Kommunale Wasserversorgung Spatenstich für Wasserleitungen der Brunnendörfer bei Glashütte

In den Glashütter Ortsteilen Dittersdorf und Johnsbach hat am Freitag der Bau von Wasserleitungen durch den Wasserversorger Weißeritzgruppe begonnen. Bis Ende des Jahres 2021 sollen die Bauarbeiten beendet und die beiden Brunnendörfer damit an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen sein. Zuvor hatten mindestens 80 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer einen Vertrag mit dem kommunalen Wasserversorger unterschrieben. Im Anschluss an diese Einigung hat die Weißeritzgruppe Fördergelder aus dem Sonderprogramm für Investitionen in die öffentliche Trinkwasserinfrastruktur des Freistaates Sachsen beantragt.

Freistaat Sachsen hat Zuwendungshöhe verdoppelt

Ende September gab die Staatsregierung bekannt, die Zuwendungshöhe für Trinkwasserinfrastruktur von 20.000 auf 40.000 EUR pro Grundstück anzuheben. Mit der Förderung entlastet der Freistaat nach eigenen Angaben die Träger der öffentlichen Wasserversorgung und die betroffenen Grundstückseigentümer um fast zwei Drittel der Investitionskosten.

Der verbleibende Eigenanteil sei von den Beteiligten gemeinsam aufzubringen und gewährleiste eine solidarische Gesamtfinanzierung, teilte die sächsische Staatsregierung weiter mit. Das Sonderprogramm ist bis 2023 befristet. Die Mittel werden über die "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" sowie ergänzend aus Landesmitteln zur Verfügung gestellt.

Stabile Trinkwasserversorgung wegen anhaltender Trockenheit immer wichtiger

Aus einer Brunnenanlage vor Gartenzaun wird Wasser in eine orangefarbene Gießkanne gezapft
0,7 Prozent der sächsischen Einwohner beziehen ihr Trinkwasser noch aus Hausbrunnen. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

In Sachsen sind 99,3 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner an öffentliche Anlagen angeschlossen. Etwa 27.000 Einwohnerinnen und Einwohner versorgen sich aus privaten Hausbrunnen. Neben den Glashütter Ortsteilen sind auch Dörfer um Klingenberg und Altenberg sowie Dörfer in Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis bisher nicht ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen.

In manchen Orten sind die Hausbrunnen trocken gefallen. Die überdurchschnittlich trockenen Jahre 2018, 2019 und 2020 haben uns aber auch gezeigt, dass nicht nur die Wasserversorgung aus privaten Hausbrunnen überdacht werden muss. Wir stecken mitten im Klimawandel und müssen auch künftig verstärkt mit Dürren rechnen. Daher ist es sinnvoll und notwendig, Investitionen in die öffentliche Trinkwasserversorgung zu fördern und dabei auch die Wasserqualität zu berücksichtigen.

Wolfram Günther Sachsens Umweltminister

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.10.2020 | 19:00 Uhr

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