den Bedingungen des europäischen Artenschutzes flächendeckend und dauerhaft erhalten bleiben müsse. "Schafhaltung ist für Naturschutz und Landschaftspflege auch künftig unverzichtbar", urteilte der Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk. "Daher müssen wir sowohl den Schutz von Weidetieren als auch die staatliche Unterstützung der Tierhalter zwingend weiterentwickeln. Das gilt für Investitionen wie für laufende Kosten, die den Tierhaltern entstehen, und ebenfalls für einen erforderlichen Schadensausgleich", sagte Hauk. Dies sei nicht nur Sache der Länder, auch der Bund solle sich daran beteiligen.

Wolfspopulation wächst

Die Zahl der wild lebenden Wolfsrudel in Deutschland wächst. Ende 2017 galten 60 Rudel und 13 neue Paare in freier Natur als nachgewiesen. Laut Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) waren das 13 Rudel mehr als noch 2016. Die Behörden gehen von bis zu 160 erwachsenen Wölfen aus. Die meisten Tiere leben in Sachsen und Brandenburg. Neuerdings gilt auch Bayern als Wolfsgebiet.

Hinweise auf Wölfe ... ... nimmt das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" entgegen.
Telefon: 035772/4 67 62
E-Mail: kontaktbuero@wolf-sachsen.de

oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland
Telefon: 035727/5 77 62
E-Mil: kontakt@lupus-institut.de

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 14.02.2018 | in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2018, 17:02 Uhr