Demos am Sonnabend Bunte Protestmusik in Dresden gegen Rechtsextreme

Zum Protest gegen rechtsextreme "Identitäre", die am Sonnabend in Dresden demonstrierten, hatte die Stadt Dresden aufgerufen. Hunderte Bürger haben sich bislang friedlich und singend an Demos beteiligt.

Protest vor dem deutschen Hygienemuseum für ein tolerantes und weltoffenes Dresden
Vor dem Deutschen Hygienemuseum spielten Bands für ein tolerantes und weltoffenes Dresden. Auch das Museum beteiligte sich mit einem eigenen Programm gegen die rechtsextremen Identitären in Sichtweite. Bildrechte: xcitepress/Christian Essler

Bei mehreren Aktionen haben sich hunderte Dresdner gegen eine Kundgebung der rechtsextremen "Identitären Bewegung" gewehrt. Nahe des Deutschen Hygiene-Museums protestierten Einwohner, Künstler und Lokalpolitiker mit Musik, Sprechchören und bunten Aktionen gegen die Veranstaltung der Rechtsextremen auf der sogenannten "Cockerwiese". Das Deutsche Hygienemuseum, das zur Zeit in einer Ausstellung die Erfindung des Rassismus beleuchtet, lud zum kostenlosen Besuch der Ausstellung und einer Konferenz mit dem Titel "Gemeinsam Demokratie gestalten" ein. Nach Angaben eines MDR-Reporters hatten sich auf rechter Seite am Vormittag etwa 300 bis 400 Menschen auf der umzäunten Wiese am Hygienemuseum versammelt. Die Organisatoren dagegen hatten 700 rechte Teilnehmer gemeldet - keine der Zahlen wollte die Polizei Dresden bestätigen.

Rechte Ordner greifen Journalisten an

Bislang laufe es insgesamt ruhig, planmäßig und friedlich ab, sagte ein Polizeisprecher. Am Nachmittag sei es zu einem Zwischenfall gekommen, als mehrere Journalisten von Ordnern der "Identitären Bewegung" angegriffen wurden. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittele gegen sechs Personen wegen Nötigung, twitterte die Polizei. Darüber hinaus ermitteln die Beamten gegen einen Teilnehmer der Veranstaltung der "Identitären", weil er das Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation getragen habe. Ein Ordner habe gegen das Versammlungsrecht verstoßen, weil er Tierabwehrspray und Schlagschutzhandschuhe bei sich trug.

Mit Musik und Chören gegen Rassismus

Am Nachmittag verwandelte sich die Dresdner Innenstadt in eine musikalische Bühne für alle Bürger, die sich für ein friedliches Miteinander an der Elbe einsetzten und das Programm "So klingt Dresden" unterstützten. Es gab Platzkonzerte der Dresdner Musikfestspiele auf dem Neumarkt, ein öffentliches Einsingen und Bürgersingen vor dem Kulturpalast mit der Philharmonie Dresden und den Philharmonischen Chören. Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert beteiligte sich an der Aktion "So klingt Dresden". Er sagte: "Das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und Lebensweisen prägt diese Stadt. Dresden braucht keine selbsternannten Patrioten von außen, die unsere Stadt als Bühne für ihre Ausgrenzung missbrauchen und tiefe Gräben mitten durch die Gesellschaft ziehen wollen." Auch die Hochschule für Bildende Künste protestierte gegen Intoleranz und hüllte ihre Fassade in ein großes regenbogenfarbenes Banner des Konzeptkünstlers Hans Haacke.

Unterstützung für Rettungsorganisationen im Mittelmeer

Menschen demonstrieren für die Organisatironen, die Flüchtlingen im Mittelmmeer helfen. Mehrere hundert Unterstützer laufen am 25.8.2018 durch die Alaunstraße in Dresden-Neustadt.
Bildrechte: MDR/Friedrike Schicht

Die Initiative Seebrücke, die sich für eine menschenwürdige Politik und Solidarität mit den Rettungsorganisationen im Mittelmeer einsetzt, hatte in der Dresdner Neustadt demonstriert. Nach Angaben eines MDR-Reporters bewegten sich Hunderte Unterstützer friedlich durchs Stadtviertel. Das Bündniss ist ein Zusammenschluss mehrerer Flüchtlingsinitiativen. Seit Juli 2018 ruft es zu Demonstrationen in deutschen Städten auf, um auf die Seenotrettung aufmerksam zu machen. Anlass waren die Vorkommnisse um das Dresdner Rettungsschiff "Lifeline". Das erhielt im Juni mit mehr als 200 geretteten Menschen an Bord tagelang keine Anlege-Erlaubnis im Mittelmeerraum.

Quelle: MDR/kk/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.08.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 25. August 2018, 21:07 Uhr

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