Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Festnahme nach Anschlag auf Moschee Mutmaßlicher Bombenleger war Pegida-Redner

Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
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Der mutmaßliche Attentäter, der kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit eine Moschee in Dresden attackiert hatte, ist gefasst. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Freitag mitteilte, ist ein 30 Jahre alter Mann aus Dresden am Donnerstagvormittag festgenommen worden. Am Freitag wurde er dem Haftrichter vorgeführt und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Wie der Leipziger Polizeipräsident und Leiter des Operativen Abwehrzentrums, Bernd Merbitz, dem MDR sagte, hatte die Polizei den Mann seit mehreren Tagen im Visier. Man habe ihn schließlich auf einer Baustelle in Hessen festgenommmen. Momentan gehe man von einem Einzeltäter aus.

Auftritt bei Pegida im Sommer 2015

Bild eines Verdächtigen auf seiner Seite im Social-Network VK.
Ein Screenshot der Facebook-Seite von Nino K. Bildrechte: vk.com

Merbitz bestätigte außerdem, dass der festgenommene Nino K. im Sommer 2015 als Redner bei Pegida in Dresden aufgetreten ist. Dort sprach er am 13. Juli 2015 unter anderem von "faulen Afrikanern", die "unsere Sozialkassen plündern". Bundeskanzlerin Merkel bezichtigte er des Hochverrats und kündigte an, sie müsse sich eines Tages vor Gericht verantworten. Sollte es zum Bürgerkrieg kommen könne sie "keine Gnade" erwarten.

In seiner Nachbarschaft - unweit der Moschee - ist er nicht negativ in Erscheinung getreten. Die Nachbarn von Niko K. berichten von einem freundlichen und unauffälligen jungen Mann.

Imam: "Hoffe, dass so etwas nicht wieder in Deutschland passiert"

Hamza Turan, der Imam der Dresdner Fatih Camii Moschee, sagte, er fühle sich nach der Festnahme des mutmaßlichen Bombenlegers wieder deutlich sicherer. Nach den Anschlägen haben vor allem seine Kinder unter den Folgen leiden müssen. Sie seien in der Öffentlichkeit aufgrund ihrer Bekanntheit diskriminiert worden. Wäre er durch seine Anstellung in der Moschee nicht an Dresden gebunden, hätte er die Stadt bereits verlassen.

Turan bedankte sich bei der Polizei und auch bei Bundeskanzlerin Merkel für die Ergreifung des Tatverdächtigen. Er hoffe, dass Deutschland künftig von solchen Taten verschont bleibe.

DNA-Spuren bestätigen Tatverdacht

Polizisten sichern Spuren nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden
Nach dem Anschlag auf die Fatih Camii Moschee in Dresden sichern Polizisten Spuren am Tatort. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft stimmen die DNA-Spuren, die an den Anschlagsorten sichergestellt wurden, mit der DNA des Beschuldigten überein. Bei Durchsuchungen in der vergangenen Nacht seien außerdem diverse Gegenstände beschlagnahmt worden, die zur Herstellung von Spreng- und Brandvorrichtungen genutzt werden könnten.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, muss sich der Tatverdächtige wegen des Verdachts des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen an der Fatih Camii Moschee und auf der Terrasse des Internationalen Congress Centers verantworten. Auch die an der Dresdner Marienbrücke platzierte Sprengstoffattrappe werde ihm zur Last gelegt.

Ulbig: "Konsequentes Vorgehen des Freistaates gegen fremdenfeindliche Bestrebungen"

In der sächsischen Landespolitik sorgte die Festnahme des Mannes für Erleichterung. Regierungschef Stanislaw Tillich wertete die Ergreifung des Verdächtigen als "weiteren Erfolg der sächsischen Sicherheitsbehörden gegen den Rechtsextremismus. "Damit ist erneut deutlich geworden, dass solche Straftaten in Sachsen nicht unbestraft bleiben", sagte der Ministerpräsident.

Sachsen Innenminister Markus Ulbig lobte die ermittelnden Behörden. Die Festnahme sei das Ergebnis eines konsequenten Vorgehens des Freistaates gegen fremdenfeindliche Bestrebungen. Man werde "in Sachsen auch weiterhin gegen jegliche Form der politischen Kriminalität vorgehen", so der Minister.

Linke: Straftaten bisher nicht als politisch motiviert registriert

Kerstin Köditz, Landtagsabgeordnete der Partei die Linke, sagte nach Bekanntwerden der Festnahme, der Verdacht eines fremdenfeindlichen Tathintergrunds scheine sich zu bestätigen. Sie kritisierte die vom sächsischen Verfassungsschutz bei Pegida eingeführte Unterscheidung von "asylkritischem" und "asylfeindlichem" Protest. Die sei eine "Verhätschelung". Die Übergänge zum Rassismus seien fließend. Im vorliegenden Fall habe die Radikalisierung von rechts offenbar zum Rechtsterrorismus geführt, so Köditz.

Kerstin Köditz, Angeordnete der Linken im sächsischen Landtag
Bildrechte: DiG/trialon

Vor dem Hintergrund muss ich mich wundern, dass die Dresdner Anschläge in der offiziellen Straftaten-Statistik, die ich monatlich beim Innenminister abfrage, bislang nicht als politisch motivierte gezählt werden. Solche anhaltende Betriebsblindheit erschwert die Bekämpfung der extremen Rechten seit vielen Jahren.

Kerstin Köditz Landtagsabgeordnete Die Linke

Doppelanschlag in Dresden

Am Abend des 26. September waren in Dresden zwei selbstgebaute Sprengsätze detoniert – zuerst vor einer Moschee im Stadtteil Cotta. Zum Zeitpunkt der Detonation hatten sich der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in dem Gebäude befunden. Sie blieben unverletzt. Der Eingangsbereich der Moschee wurde beschädigt.

Eine halbe Stunde später explodierte ein Sprengsatz auf der Freiterrasse des Internationalen Congress Centers. Dort wurde ein Glasquader beschädigt. Am 29. September fanden Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes an der Marienbrücke in Dresden eine Plastiktüte mit mehreren Gläsern, aus denen Drähte ragten. Diese stellten sich als Attrappen heraus.

Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Der Imam, seine Frau und die beiden Söhne befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags in der Moschee. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2016, 21:00 Uhr

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238 Kommentare

12.12.2016 21:07 Replay 238

232)sorry!!! Ich hab mich geirrt. Du erfüllst doch den Grund den ich bei dir rausgenommen hab!! Ach ja, du Glücklicher......bin nicht gerade zierlich ;-) Also mit hindern wird es ziemlich schwierig werden. Und 234) du erfüllst das was ich Krause fälschlicherweise abgesprochen hab. Bevor du entscheidest wer gehen soll fallen Weihnachten und Ostern zusammen. Deutschlandverachter die nicht kapieren was Demokratie wirklich bedeutet sollten sich eher Gedanken drüber machen wo sie ihr weiteres Leben verbringen möchten. Primitive Parolen hinter einem Lautsprecherwagen marschieren und danach .....ist nicht die Zukunft !!!

12.12.2016 19:56 Ot. Jeskalorkmann 237

Butz Lachmann versucht mal wieder, sich rauszureden. Auf eine ziemlich billige Art. Wenn er es ernst meinen würde, müsste er sagen:

Ja, Nino K. ist als Redner bei Pegida aufgetreten.
Ja, wir (Pegida) fanden ihn toll.
Ja, wir (Pegida) haben ihm Applaus gegeben.
Ja, Nino K. ist ein mutmaßliche Bombenleger.

Passt ja prima mit "Gewaltfrei" zusammen. Erst reden, hetzen und dann alles in die Tat umsetzen.

Aber klar. Alles in Wirklichkeit nur eine böse böse Verschwörung, um Pegida und Butz Lachmann zu schaden.

Wer's glaubt wird seelig. Bald kommt der Weihnachtsmann.

12.12.2016 19:18 Janes 236

@Gottlieb 231: Ich suche noch die Botschaft, die die Öffentlichkeit interessieren könnte (außer deine Abneigung gegen den Nutzer und vermutlich alles Linke). Wieso sollte man sich nicht für Landsleute schämen dürfen, die mittels stereotyper Phrasen rasisstische und NEURECHTE Forderungen grölen?! Das ist legitim. Zumindest noch. Oder muss der humanistische Gedanke auch für Nazis als etnische Gruppe gelten? Ich bin verwirrt. (kann es sein das du ü60 bist?)

12.12.2016 19:06 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 235

@ 231. Gottlieb:
So bleiben wir vereint im Reigen:
Du kannst mich und ich Dich auch nicht leiden.

12.12.2016 19:06 Janes 234

@Replay 229: Und ich finde, man muss deine Meinung als das bezeichnen, was es ist: neurechtes Gedankengut und Rassismus. Kein Wort der Abscheu zur Tat im Artikel, über den es hier im Forum eigentlich geht. Dreist ist, dass du hier versuchst deine Neurechte Rechtspopulistische Meinung als salonfähige Meinung hinzustellen. Diese Demokratiefeindlichkeit schlummert in 20% der Gesellschaft und darf NICHT HINGENOMMEN WERDEN! Zieh nach Ungarn, in die Türkei oder nach Russland, wenn du auf Diktaturen stehst. Und nimm deine Pegida gleich mit. Dort könnt ihr euch anlügen, unter drücken lassen und dem Führer blind folgen!

12.12.2016 18:56 Frager an Erwin 213 und 230 233

1. Wer ist "ihr"? 2. wo hat das ominöse "ihr" Unwahrheiten verbreitet, Tatsachen negiert und Wahrheiten verbogen? 3. Was ist für Sie ein geordnetes Deutschland, in dem sich jeder an Recht und Ordnung hält? Eins mit Pegida kann es nicht sein, denn dessen Rednerschaft und ein erheblicher Teil der Mitläuferschaft zeichnet sich gerade dadurch nicht aus, jedenfalls nicht montags und jedenfalls nicht solange nicht durch Justiz und Polizei an Recht und Ordnung zurückgeführt wird. Sie wollen zwar die Straftaten nicht schön reden, zugleich kolportieren Sie das, was üblicherweise montags und auf den Pegidaseiten gebetsmühlenartig wiederholt wird: das mit dem Deutschland abschaffen ist wirklich untere Kanone, aber es wird auch nur von einem kleinen Teil der radikalen Linken hochgehalten. Und natürlich holen Sie den Merkelhammer hervor und bringen es nicht fertig, sich von dem Haufen zu distanzieren... Alles klar, Erwin!

12.12.2016 18:31 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 232

@ 229:

Keule! Bevor Du mir Worte in den Mund legst, solltest Du Dir sicher sein, daß Du selbst sie überhaupt verstehst!!

Wie kommst Du auf die 'Geisteskrankheit', mich würden 'kriminelle Zugezogene' nicht stören??
Jedes Mal, wenn ich hier in Berlin einen Nazi sächseln höre, wird mir sogar körperlich schlecht!

Ich habe gar keine 'Familiäre Bindung zu Deutschen mit Migrationhintergrund'! Meine Frau ist Ausländerin!! Und darüber bin ich sogar sehr glücklich!!!!!! Gehen die Rechten hier in Deutschland wieder ab wie ne offene Selter, dann steigt meine Familie und ich einfach ins Flugzeug und fliegen in unsere zweite Heimat!

Und für den Fall, daß Du meine Frau an der evt. Wiedereinreise hindern wolltest, stehe icke als strammgewachsener Deutscher neben ihr und hindere Dich daran!

12.12.2016 18:28 Gottlieb 231

"10.12.2016 09:52 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 174
Einiges, was hier im Sinne 'Deutschland den Deutschen' und 'Deutsche zuerst' geäußert wird, treibt einem als Deutscher nur noch die Schames- und Zornesröte ins Gesicht."

Solch ein dümmlich-emotionaler Stuß ist Ihnen offenbar wertvoller als der Versuch einer auf Kenntnissen basierenden Analyse. Oder geht es nur noch um die "richtige" Parteinahme? Jedenfalls verzerren Sie durch eine Auswahl von Kommentaren zugunsten linker geistiger Tiefflieger (es gibt auch andere Linke) das Meinungs- und Qualitätsbild erheblich.
Da scheint jeder humanistische Gedanke zu fehlen!!! Es ist einfach nur erschreckend! Wie kann man so eine billige Fremdschämerei veröffentlichen?

12.12.2016 18:15 Erwin 230

@Janes 223:
Keiner redet diese Straftat schön. Wenn Sie das so behaupten, dann liegt es daran, dass Sie das so sehen wollen, weil es Ihrer Einstellung entspricht.
Für wen ich bin?
Mit Sicherheit nicht für ein politisches Spektrum, welches Deutschland am liebsten abschaffen möchte und nichts übrig hat, “für diejenigen, die schon länger hier sind“ (so die Worte der Kanzlerin, die sich davor scheut, von Deutschen zu sprechen).
Ich bin für ein geordnetes Deutschland, in dem sich jeder an das Gesetz hält, unabhängig davon, welcher Herkunft er ist.
Sie können mich nicht ernst nehmen und halten meine Beiträge nicht für fundiert?
Damit habe ich kein Problem, denn das gleiche denke ich von Ihnen.

12.12.2016 18:06 Replay 229

228) Krause, stört dich es das es kriminelle Zugezogene gibt? Nein!! Wird nur als Einzelfälle hingestellt anstatt mal die Realität (steigende Kriminalität dieser Gruppen) anzunehmen.
Anders ist die dauernde Abwertung Andersdenkender und die Verdrängung von Tatsachen nicht zu erklären. Mangelnde Bildung nehme ich bei Ihnen mal nicht an. Bei Ihnen ist es mehr die Familiäre Bindung zu Deutschen mit Migrationhintergrund wie sie mal erwähnt haben. Trotzdem sollten Sie Leuten eine andere Meinung zugestehen bzgl. der Einreise von Vertretern deutschfremder Kulturen. Ich persönlich seh das auch überwiegend kritisch. Leider untermauern die jüngsten Ereignisse meine Meinung.