Corona-Pandemie Vorerst kein Einsatz von Corona-positiv getestetem Personal in Kliniken

Arzt, Patienten
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den Krankenhäusern der Regionen Dresden und Bautzen soll trotz angespannter Lage und Personalmangels vorerst kein positiv getestetes Klinikpersonal bei Corona-Patienten eingesetzt werden. "Es gibt klare Auflagen des Gesundheitsamts, wie damit umzugehen ist, und positive Mitarbeiter sind aktuell nicht im Patientenbetrieb", sagte der Leiter der Zentralen Corona-Krankenhausleitstelle Dresden-Ostsachsen, Christian Kleber, am Freitag dem MDR.

In anderen europäischen Ländern sei dies in der Vergangenheit notwendig geworden, um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, aber in der Situation sei man aktuell noch nicht, sagte Kleber weiter, der mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Leitstelle mehr als 30 sächsische Kliniken und Rettungsdienste koordiniert.

Stiftung Patientenschutz gegen arbeitende Corona-Infizierte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte diese Woche ins Gespräch gebracht, dass positiv getestetes Personal unter besonderen Schutzvorkehrungen auf Covid-Stationen weiterarbeiten könnte. Dies sei auch nach den gültigen Richtlinien des RKI möglich. Vor einem Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung in Deutschland könne grundsätzlich "in absoluten Ausnahmefällen" auch positiv getestetes Personal, wie Pflegerinnen und Pfleger, in Krankenhäusern eingesetzt werden. Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte diesen Vorschlag und sagte der Nachrichtenagentur dpa:

Corona-Infizierte weiterarbeiten zu lassen, ist der politische Offenbarungseid.

Eugen Brysch Stiftung Patientenschutz

Ärzte, Schwestern, Gang
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kliniken rechnen mit weiterem Bedarfsanstieg an Intensiv-Betten

Reiner Rogowski, Geschäftsführer der Oberlausitz-Kliniken GmbH, berichtete am Freitag von einer angespannten Situation bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Er rechnet zudem mit einem weiteren Anstieg von Bettenbelegungen auf den Intensivstationen. "Ausgehend von den neuesten Prognosen aus der Videokonferenz mit der Universitätsklinik können wir davon ausgehen, dass sich die Bedarfe an Intensivbetten für Covid-Patienten in den nächsten Wochen verdoppeln werden", sagte er dem MDR. Rogowski hofft auf die Unterstützung der Bundeswehr - ab kommender Woche.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.11.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus der Region Dresden

Mehr aus Sachsen