Ein Mitarbeiter der deutschen Bundespolizei arbeitet an einem Computer
Bildrechte: dpa

Sicherheit in der Grenzregion Kritik an Umzug der Bundespolizei aus Altenberg

Seit über einem Jahr wird über die Verlegung des Standortes der Bundespolizei in Altenberg diskutiert. Dippoldiswalde ist als neuer Standort im Gespräch. Entschieden ist das noch nicht. Und die Kritik reißt nicht ab.

Ein Mitarbeiter der deutschen Bundespolizei arbeitet an einem Computer
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Regionalpolitiker aus dem Osterzgebirge haben die geplante Schließung des Bundespolizeireviers in Altenberg kritisiert. Der Bürgermeister von Altenberg, Thomas Kirsten sagte MDR SACHSEN, man habe schon in unzähligen Briefen an den Bundesinnenminister und den sächsischen Ministerpräsidenten um Hilfe gebeten, die Sicherheit an der Grenze zu garantieren. Sonst seien Tür und Tor geöffnet für alle Straftäter, die zum Beispiel Crystal oder andere Drogen oder Waffen nach Deutschland bringen wollen, sagte Kirsten. Zudem brauche es auch eine politische Entscheidung für Arbeitsplätze. Angesichts der schwachen Wirtschaftslage in der Grenzregion sollten Arbeitsplätze dort gesichert und nicht aufgegeben werden, so Kirsten.

Das Bundespolizeirevier in Altenberg soll geschlossen werden. Vorgesehen ist, die knapp 30 Bundespolizisten nach Dippoldiswalde zu verlegen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, erklärte Christian Meinhold von der Bundespolizeidirektion in Pirna. Taktisch sei es aber durchaus sinnvoll, den Standort nach Dippoldiswalde zu verlegen, so Meinhold. Der Bürgermeister von Altenberg, Thomas Kirsten, sieht das anders. Er sagte nach einer Einwohnerversammlung am Dienstag, die Menschen machen sich "große Sorgen, weil Vandalismus auf der Tagesordnung steht, weil Diebstähle stattfinden". Und es sei nicht klar, wie das neue System "Sicherheit im Raum", das der Bundespolizeipräsident vorgestellt hat und das jetzt in Altenberg erprobt werden soll, im Detail umgesetzt werden soll. Die Straftäter würden nicht darauf warten, "dass irgendwelche Beamten aus dem Raum an die Grenze kommen, sondern dann sind die schon lange weg." Die Bundespolizeidirektion Pirna nehme das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen durchaus Ernst. Christian Meinhold sagte MDR SACHSEN dazu, man werde auch in Zukunft die Präsenz vor Ort garantieren, nicht nur durch Streifen. Wie das im Detail erfolgt, könne er aber noch nicht sagen.

Online-Petition gescheitert

Im September letzten Jahres startete eine Onlinepetition mit dem Titel "Bundespolizeistützpunkt Altenberg/Zinnwald dauerhaft erhalten". In der Begründung hieß es, die Bürger im Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und insbesondere die grenznahen Gemeinden Altenberg und Hermsdorf brauchen Sicherheit und eine klare Position zum strategischen Vorteil der Einsatzstätte an der Grenze. Im Februar 2019 endete die Petition mit 65 Unterstützern. Damit reichte die Anzahl der Unterstützer nicht aus, um das Thema in den Sächsischen Landtag einzureichen.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.04.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 04. April 2019, 14:54 Uhr

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3 Kommentare

05.04.2019 14:33 Orrnee 3

Sicherheit und sichere Grenzen werden überbewertet!

05.04.2019 08:50 Dieter 2

Auf Twitter habe ich den Spruch gelesen, der es punktgenau trifft:
Entweder man diskutiert, was Meinungsfreiheit darf, oder man hat Meinungsfreiheit.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

04.04.2019 15:01 na so was 1

Gestern war an dieser Stelle die "Kriminalstatistik des vergangenen Jahres ganz groß mit vielen Diagrammen aufgelistet". Mit meinen zwei Kommentaren zum Thema, die allerdings nicht veröffentlicht wurden, hatte ich keine Chance, etwas zur Meinungsvielfalt beizutragen. Der Umzug der Bundespolizei von Altenberg nach Dippoldiswalde wird sicher so durchzogen. Egal was die Bürger vor Ort, ob nun Bürgermeister oder einfacher, aber besorgter Bürger, sagen, es interessiert die Herren da oben nicht. Versucht doch einmal, den sächs. Ministerpräsidenten, Herrn Kretschmer (CDU) einzuladen. Er soll doch einmal die Vorteile dieser Verlegung der Bundespolizei nach Dippoldiswalde erklären.

[Lieber "na so was",
der angesprochene Artikel "Innenministerium stellt Kriminalstatistik für Sachsen vor" ist weiterhin auf dieser Seite zu finden, mittlerweile nur etwas weiter unten. Die Meinungsvielfalt ist dem MDR wichtig und sie ist ausdrücklich erwünscht. Der demokratische Diskurs und der konstruktive Meinungsaustausch unterliegt allerdings gewissen Regeln, unseren Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html). Wenn Sie diese beachten, sind Sie herzlich dazu eingeladen etwas zur Meinungsvielfalt beizutragen.
Freundliche Grüße aus der MDR.de-Redaktion ]

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